11:3 – Das Wetter wurde besser, St. Gallen nicht

Wieso haben die Wiler Schüler am heutigen 3.11. nicht frei? Immerhin wurde dieses Datum in jüngerer Vergangenheit mal zum Feiertag erklärt. Nicht von Politikern, aber von den FC-Wil-Fans.

Simon Dudle
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Wieso haben die Wiler Schüler am heutigen 3.11. nicht frei? Immerhin wurde dieses Datum in jüngerer Vergangenheit mal zum Feiertag erklärt. Nicht von Politikern, aber von den FC-Wil-Fans. Denn vor genau 13 Jahren wurde Geschichte geschrieben – und das nach wie vor torreichste NLA-Spiel der Schweizer Fussballgeschichte im Bergholz zelebriert. FC Wil – FC St. Gallen 11:3, am 3.11. – was für ein schöner Regensonntag.

Unvergessen der Fernsehbeitrag im Sportpanorama, in welchem zu Beginn die beiden Clubpräsidenten beim Cüpli-Trinken gezeigt werden. Wils Andreas Hafen sass wenige Wochen später in Untersuchungshaft, weil er seinen Arbeitgeber UBS um 51 Millionen Franken erleichtert hatte. Thomas Müller kämpft heute auf politischer Ebene um einen Ständeratssitz.

Flanke ins Tor

Legendär auch der Beginn des Spiels, als ein gewisser Tranquillo Barnetta von nahe der rechten Seitenlinie zur St. Galler Führung ins Tor flankte und sich danach ein Corner der Gäste von Jairo direkt auf die Latte senkte. Doch dann: Romano-Freistoss: 1:1. Bamba direkt aus der Luft: 2:1. Naldo profitiert vom St. Galler Chaos: 3:1. Naldo überläuft Tato: 4:1. Fabinho-Weitschuss: 5:1. Zwei St. Galler Strohfeuer später wieder Bamba aus der Drehung: 6:3. Und nach der Pause ein Romano-Kopfball: 7:3. Auch Naldo per Kopf: 8:3. Mordeku aus halbrechter Position: 9:3. Lustrinelli-Penalty: 10:3. Pavolvic-Heber: 11:3.

Ferrari gegen Deux Chevaux

Hängen geblieben sind auch die Sprüche von Fernsehmann Thomas Senn: «Das Duell Bamba gegen Tato – oder Ferrari gegen Deux Chevaux.» Und weiter: «St. Gallen war noch schlechter als das Wetter.» Und weiter: «Das Wetter wurde besser, St. Gallen nicht.» Der Espen-Goalie wurde hinterher im Blick als «Elf-Eier-Agosti» bezeichnet. Zu viel für die St. Galler, aber auch für die Anzeigetafel im Bergholz, welche ein 1:3 vermeldete, weil sie keine zweistelligen Resultate anzeigen konnte. Man hat daraus gelernt. In der IGP Arena wäre heute ein 11:3 auf der Anzeigetafel möglich.