11,3 Millionen-Kredit bewilligt: Jetzt entscheidet das Volk über die Sanierung der Primarschule Lindenhof

Wenn auch noch das Volk Ja sagt, steht einer Sanierung des Primarschulhauses Lindenhof nichts mehr im Weg.

Gianni Amstutz
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Die charakteristischen Sprossen in den Fenstern bleiben erhalten. Bild: PD

Die charakteristischen Sprossen in den Fenstern bleiben erhalten. Bild: PD

Die Primarschule Lindenhof soll für 11,3 Millionen Franken saniert werden. Das ist bei allen Parteien des Wiler Stadtparlaments unbestritten. Bereits in der 1.Lesung des Geschäfts zeigte sich, dass nicht mit Widerstand zu rechnen ist. Trotzdem wurde der Kredit vom Stadtparlament nicht diskussionslos bewilligt.

Debattiert wurde über die Frage nach der richtigen Lüftung. Die Grünen Prowil forderten eine automatische Lüftungsanlage. Damit könne einerseits Energie gespart werden, anderseits sei die Luftqualität wichtig für das Lernklima in den Schulzimmern. Die Grünen Prowil stellten deshalb einen Antrag, im Zuge der Sanierung ein automatisches Lüftungssystem einzubauen.

Kosten sind der Mehrheit zu hoch

Die Baukommission hatte im Vorfeld abgeklärt, ob dies Sinn machen würde, sprach sich jedoch dagegen aus. Hauptgrund für die Ablehnung waren die zu erwartenden Mehrkosten von 750000 Franken. Ausserdem sei das Lüften problemlos durch simples Öffnen der Fenster möglich, wie Reto Gehrig, Präsident der Baukommission, darlegte. Diese Argumente fanden bei der bürgerlichen Parlamentsmehrheit Gehör. Nur die SP unterstützte das Anliegen der Grünen Prowil. Der Antrag wurde mit 13 Ja- zu 19 Nein-Stimmen abgelehnt.

Ein zweiter Diskussionspunkt waren die Sprossenfenster, welche dem Schulhaus sein charakteristisches Aussehen verleihen. Nach der 1.Lesung sah es noch danach aus, als würden sie im Zuge der Sanierung teilweise durch klassische Fenster ersetzt. Damit hätten rund 30000 Franken gespart werden können. Doch der Architekt des Lindenhofschulhauses intervenierte sozusagen in letzter Sekunde. Er und auch andere Sachverständige machten die Baukommission darauf aufmerksam, dass die Sprossen in ihrer heutigen Form für die Wahrnehmung des Gebäudes essenziell seien. Dieses Eingreifen des Architekten führte schliesslich zu einem Umdenken. Die Baukommission zog ihren Antrag zurück, wonach auf die Sprossen auf der Nordseite verzichtet werden soll. Das Parlament unterstützte diese Empfehlung und sprach sich ebenfalls für die Beibehaltung der charakteristischen Sprossen aus.

Der Kredit über 11,3 Millionen Franken wurde vom Parlament einstimmig genehmigt. Da der Kredit die Höhe von sechs Millionen Franken übersteigt, unterliegt das Geschäft dem obligatorischen Referendum. Somit kommt es zu einer Abstimmung, bei der sich das Volk zur Vorlage äussern kann.