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Wartezeiten von über 20 Minuten: Die Wiler ärgern sich auch über den neuen Fahrplan

Der Fahrplanwechsel im Dezember 2019 bringt wenig Änderungen in den Kantonen St.Gallen und Thurgau, aber noch immer viel Ärger im Fürstenland.
Christoph Zweili
Die Fahrplanänderungen auf der Karte. (Grafik: sbu/jbr, Quelle: Kantone St.Gallen und Thurgau)

Die Fahrplanänderungen auf der Karte. (Grafik: sbu/jbr, Quelle: Kantone St.Gallen und Thurgau)

Für die Wiler bringt auch der neue Fahrplanwechsel im Dezember wenig Gefreutes. Der mit rund 20'000 Ein- und Aussteigern und einem Einzugsgebiet mit über 100'000 Einwohnern drittgrösste Bahnknoten im Kanton St.Gallen ist teilweise zerfallen: Vom unteren Toggenburg ins Fürstenland und St.Gallen besteht eine Umsteigezeit von 21 Minuten. Auch in der Gegenrichtung gibt es 21 Minuten Wartezeit im Bahnhof Wil. Das Amt für öffentlichen Verkehr macht dafür die Planungen der SBB und des Bundesamts für Verkehr verantwortlich. Der Kanton St.Gallen und die betroffenen Gemeinden hätten sich auf sämtlichen Stufen, aber erfolglos, gegen diese Verschlechterungen gewehrt.

Das Problem: Seit Dezember 2018 gilt auf der Achse Winterthur–St.Gallen eine ganz neue Systematik. Das neue Güterverkehrsgesetz verlangt das Freihalten von ausreichenden Fahrtmöglichkeiten für den Güterverkehr auch zur Hauptverkehrszeit. Auf der Fürstenlandlinie, der am stärksten frequentierten Bahnstrecke im Kanton, teilen sich daher seit Jahresbeginn der Fernverkehr (stündlich 4 Fahrtrassen), der Güterverkehr (3), der von der gesetzlich neu festgelegten höheren Priorität profitiert, und der S-Bahn-Verkehr (5) die beiden vorhandenen Gleise. Dafür stehen zwischen Winterthur und St.Gallen vier Fahrtrassen für den Fernverkehr, fünf für den Regionalverkehr und drei für den Güterverkehr zur Verfügung, davon eine zweistündlich. Durch die gegebenen Fahrlagen des Fern- und des Güterverkehrs könne die S1 im Halbstundentakt nur jeweils mit Abfahrt um xx.19 und xx.49 ab Wil verkehren – gegenüber dem Fahrplan 2018 also um 15 Minuten verschoben, heisst es beim Kanton.

Kanton St.Gallen fordert Wiederherstellung des Knotens

Dieser fordert bei den SBB und dem BAV «mit hoher Priorität» die Wiederherstellung des Knotens für den Ausbauschritt 2035. Mit der Umsetzung solle aber früher begonnen werden – mit entsprechenden Massnahmen sei «wahrscheinlich bereits 2020» zu rechnen. Ebenfalls für den Ausbau 2035 ist ein Viertelstundentakt auf der Strecke Wil–St.Gallen vorgesehen. Auch dieses Angebot will der Kanton St.Gallen «möglichst bald umgesetzt wissen». Und er hat noch eine Forderung: «Dass alle Intercity Zürich–St.Gallen auch in Wil halten.

Den Wilern bleibt vorerst nur ein kleines Trostpflaster: Mit dem Verknüpfen der S-Bahn-Linien S1 und S8 gibt es für Reisende ab dem Fürstenland seit dem letzten Fahrplanwechsel halbstündliche Direktverbindungen nach Romanshorn–Kreuzlingen, allerdings mit vier bis fünf Minuten Standzeit in St.Gallen.


Hinweis
kanton.sg/fahrplanwechsel

Die wichtigsten Fahrplanänderungen auf einen Blick:

St.Gallen–Kreuzlingen

Die S8 Schaffhausen–Stein am Rhein–Kreuzlingen–Romanshorn–St.Gallen verkehrt alle 30 Minuten nach kurzem Aufenthalt in St.Gallen weiter als S1 nach Wil. Die letzte S8 St.Gallen–Romanshorn–Kreuzlingen verkehrt neu um 0.19 Uhr ab St.Gallen.

Romanshorn–Weinfelden–Wil

In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag verkehrt eine zusätzliche S10.

Sie fährt um 0.32 Uhr in Wil ab.

Herisau–St.Gallen–Konstanz

Der stündliche RegioExpress (RE) Herisau–St.Gallen–Romanshorn–Konstanz (6 bis 20 Uhr, Linie 870) verkehrt ab Konstanz weiter als S14 nach Kreuzlingen–Tägerwilen Dorf–Kreuzlingen Bernrain–Weinfelden (und umgekehrt). Die S14 (Konstanz–)Kreuzlingen ab 0.20 Uhr (Weinfelden an 0.47 Uhr) verkehrt neu täglich.

Trogen–St.Gallen–Appenzell

Mit der Inbetriebnahme der Durchmesserlinie war der Fahrplan im Dezember 2018 umgestellt worden. Die Appenzeller Bahnen belassen ihn nach einer Überprüfung: Priorität 1 haben die Anschlüsse in St.Gallen am Morgen Richtung Zürich–Bern, Priorität 2 Herisau–Wattwil, Priorität 3 Rorschach–Chur.

St.Gallen–Rapperswil

Die erste S4 von Herisau nach St.Gallen verkehrt neu um 4.24 Uhr. In St.Gallen besteht Anschluss auf den Fernverkehr nach Zürich. Die letzte S4 mit Abfahrt um 23.59 Uhr ab Wattwil verkehrt neu bis St.Gallen (Ankunft 0.33 Uhr) statt nur bis Herisau.

Beim Voralpen-Express (VAE) wird das Angebot bei den Früh- und Abendkursen ausgebaut: Der erste VAE startet neu bereits um 5.03 ab St.Gallen statt um 5.13 Uhr ab Herisau. Der VAE mit Abfahrt um 0.03 Uhr ab St.Gallen verkehrt neu durchgehend bis Rapperswil (Ankunft 0.57 Uhr). Bisher endete der Kurs von Sonntag bis Donnerstag in Wattwil. Der VAE mit Abfahrt um 0.03 Uhr ab Rapperswil verkehrt in den Nächten Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag neu bis St.Gallen (Ankunft 0.58 Uhr). Neu verkehrt um 1.03 Uhr ein VAE von St.Gallen nach Herisau (Ankunft 1.12 Uhr).

Wil–Wattwil

Die S9 verkehrt neu bis Betriebsschluss im Halbstundentakt.

Auch zwischen 22.30 Uhr und 00.30 Uhr (bisher Stundentakt) gilt neu der Halbstundentakt.

Wil–Hosenruck–Weinfelden

Die Buslinie 722 (Wil–Hosenruck) wird mit der Postautolinie 934 (Weinfelden–Wuppenau) verknüpft. Die Busse verkehren neu als Buslinie 722 durchgehend zwischen Wil und Weinfelden. Neu bestehen in Wil gute Anschlüsse an die Schnellzüge Richtung St.Gallen und stabile Anschlüsse Richtung Zürich, die S9 Richtung Wattwil, die S10 Richtung Weinfelden und alle Buslinien.

Zürich–St.Gallen–München

Ende 2020 steht auf dem internationalen Bahnnetz ein Quantensprung an: Die Fahrt nach München wird nur noch 3½ Stunden dauern (minus eine Stunde). Die Fahrzeit des Zuges wird dann dank des Ausbaus und des Einsatzes der Neigetechnik kürzer sein als diejenige eines Expressbusses. Mit dem Ende der Bauarbeiten wird die Deutsche Bahn die Busverbindungen wahrscheinlich einstellen, um nicht die Bahn zu konkurrenzieren.

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