Wieslis Angst vor abgetauchten Asylsuchenden

Flüchtlinge Jürg Wiesli, Thurgauer SVP-Kantonsrat, malt ein schwarzes Bild der Zukunft. Darin bedrohen abgetauchte Asylbewerber den Thurgau. Wieslis Angst gründet auf Medienberichten, wonach seit diesem Sommer rund 60 Prozent der Asylsuchenden während der ersten Tage in der Schweiz untertauchen.

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Flüchtlinge Jürg Wiesli, Thurgauer SVP-Kantonsrat, malt ein schwarzes Bild der Zukunft. Darin bedrohen abgetauchte Asylbewerber den Thurgau. Wieslis Angst gründet auf Medienberichten, wonach seit diesem Sommer rund 60 Prozent der Asylsuchenden während der ersten Tage in der Schweiz untertauchen. «Unrühmlicher Spitzenreiter ist offenbar das Empfangszentrum Kreuzlingen», schreibt Wiesli in einem noch unveröffentlichten Dokument. Ohne sein Wissen fand das Schreiben kurzzeitig den Weg ins Internet und wurde danach rasch wieder entfernt.

Die meisten der in Kreuzlingen abgetauchten Asylsuchenden reisen illegal nach Deutschland aus. Vom Empfangs- und Verfahrenszentrum ist die Landesgrenze nur ein Steinwurf entfernt. Das führte in Süddeutschland bereits zu Kritik und verstärkten Grenzkontrollen. «Wie will der Regierungsrat die Sicherheit der Thurgauer Bevölkerung sicherstellen und verhindern, dass untergetauchte Asylbewerber auf dem Schwarzmarkt, in der Prostitution und auf kriminelle Art und Weise ihren Lebensunterhalt bestreiten?», schreibt er in seinem Vorstoss. Und Wiesli weiss: Die Situation wird sich noch zuspitzen. Der Bund plant das EVZ künftig als Ausschaffungszentrum zu betreiben. Dann werden dort hauptsächlich Asylbewerber mit negativem Bescheid untergebracht, bevor sie schliesslich ausgeschafft werden – oder untertauchen, weil sie nichts mehr zu verlieren haben.

Für Kantonsrat Wiesli ist augenfällig: «An Bahnhöfen, Veranstaltungen oder etwa in Badeanstalten», sagt er, treffe man sie an. Nein, Asylsuchende generell als Illegale oder Kriminelle pauschalisieren, das wolle er nicht. Er rede ja nicht von denen, die kooperieren und sich registrieren lassen. Aber jene ohne Papiere oder solche mit negativem Entscheid müsse man «in geschlossenen Räumen bewachen». Der Kanton müsse sich nun Massnahmen überlegen. Der Thurgau habe diesbezüglich einen Handlungsspielraum, sagt Wiesli, etwa durch vermehrte Polizeikontrollen. Besonders wegen des künftigen Ausschaffungszentrums verlangt er eine Antwort von der Regierung, wie diese das Thema untergetauchte Asylbewerber künftig angehe. (sme.)