300 neue Arbeitsplätze erhalten

In Schwarzenbach gedeiht das Gewerbe. Das zur Politischen Gemeinde Jonschwil gehörende Dorf gewann in den vergangenen vier Jahren gegen 300 neue Arbeitsplätze. Dadurch hat sich auch das Dorfbild verändert.

Hans Suter
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Expandierendes Gewerbe: Die Vergrösserung und Neuansiedlung von Gewerbebetrieben hat das Gesicht von Schwarzenbach gewandelt. Im Bild der «neue» westliche Ortseingang. (Bilder: hs.)

Expandierendes Gewerbe: Die Vergrösserung und Neuansiedlung von Gewerbebetrieben hat das Gesicht von Schwarzenbach gewandelt. Im Bild der «neue» westliche Ortseingang. (Bilder: hs.)

SCHWARZENBACH. Fährt man mit dem Auto von Wil nach Schwarzenbach, wird der Wandel schnell augenscheinlich. Der Kreisel bei der Schwarzenbacher Brücke deutet das Wachstum der vergangenen Jahre im Industriegebiet Salen mit erhöhten Verkehrsfrequenzen als Begleiterscheinung an. Wo auf der linken Seite der Strasse in Richtung Niederstetten einst eine Kiesgrube war, befinden sich heute der Hauptsitz von Aldi Suisse sowie ein Aldi-Verteilzentrum. Allein die Ansiedlung von Aldi hat 300 neue Arbeitsplätze in die Region gebracht. 200 werden der Gemeinde Jonschwil zugerechnet, 100 der Gemeinde Uzwil; dies, weil die Bauten auf dem Boden beider politischen Gemeinden liegen.

Es wurde viel investiert

Folgt man der Wilerstrasse ins Dorf, werden auf der linken Seite zumeist neue Gewerbebauten sichtbar. Einige Betriebe sind neu nach Schwarzenbach gekommen. Andere, bereits ansässige Unternehmen haben in Erweiterungen oder Neubauten investiert. Beispiele sind das Camper Center Daniel Grob AG, die Garage Baumann, die Raiffeisenbank, die Schweizer AG und Möbel Svoboda. Seit einigen Tagen ist auch bekannt, dass das im Holzhandel tätige Unternehmen Hiag nach Schwarzenbach ziehen und einen Neubau realisieren will.

Als vor wenigen Jahren bekannt wurde, dass der deutsche Harddiscounter Aldi mit seinem Schweizer Sitz und einem Verteilzentrum nach Schwarzenbach kommt, hat zudem der Wohnungsbau Impulse erhalten.

Dorfbild verändert sich

Die prosperierende Wirtschaft in Schwarzenbach hat zu einer Veränderung des Dorfbildes geführt. Die nördliche Seite der Wilerstrasse ist mittlerweile geprägt von zumeist modernen, attraktiven Gewerbebauten. Die Südseite, auf der sich mehrheitlich Wohnbauten befinden, hat sich hingegen wenig verändert.

Nicht weiter wachsen

Viel Wesentliches soll sich im Dorf vorerst nicht mehr verändern. Der Grund liegt im gemeinsamen, regionalen Wirtschaftsgedanken. «Heute wird in zunehmendem Mass regional gedacht», sagt Gemeinderpräsident Stefan Frei. Das heisst unter anderem: Als regionales Entwicklungsgebiet sehen die Regionsgemeinden im Agglomerationsprogramm in erster Linie Wil-West vor. Das bedeutet für Schwarzenbach und Jonschwil, dass bis auf wenige, klar definierte Ausnahmen vorerst nicht neu eingezont werden soll. Dies ist zumindest die Auffassung des Gemeinderats. Nach Aussage von Stefan Frei können allfällige Ausnahmen dort ins Auge gefasst werden, wo beispielsweise ein bereits ortsansässiges Unternehmen eine dringende Erweiterung benötigt und die regulatorischen Vorgaben dies zulassen. Wie immer in solchen Fällen: Es kommt auf den Einzelfall an.

Vor- und Nachteile

Das expandierende Gewerbe bringt aber auch Mehrverkehr mit sich. «Dieses Spannungsfeldes sind wir uns bewusst», sagt Frei. «Doch das Gewerbe bringt auch Volkseinkommen. Und davon lebt die Bevölkerung schliesslich.» Dessen sei sich auch ein grosser Teil der Bevölkerung bewusst, ist er überzeugt. Mehrverkehr brächten indes auch die neu erstellten Wohnungen und Häuser mit sich. Sowohl die Zahl der Arbeitsplätze als auch jene der Wohnmöglichkeiten im Dorf hätten Pendlerströme zur Folge (siehe Kasten).

Weniger Schwerverkehr

Kritisiert wird zuweilen der Schwerverkehr. Stefan Frei betont, die Belastung durch den Lastwagenverkehr sei gegenüber früher geringer geworden. «Zu Zeiten des Kieswerks war die Belastung nachweislich grösser. Der heutige Lastwagenverkehr verteilt sich besser über den Tag.»

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