1000 Bestellungen und neun Mal so viel Umsatz im April: Dieses junge Uzwiler Start-Up hat vom Lockdown profitiert

Der Coronakrise macht vielen Unternehmen zu schaffen. Ganz anders ist es beim jungen Uzwiler Online-Pflanzenshop Feey. 

Tobias Söldi
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Das Gründungsteam von Feey» (von links): Severin Candrian, Sven Jakelj und Janko Jakelj.

Das Gründungsteam von Feey» (von links): Severin Candrian, Sven Jakelj und Janko Jakelj.

Bild: PD

Sven Jakelj hat gut lachen. Nicht trotz, sondern wegen der Coronakrise. Denn Lockdown und Homeoffice haben dem jungen Uzwiler Online-Pflanzenshop Feey, den er vergangenen Sommer zusammen mit seinem Bruder Janko Jakelj und dem Engadiner Severin Candrian gegründet hat, eine unverhoffte «goldene Zeit» beschert, wie es der gebürtige Niederbürer formuliert.

Im April haben sie von ihrem Lager auf dem Uzwiler Benninger-Areal aus 1000 Bestellungen per Post verschickt – das Sortiment umfasst Zimmerpflanzen und Moosbilder verschiedener Art und Grösse – und dabei einen Umsatz von rund 100000 Franken generiert. Neunmal so viel wie in den Monaten davor, in denen der durchschnittliche Umsatz zwischen 10000 und 12000 Franken lag, wie der Geschäftsführer erzählt.

«Wir haben dank der Coronakrise tatsächlich zwei, drei grosse Schritte vorwärts gemacht.»

Das Zuhause mit Pflanzen verschönern

Glück im Unglück muss man wohl dazu sagen. Jakelj und seine beiden Geschäftspartner haben sich in einer Branche selbstständig gemacht, nach deren Produkten Herr und Frau Schweizer sich in dieser ungewohnten Zeit zu sehnen scheinen. Die langen Schlangen vor den vergangene Woche wiedereröffneten Gartencenter sprechen Bände.

Und sie haben ein Geschäftsmodell gewählt, das auch während dem Lockdown funktioniert hat: Online-Shopping. Dazu kommt, dass das Coronavirus das Leben gerade im Frühling lahmlegte, der Hochsaison der Pflanzenbranche. Jakelj ist überzeugt: 

«Wer plötzlich viel mehr Zeit zu Hause verbringt, überlegt sich vielleicht, ob er sein Daheim mit Pflanzen verschönern könnte.»

Kunden hätten auch Freude darüber geäussert, dass sie mitkriegten, wie ihre Pflanzen wüchsen.

Junge, online-affine Kundschaft

Feedbacks wie diese, vor allem aber die erfreulichen Zahlen haben zwei der Gründer dazu bewogen, alles auf die Karte Feey zu setzen und ihre Nebenjobs aufzugeben. Und auch die Pensen der drei Angestellten musste in den letzten Monaten aufgestockt werden. Trotzdem: Die Jungunternehmer freuen sich nicht zu früh. Der Lockdown ist aufgehoben, die Menschen können wieder vor Ort einkaufen.

«Der Mai ist sehr gut angelaufen, dennoch rechnen wir mit einem Rückgang der Bestellungen», sagt Jakelj. Ob das Wachstum der vergangenen Monate diesen aufwiege, sei schwer einzuschätzen. Er ist aber überzeugt, dass die Feey-Kunden, vor allem jüngere, online-affine Menschen zwischen 25 und 40 Jahren aus der deutschsprachigen Schweiz, weiterhin online bestellen.

Kundenbeziehung digital pflegen

Paradoxerweise setzt das Trio dabei gerade auf diejenige Strategie, welche der Detailhandel gegen den Onlinehandel auffährt: eine enge Beziehung zu den Kundinnen und Kunden. Doch statt physisch wird diese bei Feey digital über die sozialen Medien gepflegt, via Whatsapp oder über Instagram. «Wir schicken den Kunden beispielsweise Fotos, wenn wir die Pflanze einpacken. Das kommt gut an», sagt Jakelj.

Hinweis: Um sich für die grosse Nachfrage zu bedanken, verlost Feey am 31.Mai 100 Herzblatt-Pflanzen an Personen, die in den vergangenen Wochen Besonderes geleistet haben. Nomination auf der Homepage von Feey.

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