1200 Einwohner mehr als 2012

In den Gemeinden der Region hat sich die Bevölkerung im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt. Gesamthaft ist die Anzahl Einwohner massvoll gewachsen. Es sind allerdings auch Abweichungen vom Trend festzustellen.

Sven Kellenberger
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Kein Gedränge: Die Bevölkerung der Region wächst, Platzmangel dürfte trotzdem nicht aufkommen. (Bild: Hannes Thalmann)

Kein Gedränge: Die Bevölkerung der Region wächst, Platzmangel dürfte trotzdem nicht aufkommen. (Bild: Hannes Thalmann)

REGION. Allgemein wird das Jahr 2013 positiv bewertet. Die Bevölkerung im Einzugsgebiet dieser Zeitung hat um 1,1 Prozent zugenommen. Das entspricht einer Zahl von rund 1200 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern bei einer neuen Gesamtbevölkerung von 122 830. Bei genauerem Hinsehen gibt es auf Gemeindeebene aber die unterschiedlichsten Tendenzen.

Wilen wächst weiter

In Flawil konnte der grösste Bevölkerungsüberschuss seit 1994 registriert werden. Ende 2013 waren es 170 Bewohner mehr als 2012. Das entspricht einem Bevölkerungswachstum von 1,7 Prozent. Die grösste prozentuale Zunahme weist aber die Gemeinde Wilen mit 4,7 Prozent auf. Die 100 zusätzlichen Einwohner bilden den vorläufigen Höhepunkt der vergangenen 20 Jahre, in denen die Gemeinde fast durchwegs gewachsen ist. Der Umstand, dass Wilen nur 2249 Einwohner hat, relativiert diese Zahl jedoch wieder ein wenig. Die Attraktivität von Wilen hat ihre Gründe. Einer davon dürfte die Lage der Gemeinde sein. Das Dorf befindet sich nahe an Wil und somit am grössten Bahnhof der Region. Trotz seiner geringen Grösse hat es eine eigene Oberstufenschule und liegt nahe an der Kantonsschule.

Fischingen dagegen ist die Gemeinde der Region, in der die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr am meisten zurückgegangen ist. 1,4 Prozent ihrer Bevölkerung hat sie verloren. Ein Negativtrend ist jedoch nicht erkennbar. Die Bevölkerung von Fischingen liegt seit Jahren bei einem stabilen Wert zwischen 2500 und 2600 Einwohnern.

In Oberuzwil gibt es Grund zum Feiern. Im vergangenen Jahr knackte die Gemeinde die 6000-Einwohner-Marke und konnte Ende 2013 sogar eine positive Bilanz von 160 zusätzlichen Personen verzeichnen. Ratsschreiberin Gabriela Hollenstein sagt dazu: «In den vergangenen Jahren wurde sehr viel gebaut. In diesem Jahr wurden mehrere Mehrfamilienhäuser im Heer-Park fertiggestellt, im Jahr davor im Schützengartenareal. Ausserdem werden seit einigen Jahren fortlaufend neue Einfamilienhäuser im neuen Quartier Zehntland gebaut.» Attraktiv sei Oberuzwil vor allem, weil die neuen Häuser in der Nähe des Bahnhofs Uzwil lägen und einen schönen Wohnraum böten. Ausserdem gibt es in der Gemeinde ein Hallen- und ein Freibad und viele aktive Vereine. Noch Ende 2012 hatte sich der Gemeinderat eine massvolle Bevölkerungsentwicklung von 50 zusätzlichen Einwohnern pro Jahr zum Ziel gesetzt. Das lässt sich aber kaum regulieren. «Es wird allerdings mehr Wert auf Qualität anstatt auf Quantität gesetzt», sagt Hollenstein.

«Ist das denn schlimm?»

Anders sieht die Lage in Uzwil aus. Die Gemeinde verlor erstmals seit neun Jahren wieder Einwohner. Zwar sind es nur 25, trotzdem ist diese Tatsache erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Uzwil nach Wil die zweitgrösste Gemeinde in der Region ist. Lucas Keel, Gemeindepräsident von Uzwil, sieht trotzdem keinen Grund zur Beunruhigung. «In Uzwil haben wir jedes Jahr eine Wanderbewegung von mehreren hundert Personen. Da kann schon mal ein kleines Defizit vorkommen. Die Frage ist aber, was daran schlimm sein soll.» Denn trotz des Bevölkerungsrückgangs habe Uzwil seine Steuerkraft um sechs Prozent steigern können, das sei mehr als ursprünglich budgetiert. Ausserdem würden zurzeit kaum neue Häuser gebaut und der Zonenplan befinde sich in Revision. «Zusätzlich müssen Häuser, die während der grossen Wachstumsjahre gebaut wurden, jetzt saniert werden. In 15 Jahren werden stark wachsende Gemeinden wahrscheinlich vor dem gleichen Problem stehen», sagt Keel. Ausserdem gelte es nicht um jeden Preis zu wachsen, denn auch in Uzwil wird Qualität über Quantität gestellt.