1000 Millionäre, 2432 Schüler und 350 Kilogramm Hauskehricht: Eine Übersicht über die Zahlen der Stadt Wil 2019

Der Geschäftsbericht 2019 gibt Aufschluss über alles, was in der Stadt Wil läuft. Ein kleine Auswahl.

Gianni Amstutz
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Über 55000 Spritzen wurden in der Drogenanlaufstelle Kaktus im vergangenen Jahr verteilt.
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Rund jeder 20. Wiler hat ein steuerbares Vermögen von über einer Million Franken.
Die Schülerzahlen steigen weiter. Noch nie gab es in den vergangenen Jahrzehnten so viele Kinder an den Wiler Schulen.
Fliegen 100 Wiler nach New York und zurück, hebt das die kompletten CO2-Einsparungen der Energiefondsmassnahmen auf.

Über 55000 Spritzen wurden in der Drogenanlaufstelle Kaktus im vergangenen Jahr verteilt.

Bild: Sandra Ardizzone

Wenn Sie sich das nächste Mal in einem Raum mit 20 Wilerinnen und Wilern befinden, ist statistisch gesehen einer davon ein Millionär. Denn gemäss den Daten des Steueramts verfügen etwas mehr als fünf Prozent aller Einwohner Wils über ein steuerbares Vermögen von mehr als einer Million Franken.

Viele mussten dafür aber lange sparen oder haben das Vermögen geerbt. Nur 39 Einwohner der Stadt gehören zu den Glücklichen, die sich diese Summe potenziell in einem Jahr verdienen können. So viel haben nämlich ein steuerbares Einkommen von über 500'000 Franken. Eine höhere Kategorie wird im Geschäftsbericht nicht ausgewiesen.

Wer sich als Wiler aber nicht zu den Millionären zählen kann beziehungsweise sogar gar kein Geld auf der hohen Kante hat, ist in guter Gesellschaft. Rund 60 Prozent aller Wiler gehören zur Kategorie der Personen ohne steuerbares Vermögen.

Diese und weitere Zahlen sind im kürzlich publizierten Geschäftsbericht der Stadt Wil ersichtlich. Eine Auswahl an interessanten Fakten.

Mehr Geburten als Todesfälle

Das Erfreuliche zuerst. 2019 erblickten im Zivilstandkreis Wil, zu dem auch Kirchberg, Nieder­helfenschwil und Zuzwil gehören, mehr Menschen das Licht der Welt als es Todesfälle gab.

608 Geburten stehen 255 Todesfällen gegenüber. Am häufigsten als Bestattungsart gewählt wurde die Kremation. Sie wurde 162-mal vollzogen, was etwa dem Vierfachen von Erdbestattungen entspricht.

Mehr Schüler als je zuvor

Die Volksschule inklusive Mädchenschule St.Katharina besuchen 2432 Schülerinnen und Schüler. Das ist der Höchstwert der vergangenen Jahre. Deshalb verwundert es auch wenig, dass der Schulraum in Wil knapp wird.

1970 waren es noch 2074 Schülerinnen und Schüler. Diese gingen damals bei 58 Lehrerinnen und Lehrern zur Schule. Heute sind es ganze 339 Lehrpersonen, die an den Wiler Schulen unterrichten.

Während 1970 alle ein Vollzeitamt ausübten, scheint heute Teilzeitarbeit bei Lehrern sehr beliebt zu sein. 304 und damit fast 90 Prozent arbeiten Teilzeit, nur 35 Lehrer in einem 100-Prozent-Pensum.

Energiefonds schon vor dem Klimanotstand

Seit vergangenem Mai herrscht in Wil der Klimanotstand. Bereits davor existierte der Energiefonds. Daraus werden Beiträge für Massnahmen zur Klimawende finanziert. Im Jahr 2019 flossen mit rund 800'000 Franken deutlich mehr Gelder als in den Vorjahren. Durch die damit umgesetzten Massnahmen werden 513,6 Tonnen CO2 jährlich gespart.

Klingt erst einmal nach viel. Doch bereits ein Flug nach New York verbraucht pro Person rund 2,6 Tonnen CO2. Wenn also 100 Wilerinnen und Wiler einmal pro Jahr den Big Apple besuchen, sind die eingesparten Emissionen bereits wieder zunichtegemacht.

Auch bei der Reduktion der Abfallmengen haben die Wiler noch Luft nach oben. So produzierte jeder Einwohner der Stadt 349 Kilogramm Hauskehricht und Abfall für Sonderabfuhren. Das ist zwar minimal weniger als im Vorjahr, eine rückläufige Tendenz ist aber nicht zu erkennen.

Eine ambivalente Statistik gibt es bei der Suchtanlaufstelle Kaktus. Mit 6600 Besuchern – 18 pro Tag – verzeichnete man die tiefsten Zahlen seit Jahren. Gleichzeitig wurde aber so viel Injektionsmaterial abgegeben wie seit vier Jahren nicht mehr. 55635 Spritzen wurden im Kaktus verteilt.