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2. Liga, aber nicht um jeden Preis

Der SC Bronschhofen feierte am vergangenen Freitag seine erste Mannschaft, die in die 2. Liga aufgestiegen ist, in einem offiziellen Rahmen. Präsident Roman Melliger erklärt die Vereinsphilosophie und blickt in die Zukunft.
Urs Nobel

Herr Melliger, am Freitagabend habt ihr nochmals den Aufstieg der ersten Mannschaft gefeiert. Wurde vor einer Woche noch nicht genug gefestet?

Roman Melliger: Am Sonntag feierte sich in erster Linie die erste Mannschaft selber. Im Vorstand waren wir jedoch der Ansicht, dass wir für ein solches Fest den ganzen Verein mit einbeziehen wollen und haben nicht zuletzt deshalb, weil die Infrastruktur wegen unseres Dorfturniers schon steht, diesen Freitag für ein offizielles Fest vorgesehen. Für diesen Freitag stand sowieso schon eine Aktion mit Feierabendbier und Wurst auf dem Programm und so haben wir uns entschlossen, den Anlass mit einem Vereinsaufstiegsfest zu bereichern.

Der SC Bronschhofen feiert aber nicht nur den Aufstieg der ersten Mannschaft, sondern auch den Ligaerhalt des zweiten Teams.

Melliger: Das ist richtig und auch ein Grund, alle Mitglieder wieder einmal zusammen zu haben. Nebst dem Ligaerhalt der zweiten Mannschaft sind wir aber auch stolz, dass es unsere C-Junioren geschafft haben, in der Meisterklasse zu verbleiben, und deshalb sind auch sie dabei. Mit bei den Eingeladenen ist auch unsere Clubhaus-Crew, die normalerweise an einem Fest oder bei Spielen stets am Arbeiten ist.

Sie als Präsident feiern wohl besonders. Sie dürften aufgrund der vielen anstehenden Arbeiten wegen des Aufstiegs kaum mehr Zeit für anderes finden?

Melliger: Diese angesprochene Mehrarbeit betrifft weniger mich als vielmehr die Abteilung Spielbetrieb. Wir machen uns aber schon Gedanken, was ab nächster Saison alles anders sein wird oder muss. So überlegen wir uns beispielsweise, ob wir ab nächster Saison Eintritt für die Heimspiele der ersten Mannschaft machen wollen. Immerhin werden wir mit massiv höheren Schiedsrichterkosten konfrontiert. Allzu viel Mehrarbeit erwarte ich jedoch weder für mich noch für meine Vorstandskollegen. Wir werden der bisherigen SC-Bronschhofen-Philosophie auch in der nächsten Saison treu bleiben.

Was darf man unter besagter Philosophie verstehen?

Melliger: Nehmen wir als Beispiel unsere erste Mannschaft. Sie ist ein Bestandteil unseres Vereins, nimmt am Vereinsleben teil und leistet auch Arbeitseinsätze an unseren Veranstaltungen, obwohl jeder auch seinen Mitgliederbeitrag bezahlt. Wir halten zudem an Bestehendem fest und verändern unsere Mannschaft nicht, nur weil wir jetzt eine Liga höher spielen. Wir werden auch weiterhin kein Geld für Spieler in die Hand nehmen, wie dies teilweise von anderen Vereinen praktiziert wird. Die Spieler sind nicht mehr oder weniger Mitglied im Verein als jene, die in der zweiten, dritten oder in der Plauschmannschaft spielen. Man darf von uns SCB-lern noch mit gutem Gewissen von einer funktionierenden Familie reden.

Ist das nicht etwas gar mutig oder sogar übermütig? Riskiert der SC Bronschhofen damit nicht, dass er nächste Saison bereits wieder absteigen muss?

Melliger: Ich denke nicht. Unser Kader verfügt über eine gewisse Qualität, die für einen Ligaerhalt – das ist die Zielsetzung für die nächste Saison – reichen sollte. Wir müssen uns im Verein aber nicht darin verbeissen, unbedingt über eine 2.-Liga-Mannschaft zu verfügen. Um dauerhaft über eine 2.-Liga-Mannschaft zu verfügen, benötigten wir innerhalb der Nachwuchsabteilung über einen breiteren Unterbau. Das ist in der heutigen Zeit kaum mehr möglich. Jetzt spielen wir aber 2. Liga, und zwar so lange, wie das mit unserem bestehenden Team möglich ist. 2. Liga ja, aber nicht um jeden Preis.

Die Mannschaft ist seit einigen Jahren sehr erfolgsverwöhnt. Wird sie es verkraften, in der neuen Saison eine Liga höher auch vermehrt mit einer Niederlage konfrontiert zu werden?

Melliger: Das wird garantiert zu einer grossen Herausforderung für das Team. Es war nun einige Jahre stets vorne in der Tabelle und hat eine Rolle gespielt. Jetzt muss sie damit zurecht kommen, den Ligaerhalt zu spielen. Das ist für die Spieler garantiert eine mentale Herausforderung, der sie sich stellen müssen. Gut möglich, dass die erfolgsgewohnte Mannschaft plötzlich vier- bis fünfmal hintereinander verliert. Ich bin aber zuversichtlich, dass das bisher erfolgsverwöhnte Team damit zurecht kommen würde, falls eine solche Situation eintrifft. Nochmals: Wir spielen nächste Saison um den Ligaerhalt. Vor 20 Jahren, als wir aus der 2. Liga abgestiegen waren, haben viele Spieler den Verein verlassen. Ich denke nicht, dass sich das Gleiche mit den jetzigen Spielern, die aus unseren Reihen stammen oder schon lange bei uns dabei sind, wiederholen würde. Der Kitt im Team ist sehr gross und die Verbundenheit zum SC Bronschhofen ebenfalls.

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