12 ab 12 – jetzt wird gegessen

Handwerker, vorwiegend aus Flawil, haben sich vor acht Jahren zusammengetan und kochen seither sporadisch zusammen. In der «Linde» in Nassen veranstalten sie ihre «Chochete».

Melanie Graf
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FLAWIL/NASSEN. Die Idee für «zwölf ab zwölf», kurz «zaz», wurde bei einem Feierabendbier geboren. Hans Bruggmann und Kurt Nef sinnierten über kochende Männer nach und beschlossen, Gleichgesinnte zu suchen, vorzugsweise Handwerker. So kam es dann, dass zur Gründungsversammlung des Kochclubs am 12. Dezember 2004 im «Rebstock» in Alterschwil sieben weitere Männer dazustiessen und um 12.12 Uhr der Gründung des Vereins zustimmten. Heute kochen acht Männer im Verein und halten die Hauptversammlung wenn immer möglich an einem 12.12. ab.

«Pflegeleichte» Männer

Zwar wurde der Verein im «Rebstock» gegründet, gekocht aber wurde bis zum vergangenen Sommer im «Gemsli» in Alterschwil. Da das Restaurant seine Türen schloss, musste der Verein eine andere Möglichkeit suchen. Und fand in der «Linde» in Nassen einen idealen Ort, um der «Chochete» ihren Platz einzuräumen. Wirtin Alice Bruggmann, Hans Bruggmanns Frau, war zu Beginn etwas skeptisch ob der vielen Männer in ihrer Küche. Aber sie versichert lachend: «Diese Männer sind pflegeleicht.»

«Der Verein heisst <zwölf ab zwölf>, weil immer um diese Zeit gegessen wird», erklärt Gründungsmitglied und Vereinsobmann Hans Bruggmann. Bis zu zwölf Männer seien gemäss Statuten zugelassen, der Verein habe noch Interesse an Neumitgliedern. Ein «glungne Cheib» wäre also willkommen, so Bruggmann.

Sporadisch treffe man(n) sich und koche. Die Geselligkeit und Kameradschaft stünden dabei im Vordergrund. Im Verein seien keine professionellen Köche zugelassen, erklärt er weiter, «nur Handwerker und natürlich nur Männer». Und diese kochenden Männer haben sich bei ihrer allerersten «Chochete», damals noch im «Gemsli», eine ganz dicke Suppe eingebrockt, die sie heute noch auslöffeln dürfen. Hans Bruggmann erzählt: «Eigentlich wollten wir für uns Vereinsmitglieder etwas kochen. Einige Gäste im Restaurant fragten uns aber, ob sie auch mitessen dürften.» Bruggmann schmunzelt. Er habe dann etwas vorlaut gesagt: «Wenn ihr den Mut habt, das zu essen, was wir kochen, dürft ihr gerne daran teilhaben.» Seither hat der Verein bei jeder «Chochete» zwischen 15 und 30 Anmeldungen von seinen «Fans». Hans Bruggmann, Daniel Finschi, Jürg Nef, Kurt Nef, Peter Teich, Lorenz Eberli, Alex Gemperli und Bruno Bueler – Männer vorwiegend aus Flawil – kochen gut bürgerlich, manchmal auch exquisit, je nach Anlass. «Oft haben wir schon für Geburtstage, Hochzeiten und Familienfeiern gekocht», erklärt Bruggmann, der Verein sei ganz zufällig in diese Catering-Tätigkeit gerutscht. Bei der «Chochete» servieren die Vereinsmitglieder selbst und entpuppen sich als Meister der Improvisation. So ist es auch schon vorgekommen, dass das Dessert im Ofen vergessen wurde, bis es schwarz und die Küche voller Rauch war und die Männer kurzerhand ein anderes Dessert hervorzaubern mussten. Der Verein finanziert sich über die Mitgliederbeiträge und über die Einnahmen der Gönner und Liebhaber der «zaz»-Küche. Der Unterschied zu einem «normalen» Kochclub sei der, dass die «zaz»-Köche immer für andere Personen kochen und nicht einfach für sich selbst.

Barackenwagen umgebaut

Der angesparte Batzen in der Vereinskasse liess es zu, dass die Männer einen alten Barackenwagen in einen Küchenwagen mit Elektro- und Wasseranschluss umbauten. «Darum brauchen wir Handwerker», sagt Hans Bruggmann lachend. Der Wagen soll nächstes Jahr eingeweiht werden. Wann genau, weiss der Obmann noch nicht so genau.