30 Prozent weniger Auslandgäste

10 062 Personen haben im vergangenem Jahr in einem der sechs zur Wiler Hotelier-Gemeinschaft (WHG) gehörenden Hotels in der Stadt Wil übernachtet. Das bedeutet ein Plus von 23,9 Prozent. Doch der Schein trügt: Die Zahl der Logiernächte liegt heute bedeutend tiefer als noch 2008.

Hans Suter
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Christian Schmid, Geschäftsleiter von Wil Tourismus.

Christian Schmid, Geschäftsleiter von Wil Tourismus.

REGION. Aktuell stehen in Wil sechs Hotelbetriebe mit 158 Betten zur Verfügung. Die grössten Betriebe sind der «Freihof» mit 37 Zimmer/60 Betten) und der «Schwanen» mit 24 Zimmern/ 38 Betten). Die restlichen 60 Betten verteilen sich auf die vier Hotels Rössli, Fürstenau, Ochsen Garni und Wilden Mann. Das Hotel Freihof als grösster Betrieb war 2014 nach erfolgtem Umbau erstmals wieder ein ganzes Geschäftsjahr geöffnet, was sich statistisch in markant höheren Gäste- und Übernachtungszahlen niedergeschlagen hat.

Auslastung bei 34 Prozent

2014 haben in diesen sechs Hotels in der Stadt Wil 10 062 Gäste übernachtet, wegen der «Freihof»-Wiedereröffnung ein Plus von 23,9 Prozent. Die Gäste verbrachten im Durchschnitt knapp zwei Nächte in der Äbtestadt, was 18 391 Logiernächte generierte. Das sind 3125 Logiernächte oder 20,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Auslastung betrug 34,25 Prozent. Dieser Wert liegt etwa im schweizerischen Durchschnitt vergleichbarer Destinationen. Gegenüber früheren Jahren ist dieser Wert für Wil am unteren Ende der Skala zu finden. Von 2006 bis 2008 lag die Auslastung der verfügbaren Hotelzimmer zwischen 38 und 39 Prozent, im Jahr 2010 bei 40 und im Jahr 2011 gar bei 42 Prozent. Mit der vorübergehenden Schliessung des «Freihofs» sank die Quote auf 35 bis 37 Prozent. Details zur Auslastung der einzelnen Hotels gibt Wil Tourismus nicht. Geschäftsführer Christian Schmid bestätigt jedoch, dass der «Freihof» bei den Schweizer Gästen den durchschnittlichen Level der Jahre vor der Schliessung wieder erreicht habe. Die Zahl der Gäste aus dem Ausland sei indes um 60 Prozent zurückgegangen.

Weniger Ausländer

In den vergangenen 14 Jahren verzeichnete die Stadt Wil pro Jahr meistens 5000 bis 6000 ausländische Gäste. Der Spitzenwert wurde 1998 mit 7158 Auslandgästen erreicht. Die Zahl der generierten Logiernächte belief sich auf 11 000 bis 14 500. Bei der Zahl der Schweizer Gäste wurde 2014 mit 6650 hingegen ein neuer Rekord verzeichnet. Laut Wil-Tourismus-Geschäftsleiter Christian Schmid tröstet das aber nicht über die Tatsache hinweg, dass die Entwicklung insgesamt negativ ist. «In Zahlen ausgedrückt sind das etwa 5000 Logiernächte, die der Stadt Wil fehlen, und zwar insbesondere von Gästen aus dem Ausland.» Mit gezielter Werbung soll versucht werden, Gäste aus dem Ausland – vor allem aus Süddeutschland – zurückzugewinnen. Der starke Franken erschwere das jedoch.

Vier Landhotels angeschlossen

Der Wiler Hotelier-Gemeinschaft (WHG) sind vier Hotels angeschlossen, die nicht in der Stadt Wil gelegen sind. Dabei handelt es sich um die Hotels Uno in Wilen, Toggenburgerhof in Kirchberg, Bären in Bazenheid und Nollen in Hosenruck. Diese Hotel verzeichneten im Jahr 2014 insgesamt 4840 Ankünfte mit 11 841 Logiernächten. Die Auslastung liegt mit einem Durchschnitt von 34 Prozent im Bereich der Wiler Hotels und ist relativ stabil. Grösster Betrieb ist das Hotel Toggenburgerhof mit 34 Betten (19 Zimmer), gefolgt vom Hotel Nollen mit 13 Zimmern (32 Betten). Das Hotel Uno umfasst 14 Zimmer (22 Betten) und das Hotel Bären 12 Zimmer (20 Betten). In den vier Bed-and-Breakfast-Betrieben in Wil stehen 22 Betten zur Verfügung. Die Logiernächtezahlen dieser Privatunterkünfte werden statistisch nicht erfasst. Im Kanton St. Gallen erhöhte sich die Zahl der Übernachtungen 2014 um 0,7 Prozent, in der Schweiz um 0,9 Prozent.

Dank der Wiedereröffnung des Hotels Freihof wurde mit 6650 Schweizer Gästen ein neuer Rekord erreicht. (Bilder: Hans Suter)

Dank der Wiedereröffnung des Hotels Freihof wurde mit 6650 Schweizer Gästen ein neuer Rekord erreicht. (Bilder: Hans Suter)

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