120-Meter-Schienenstücke ins Toggenburg geliefert

Die Südostbahn erneuert den Ober- und den Unterbau zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St. Johann. Aus logistischen Gründen werden die Schienen herantransportiert.

Martin Knoepfel
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Bilder(: Hans Suter)

Der «Cluster Obertoggenburg» ist zwar durchgeplant. Dennoch gibt es Überraschungen. Während des Gesprächs mit Gesamtprojektleiter Armin Zöggeler kommt ein Bauarbeiter ins Bauleitungsbüro. Der Grund: Etwa 60 Zentimeter unter den Gleisen liegt das Plastikrohr einer Quellwasserleitung. Wo genau, ist unklar, da es auf den Plänen nicht eingezeichnet ist. Nach Ende der Bauarbeiten am «Cluster Obertoggenburg» wird die Südostbahn die Pläne aktualisieren. Gestern Morgen lud ein Bauzug 120 Meter lange Schienen an verschiedenen Stellen der Bahnstrecke von Wattwil ins Obertoggenburg ab.

Starke Steigungen und enge Kurven

Die Schienen wiegen 54 Kilo pro Meter, ein 120-Meter-Stück brächte rund sechs Tonnen auf die Waage, wenn denn eine solche vorhanden wäre. Die Schienen stammen von Voest-Alpine. In der Schweiz gebe es keinen Hersteller mehr, sagt Zöggeler. Die Erneuerung der Fahrbahn koste normal rund 3000 Franken je Meter. Wegen der starken Steigungen und engen Kurven werde es hier möglicherweise teurer, sagt er. Wenn man die Fahrbahn erneuere, müsse man die neuen Schienen am Anfang heranführen, obwohl man sie erst am Schluss brauche. Der Zug mit den Schienen könne nur in den frühen Morgenstunden oder am Abend fahren, da ein anderer Bauzug auf der Strecke sei, der dazu diene, die Fahrleitung abzumontieren, erklärt Zöggeler. Die neuen Schienen werden verschweisst, was die Lärmemissionen verringern wird. Heute ist das nicht überall der Fall.

Rund um die Uhr arbeiten

Die Logistik zwischen Ebnat-Kappel und Krummenau sei eine Herausforderung, ergänzt Armin Zöggeler. An der Erneuerung der Fahrbahn arbeiteten durchschnittlich 20 Personen pro Nacht. Normalerweise werde in Krummenau von 6 bis 22 Uhr in zwei Schichten gearbeitet. Diese werde zeitweise rund um die Uhr arbeiten müssen, sagt Zöggeler. Im September muss die sanierte Haltestelle mit dem höheren Perron fertig sein.