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50-Jahr-Hochwasser in Zuzwil

ZUZWIL. Land unter vor den Toren Wils. Stark getroffen hat es Zuzwil, wo der Dorfbach über die Ufer trat und das Riet überflutete. Dorfbewohner sprechen von einem 50-Jahr-Hochwasser. Künftig muss der Bach mehr Wasser aufnehmen.
Simon Dudle
Die Wiesen des Zuzwiler Riets wurden zu grossen Retentionsbecken. Die Kühe liessen sich nicht davon irritieren und suchten sich besonders saftiges Gras. (Bilder: Ruth Grünenfelder)

Die Wiesen des Zuzwiler Riets wurden zu grossen Retentionsbecken. Die Kühe liessen sich nicht davon irritieren und suchten sich besonders saftiges Gras. (Bilder: Ruth Grünenfelder)

Oftmals ist die Situation so, dass Zuzwil von Gewittern verschont bleibt, während es in der nahen Umgebung kracht und schüttet. Nicht so am Sonntagabend, als es zwar zuerst über dem Toggenburg dunkel wurde, sich dann aber eine von Norden her kommende Gewitterfront über dem Dorf entlud – mit unübersehbarem Ausmass. Vor allem der untere Dorfteil war stark betroffen. Die Wiesen des Riets mussten als natürliche Retentionsbecken herhalten. Als Nadelöhr entpuppte sich die Brücke der Tüfenwiesstrasse, wo sich das Wasser staute.

Schäden gab es laut Gemeindepräsident Roland Hardegger vorab im oberen Bereich des Mettlen-Quartiers und im Gebiet Grüenegg. Auch der Postweg und Teile der Abwasserreinigungsanlage wurde überflutet. Zudem musste die Hagenbuchstrasse – eine Naturstrasse zum Nollen – gesperrt werden, nachdem grössere Brocken abgerutscht waren. Meldungen über verletzte Personen lagen gestern keine vor.

Massnahmen sind nötig

«Ich bin seit zwölf Jahren in Zuzwil. So etwas habe ich in dieser Zeit noch nie erlebt. Leute, die schon länger in der Gemeinde wohnen, haben mir erzählt, das sei in den vergangenen 50 Jahren nicht vorgekommen», sagte Hardegger. Relativ schnell beruhigte sich die Situation wieder und bereits um 21 Uhr hatte sich der Dorfbach wieder gesenkt. Gemäss Hardegger gab es viele Flurschäden und überflutete Keller, die bis Mitternacht von der Feuerwehr ausgepumpt gewesen seien. Trotzdem zeigte der Sonntagabend eindrücklich auf, welche Gefahren im scheinbar harmlosen Dorfbach schlummern. Das ist allerdings nicht neu – und auch in der Gefahrenkarte des Bundes festgehalten. Bereits vor dem sonntäglichen Unwetter war die Gemeinde Zuzwil beauftragt, Massnahmen zum Hochwasserschutz zu ergreifen – und ist es selbstredend noch immer.

«Kennen die Schwachstellen»

Im April und Mai haben bereits Unterhaltsarbeiten stattgefunden. Nun wird geprüft, wie einem 100-Jahr-Hochwasser begegnet werden kann. Derzeit schluckt der Dorfbach rund 2500 Liter Wasser pro Sekunde. Um die Vorgaben des Bundes zu erfüllen, müssen 3300 Liter pro Sekunde aufgenommen werden können. «Wir wissen, wo die Schwachstellen sind und arbeiten mit dem Kanton eine Lösung aus», sagte Hardegger.

Die Brücke an der Tüfenwiesstrasse entpuppte sich als Nadelöhr.

Die Brücke an der Tüfenwiesstrasse entpuppte sich als Nadelöhr.

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