56 Wohnungen und ein Dorfladen

In Tobel entsteht angrenzend an das Gebäude der Gemeindeverwaltung ein neues Zentrum mit Mehrfamilienhäusern und einem Dorfladen. Nun steht das Vorprojekt: Der Dorfladen soll im Sommer 2011 fertiggestellt sein.

Nicole Schaffner
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Tobel-Tägerschen. «Wir haben uns viel Zeit genommen, um die Überbauung des Zentrums mit Dorfladen zu planen», erklärt Giuseppe Fent vom Wiler Architekturbüro Fent Solare Architektur. Seit zwei Jahren ist er daran, gemeinsam mit Landeigentümer Norbert Burri und der Gemeindebehörde Tobel-Tägerschen das Projekt, das rund um das Gemeindehaus entstehen soll, aufzuziehen.

«Zudem haben wir eine Arbeitsgruppe gebildet, um den Wünschen der Bevölkerung gerecht zu werden», ergänzt Gemeindeammann Roland Kuttruff.

Schwerpunkt bei Dorfladen

Nun steht das Vorprojekt für die Wohnüberbauung mit Zentrumscharakter. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Bauphase von zwei bis fünf Jahren und schätzen die Kosten auf rund 22 Mio. Franken.

«Aus Sicht der Gemeinde setzen wir den Schwerpunkt auf den Dorfladen», erklärt Kuttruff. Dieser soll über flexible Ladenöffnungszeiten verfügen, so dass man auch sonntags Einkäufe tätigen kann. «Das Ladenöffnungsgesetz des Kantons Thurgau lässt dies insofern zu, wenn es sich bei der zusammenhängenden Verkaufsfläche um höchstens 120 Quadratmeter handelt», macht der Gemeindeammann deutlich. Der aktuelle Grundriss würde eine solche Lösung ermöglichen.

Keine Konkurrenz

Im Dorfladen wollen die Verantwortlichen Artikel für den Haushaltsbedarf anbieten. Der Verkauf von Kleidungsstücken sei nicht vorgesehen. «Aus den Gesprächen mit der Arbeitsgruppe wurde deutlich, dass Frischprodukte ein Muss sind», so Roland Kuttruff. Auch Produkte aus der Region werden ins Sortiment aufgenommen.

Vor allem aber wolle man die derzeitigen Lebensmittelanbieter, wie die Bäckerei Fust auf der gegenüberliegenden Strassenseite, nicht konkurrenzieren.

«Es müssen Synergien genutzt werden», betont Kuttruff. Im Gebäude des Dorfladens soll als separates Lokal ein Café angesiedelt werden. «Den Wunsch nach einem Treffpunkt in der Gemeinde stellen wir immer wieder fest», begründet der Gemeindeammann den Entschluss. Neben der Dorfbevölkerung als Kundschaft setzen die Verantwortlichen auf den Durchgangsverkehr. Roland Kuttruff unterstreicht, dass man bestrebt sei, die Lärmbelastung für die Anwohner tief zu halten. «Wir wollen die attraktive Wohnlage im Zentrum beibehalten», sagt er.

Nachhaltiges Projekt

Das Bebauungskonzept sieht insgesamt acht Mehrfamilienhäuser mit 56 Wohnungen vor. «Das Gesamtkonzept ist der Nachhaltigkeit verpflichtet», erläutert Giuseppe Fent. Mit verdichteter Bauweise schone man einerseits die Landressourcen, andererseits werden die Häuser in Minergie P-Standard gebaut. «Diese Häuser produzieren mehr Energie als sie selber benötigen», so Fent. Der Überschuss werde verkauft und ins Stromnetz gespiesen. Eine weitere Besonderheit sei der bewusste Einbezug von Naturräumen.

So soll gleichzeitig der Hartenaubach renaturiert und der Wiesenhang Buschgel bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Ausserdem wird der heutige Parkplatz des Gemeindehauses einem Dorfplatz weichen. Das Vorprojekt sieht stattdessen zwei Tiefgaragen vor.

Das erste Gebäude mit Dorfladen und sieben Wohnungen in den oberen Stockwerken soll im Sommer 2012 fertiggestellt sein, erklärt Norbert Burri. Es ersetzt die jetzigen Schweinestallungen im Dorfzentrum. «Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich im Sommer 2011», erklärt Norbert Burri.