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1019 «Töfflibuebe» braucht es für den Weltrekord: Doch einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde wird es nicht geben

Am «Top of 19» soll am 1. Juni 2019 ein Weltrekord aufgestellt werden. Dazu müssen sich mindestens 1019 Töfflifahrer zum Treffen einfinden. Ins «Guinessbuch der Rekorde» schaffen sie es aber trotzdem nicht.
Gianni Amstutz
Markus Pölzl (rechts) und Reto Jucker mit ihren Töffli. (Bild: PD)

Markus Pölzl (rechts) und Reto Jucker mit ihren Töffli. (Bild: PD)

Es ist ein ambitioniertes Ziel, das sich Markus Pölzl gesetzt hat. Als Ressortverantwortlicher für das Töfflitreffen des «Top of 19» – dem sechstägigen Fest in Lenggenwil im Sommer 2019 – will er einen Weltrekord aufstellen. Mindestens 1019 Töfflibegeisterte müssen dazu am 1. Juni 2019 nach Lenggenwil kommen. Pölzl hat mit seinen Kollegen bereits zahlreiche Töfflitreffen besucht und weiss deshalb, worauf die Liebhaber der Zweiräder Wert legen. Dementsprechend hat er das Programm gestaltet.

Gesucht wird das «geilste» Töffli

Ein Corso führt auf einer rund 20 Kilometer langen Strecke in den benachbarten Thurgau und wieder zurück. Zudem werden das schönste Originaltöffli und das «geilste» Custom-Töffli prämiert. Ein Custom-Töffli ist ein umgebautes Töffli mit einem auffälligen Erscheinungsbild. «Viele haben wunderbar und aufwendig restaurierte Töffli. Diese soll das Publikum auch zu sehen bekommen und die Besitzer sollen für ihren Aufwand und ihre Leidenschaft honoriert werden», erklärt er die Idee der Prämierungen.

Doch reicht ein solches Programm, um genug Töfflifahrer für einen Weltrekord nach Lenggenwil zu locken? «Regelmässige Töfflitreffen gibt es zwar an vielen Orten, aber unseres ist einmalig», sagt Pölzl. Zudem werde man mit Aktionen für den Anlass werben. Dabei setze man einerseits auf klassische Medien und einen Auftritt an der Lenggenwiler Fasnacht, anderseits auch auf Social Media, um auch die jüngeren «Töfflibuebe» aus den umliegenden Dörfern zu erreichen. Ob das reicht, kann Pölzl nicht abschätzen. «Der Aufwand ist gross, deshalb hoffen wir, dass wir den Weltrekord knacken.» Sollte dies nicht gelingen, wäre dies zwar schade, doch im Zentrum stehe das gemeinsame Feiern mit Gleichgesinnten. Einen Eintrag ins «Guiness-Buch der Rekorde» wird es aber nicht geben, unabhängig davon, ob man die Marke von 1019 Töfflifahrer erreicht. Das sei primär den finanziellen Aufwendungen geschuldet, die für eine offizielle Eintragung nötig wären, erklärt Pölzl.

Noch immer ein begeisterter Töfflifahrer

Heute fährt der 47-Jährige oft mit dem Velo nach Uzwil zur Arbeit. Das hätte er sich als 14-Jähriger nicht vorstellen können. Damals kaufte er sich sein erstes Töffli, einen Sachs. Reto Jucker, sein Nachbar und bis heute einer seiner besten Kollegen, hatte einen Moto Garelli. «Jeder hatte damals ein Töffli, das war unser Transportmittel. In diesem Alter immer noch mit dem Velo zu fahren, das war schlicht unvorstellbar.» Mit den Töffli ging es in den Ausgang, am Dienstagabend nach Wil, zum Abendverkauf. Auf der damals noch befahrbaren Oberen Bahnhofstrasse wurden die Schmuckstücke präsentiert. Die Szene kannte sich, wusste, wem welches Töffli gehört. «Durch diese Mobilität entstand ein Gefühl der Freiheit und Eroberung der Welt», sagt Pölzl.

Bereits damals waren Marus Pölzl und Reto Jucker unterschiedliche Töfflifans. «Reto ist der Schrauber. Er repariert und veredelt. Ich bin der Fahrer, ich fahre liebend gerne herum», so Pölzl, der die Töffli-Liebhaber in diese Kategorien einteilt. Ein Schrauber ist Reto Jucker bis heute geblieben. Seine Töffli sind Perlen, die er teilweise selber restauriert hat. «Meine Töffli haben alle eine Geschichte», erklärt er. Witzig sei auch, dass jetzt noch jener zuvorderst fahre, der bereits damals vorne war. «Allerdings», so Pölzl, «haben wir heute Pannen, die damals nie passiert wären, wie ein leerer Benzintank.» Was sich jedoch nicht geändert habe, sei das Gefühl von Freiheit, das ihn überkomme, wenn er auf dem Töffli unterwegs sei.

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