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100 000 Franken für Glücksidee

Wieder ist Ostern vorbei, und wieder wird beim momoll-Jugendtheater ein Stück geprobt. Und wieder sind während der Arbeit in der ungeheizten Lokremise warme Kleider und Schuhe angesagt – aber zum Glück ist bald Premiere.
Michael Hug
Viel Arbeit am Regiepult: Die beiden momoll-Regisseurinnen Barbara Schüpbach und Claudia Rüegsegger (v. l.). (Bild: Michael Hug)

Viel Arbeit am Regiepult: Die beiden momoll-Regisseurinnen Barbara Schüpbach und Claudia Rüegsegger (v. l.). (Bild: Michael Hug)

WIL. Die Wolldecken für die Zuschauenden liegen bereit. Bei der Premiere Ende Monat wird es in der Lokremise noch nicht viel wärmer sein als jetzt. Doch das Publikum wird sich von der Witterung nicht abhalten lassen, die sieben Vorstellungen vom 23. April bis 4. Mai mitzuerleben. Das war in den letzten neun Jahren so und wird auch im zehnten Jahr so sein. Zum Jubiläum hat sich das momoll-Jugendtheater ein paar Überraschungen einfallen lassen, die die Regisseurinnen Barbara Schüpbach und Claudia Rüegsegger aber partout nicht preisgeben wollten.

Das Glück ist eine Pizza

Über das Stück «Zum Glück» selbst aber geben sie gerne Auskunft. Claudia Rüegsegger: «Diesmal haben wir das Stück komplett selbst entwickelt. Wir haben in den Proben zum Thema improvisiert und die so erarbeiteten Ideen aneinandergereiht.» Die Ausgangsfrage: Was ist Glück? Was braucht es, um glücklich zu ein? Für manchen bedeutet Glück eine Hängematte oder eine Pizza, vielleicht ein Haufen Geld. Rüegsegger: «Das Glück lässt sich nach Eckart von Hirschhausen in fünf Arten einteilen, das haben die Jugendlichen so übernommen.» Um den Kreativitätsprozess anzuregen, ist in das Stück eine Rahmenhandlung eingestrickt: Eine Stiftung spendiert 100 000 Franken für die beste Glücksidee.

Irgend einisch find s'Glück eim

Die Hängematte ist bereits installiert. Derjenige junge Mann, der die Pizza für das grösste Glück auf Erden hält, sieht ein, dass es noch grösseres Glück braucht. Vielleicht das Glück des Zufalls? Das Glück der Gemeinschaft? Wie glücklich ist doch das alte Paar, das auch im hohen Alter immer noch zusammen ist. «Irgend einisch find s'Glück eim» tönt's aus den Lautsprechern. Irgendwer erhält die Preissumme. Irgendwer wird irgendwann vom Glück erschlagen werden.

«Zum Glück» ist eine Hommage ans Glück, aber auch eine Illusion. So viel Glück kann der Mensch wohl nicht haben. Oder doch? Schau doch genauer hin. Das Glück lauert hier, dort und überall.

Keine zehn Teilglücke

Die zehn Teilnehmenden an der Glücksrallye um die Preissumme werden das Glück haben, das Geld ausgeben zu dürfen und sich so Glücksmomente zu schaffen. Doch sie müssen sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen. Was – wie könnte es anders sein – zu einigen Streitereien und Grabenkämpfen mit offenem Ausgang führen wird. Es gibt in diesem Fall nur ein grosses Glück, keine zehn Teilglücke. Parallelen zu einer aktuellen Aktion einer jubilierenden Bank seien nicht beabsichtigt, sagt Claudia Rüegsegger: «Wir hatten offenbar die fast gleiche Idee, waren aber früher dran.»

Geschenk an das Publikum

Seit November arbeiten Rüegsegger und Schüpbach mit den Jugendlichen Elias Betschart, Michelle Eberhard, Eva Frehner, Elia Grillo, Andrina Haldner, Pascal Joller, Hannah Kohlmeyer, Natascha Kwakkelstein, Lena Rüegsegger und Noëlle Stalder an ihrem Stück. «Zum Glück» ist auch ein Jubiläumsgeschenk an das Publikum – das das Glück hat, jedes Jahr begeisterndes Jugendtheater geniessen zu dürfen.

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