1000 Liter Müll – 2000 Zigarettenstummel

Gegen 100 Mädchen, Knaben und Erwachsene haben am Freitag und Samstag gruppenweise die Gemeinde Flawil durchstreift und dabei mehrere Abfallsäcke mit aufgefundenem Müll gefüllt. Das Sammelgut wurde getrennt und wird recycelt.

Kathrin Meier-Gross
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Ausserorts und den Waldstrassen entlang lag erschreckend viel Abfall. (Bilder: Kathrin Meier-Gross)

Ausserorts und den Waldstrassen entlang lag erschreckend viel Abfall. (Bilder: Kathrin Meier-Gross)

FLAWIL. «Da, ein Kaugummipapier!» Mit einem Schrei stürzt sich das Wölflimädchen von der Pfadi St. Laurentius auf das Fetzchen. Mit scharfem Blick entdecken die Mädchen und Buben das kleinste Stück Abfall und klauben es vom Boden. Obwohl, hier im Rehwald ist es erstaunlich sauber. Selbst bei der Feuerstelle ist es aufgeräumt.

Abfall stinkt

Die Gruppen, welche die Quartierstrassen durchstreifen, finden relativ wenig Abfall. Die Flawiler Bevölkerung scheint ihrer Umgebung Sorge zu tragen. Mehr zu tun haben jene Pfadfinderinnen, die den Weg zwischen Spital und Bahngleis absuchen. Dosen, Flaschen, Fast-Food-Verpackungen, Kippen und vieles mehr stopfen sie in den Sack. Der Abfall stört nicht nur optisch, er stinkt auch. Die Aktion mache Sinn, sind die jungen Frauen überzeugt. Bewusst ist ihnen auch, dass diejenigen, die den Müll verursacht haben, nicht am Clean-Up-Day mitmachen. Erfolgreich sammeln lässt sich ausserorts den Hauptstrassen entlang und neben Waldstrassen. «Es gibt Autofahrer, die ihren Abfall aus dem Fenster werfen», stellt ein Pfadileiter fest. Dass dieser Müll beim Mähen zerschnetzelt wird und für die Tiere tödlich sein kann, scheint den motorisierten «Freiluftentsorgern» egal zu sein.

Wurst und Brot

Zum Clean-Up-Day aufgerufen hatte der Elternverein Flawil. Vorstandsmitglied Dietmar Klement durfte dabei auf die Mithilfe von vier Gruppen der Heilpädagogischen Schule und der Pfadfinderabteilung St. Laurentius zählen. Zusätzlich hatten sich einige Familien angemeldet. «Wir sind zwar nicht diejenigen, die Abfall wegwerfen, der Anlass ist aber eine gute Sache, sagt eine Mutter, die mit drei Kindern und drei weiteren Frauen die Wissbachschlucht absucht. Gut organisiert haben sich die Gruppen auf dem ganzen Gemeindegebiet verteilt, ausgestattet mit Ortsplan, Abfallsäcken, Greifzangen und, wo nötig, mit Fahrbewilligungen.

1000 Liter Abfall

Während die Gruppen auf Sammeltour sind, beginnt Dietmar Klement in der Mulde beim Pfadiheim den Abfall zu trennen, den die HPS-Schüler am Freitag gesammelt haben. Glas, Dosen und PET sollen wiederverwertet werden. «Insgesamt sind gut 1000 Liter Abfall zusammengekommen – und 2000 Zigarettenstummel», bilanziert Klement, als sich am Mittag alle beim Pfadiheim einfinden. Bei Bürli, Wurst und einem Getränk, offeriert von der Gemeinde, werden Erfahrungen ausgetauscht. Die Aktion soll in einem Jahr wiederholt werden. «Schön wäre, wenn sich auch andere Vereine am Clean-Up-Day beteiligen würden», sagt Klement.

Motiviert haben diese Wölflimädchen der Pfadiabteilung St. Laurentius am Samstag Müll gesammelt. (Bild: Picasa)

Motiviert haben diese Wölflimädchen der Pfadiabteilung St. Laurentius am Samstag Müll gesammelt. (Bild: Picasa)