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150 Jahre Seelinie: Ein Flawiler recherchiert am Bodensee

Anton Heer interessiert sich seit Jahren für die Verkehrsgeschichte der Schweiz. Bereits hat er mehrere Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht. Das neuste Werk «Seelinie und Trajekt: Visionen, Meilensteine, Episoden» hat kürzlich die Druckerei verlassen.
Zita Meienhofer
Güter und Personenverkehr um 1910 in Rorschach. (Bild: Sammlung Anton Heer)

Güter und Personenverkehr um 1910 in Rorschach. (Bild: Sammlung Anton Heer)

Elektro-Ingenieur im Ruhestand, interessiert an der Geschichte des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz, talentierter Schreiber, akribischer Rechercheur, begnadeter Sammler und Fotograf – mit diesen Worten könnte Anton Heer aus Flawil beschrieben werden. Seit Jahren publiziert er Texte über die Entwicklung der Verkehrsgeschichte. Als er im 2006 für das Neujahrsblatt des Historischen Vereins St. Gallen über die St. Galler-Linie (Rorschach–St. Gallen–Winterthur) schrieb, wurde ihm bewusst, dass die Seelinie, die Verbindung von Rorschach und Konstanz, bald 150 Jahre alt sein wird.

Deshalb sammelte er bereits im Voraus entsprechende Bilder, fotografierte vor Ort und recherchierte. Er habe geplant, etwas zu diesem Thema zu machen, sagt er, in welcher Form, darüber habe er sich damals keine Gedanken gemacht. Als Rorschachs Gemeindepräsident später auf ihn zukam und ihn für eine Publikation zum Thema «150 Jahre Seelinie» gewinnen wollte, war schon viel Vorbereitungsarbeit erledigt.

Recherchen führten zu interessanten Geschichten

«Seelinie und Trajekt: Visionen, Meilensteine und Episoden» heisst die 42-seitige Broschüre. Darin geht der Autor darauf ein, was sich vor 150 Jahren und in der Zeit danach im Bereich Eisenbahn am Bodenseeufer ereignet hat. Bedeutend ist diese Verbindung für den Güter- und Personentransport in der Region, in die umliegenden Kantone sowie in das benachbarte Ausland.

Eine der Jubiläumsmarken der Post. (Bild: die Post)

Eine der Jubiläumsmarken der Post. (Bild: die Post)

«Die Geschichte ist sehr interessant», sagt Anton Heer. Seine eingehenden Recherchen führten dann auch dazu, dass er geschichtliche Hintergründe aufdeckte, von denen bislang noch nirgends geschrieben wurde, wie die Zusammenhänge zum Streit um die Linienführung der «Seetalbahn», der nachmaligen Seelinie («Wiler Zeitung» vom 1. Mai).

Die Jubiläumsmarke der Post mit dem Trajekt. (Bild: die Post)

Die Jubiläumsmarke der Post mit dem Trajekt. (Bild: die Post)

Von Bedeutung in der damaligen Zeit war das Eisenbahntrajekt, das Verladen von Eisenbahnzügen auf Schiffe. Ein Thema, auf das der Autor ebenso eingeht. Ein Blickfang ist die Seite über die Billette, die aus der Sammlung von Otto Bauer stammen. Über mehrere Seiten erstrecken sich die einzeiligen Chronikeinträge. Sie widerspiegeln in Kürze die Verkehrsgeschichte am Bodensee. In seinem Vorwort schreibt Autor Heer denn auch:

Die Publikation soll sich längerfristig als Nachschlagewerk sowie anregende verkehrs- und regionalgeschichtliche Fundgrube eignen

Die Planung einer Publikation muss detailliert sein

Wie ging Anton Heer nun die Planung der Broschüre an? Er wusste, dass der Umfang etwa 40 Seiten betragen würde. Nicht sehr viel Platz für ein umfangreiches Thema. «Enorm wichtig ist eine Chronik, um die Ereignisse festzuhalten», so Heer. Wichtig war ihm auch das Glossar, um die Begriffe zu erklären. Anschliessend überlegte er sich: Was ist attraktiv, was ist neu, was hat eine geschichtliche Bedeutung?

Der Zufall wollte es, dass Anton Heer vor kurzem im Archiv der ETH Zürich eine Reportage der ehemaligen Comet-Bild-Agentur über die «Seelinie» fand. Zudem verfügt er über ein sehr grosses eigenes Bildarchiv, das er sich in den vergangenen Jahren angelegt hat. Bilder, die er geschenkt bekommen, gekauft oder selber gemacht hat. «Weil viele mir selber gehören, bin ich relativ unabhängig in der Bildwahl», so der Autor. Die Zeichnungen und Skizzen erstellt er selber. «Damit bin ich bis jetzt gut gefahren». Und letztlich hat er ein Team um sich, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat. «Ich nenne es die Flawiler Connection», so Heer. Damit meint er Gestalterin Erika Remund sowie Florian Leutenegger, dessen Firma für den Druck verantwortlich ist, beide stammen aus Flawil. «Eine gute Zusammenarbeit erleichtert vieles», weiss Heer.

Ein Trajektkahn an der Trajektbrücke in Romanshorn von einst. 1979 fuhr die letzte Trajektfähre über den Bodensee. (Bild: Sammlung Anton Heer)

Ein Trajektkahn an der Trajektbrücke in Romanshorn von einst. 1979 fuhr die letzte Trajektfähre über den Bodensee. (Bild: Sammlung Anton Heer)

Trajekt – was ist das?

Ein Trajekt? Eine Frage, die Anton Heer oft zu hören bekam. Die Antwort ist auf einer der Schautafeln in Rorschach und Romanshorn, die Heer konzipiert hat, zu finden. «Der eher fremd anmutende Begriff Trajekt hatte auf dem Bodensee eine klare Bedeutung: Eisenbahn-Güterwagen wurden mit Dampf- und später mit Motorfährschiffen oder mit geschleppten Trajektkähnen über den See transportiert. Die Bahngesellschaften von Baden (ab Konstanz), von Württemberg (ab Friedrichshafen), von Bayern (ab Lindau), von Österreich (ab Bregenz) und der Schweiz (ab Romanshorn) nutzten einst die Güterdrehscheibe Bodensee. Die Errungenschaft von 1869 bestand im Rationalisierungsschritt: Verlad beladener Eisenbahnwagen anstelle des eigentlichen Ladeguts. Der Güterverkehr durch Trajektieren hielt sich zwischen Romanshorn und Friedrichshafen erstaunlich lange. Die jüngste Trajektfähre «Rorschach» wurde ab 1966 eingesetzt – 1976 war endgültig Schluss mit dem Gütertrajekt auf dem Bodensee.» Hinweis Infos: bodensee-150jahre.com

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