Wil macht Druck in der Pfalz

Die Agglomeration Wil spürt die Auswirkungen des Fahrplanwechsels im Dezember 2015. Sie kämpft dagegen an, doch das eigentliche Fiasko droht erst in zwei Jahren. Der Kanton tut bisher wenig, um den Vollknoten zu retten.

Christoph Zweili
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Die Region Wil kämpft für eine bessere Anbindung an Zürich. (Bild: Christoph Zweili)

Die Region Wil kämpft für eine bessere Anbindung an Zürich. (Bild: Christoph Zweili)

WIL. Der Thurgau setzt sich für die bessere Anbindung der Seelinie ein, Arbon kämpft für die Schnellbahn nach St. Gallen – nur der Kanton St. Gallen tut bisher wenig für die Agglomeration Wil. Dabei wehrt sich die Äbtestadt seit Monaten: Die Sitzplatzsituation in den morgendlichen Pendlerzügen in Richtung Zürich sei prekär und das von den SBB eingesetzte Rollmaterial veraltet, um nur zwei Forderungen zu nennen.

Auch wenn sich nicht alles erhärten lässt – zum Beispiel haben sich die Frequenzen in der Morgenspitze gegenüber dem Vorjahr kaum verändert und ist die Zahl der Sitzplätze ungefähr gleich geblieben –, so steht doch jetzt schon fest: Das eigentliche Fiasko droht in zwei Jahren. Ab dann sind aufgrund der stündlich vier Fernverkehrsverbindungen (heute noch drei) zusammen mit der S-Bahn und dem Güterverkehr vollständig ausgelasteten Strecke gar keine Zusatzzüge mehr möglich.

Der Vollknoten droht zu zerfallen, auch die beschleunigte S-Bahn Zürich–Wil soll gestrichen werden. Der wahre Grund für die Misere ist allerdings nicht der Güterverkehr, sondern der verzögerte und falsch ausgebaute Ausbau des Bahnhofs Wil.

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