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Wie starb Mario Bigoni?

RHEINECK. Der 27jährige Rheinecker Mario Bigoni, der früher beim FC Gossau spielte, ist tot. Die Identität der Leiche im Alten Rhein ist damit geklärt, doch die Todesursache bleibt unklar. Die Polizei ermittelt unter anderem im Kollegenkreis Bigonis.
Marco Kamber
Schauplatz des mysteriösen Todesfalls: Der Alte Rhein zwischen Rheineck und Gaissau mit dem chinesischen Schiffsrestaurant. (Bild: Ralph Ribi)

Schauplatz des mysteriösen Todesfalls: Der Alte Rhein zwischen Rheineck und Gaissau mit dem chinesischen Schiffsrestaurant. (Bild: Ralph Ribi)

Ständig klingelt derzeit das Telefon zu Hause bei Bigonis. Bekannte und Journalisten wollen wissen, wie Mario Bigoni ums Leben gekommen ist. Die DNA-Analyse hat gestern gezeigt: Bei der Wasserleiche handelt es sich um Mario. «Aber wie es geschah», so die Schwester, Antonella Bigoni, «wissen wir erst, wenn der definitive Bericht der Gerichtsmedizin vorliegt.»

«Die Untersuchungen laufen noch», heisst es auch bei der Polizei. Die Leiche des 27-Jährigen werde untersucht. «Parallel dazu ermitteln wir in Bigonis Umfeld», so Eugster. Dazu gehört auch die Clique des früheren Fussballprofis, die in der Nacht seines Verschwindens am 8. Oktober mit ihm auf Vorarlberger Seite in Gaissau im Schiffsrestaurant Hu Bin essen waren. Dort soll es zu heftigen Diskussionen gekommen sein. Gegenüber dem «Blick» meinte der Kellner, die Gruppe sei sehr betrunken gewesen. Doch die Schwester Bigonis widerspricht: «Ich habe ein Handy-Video gesehen; Mario sah nicht übermässig betrunken aus.»

«Er habe ihn verloren»

Der letzte, der den 27-Jährigen an jenem Abend gesehen hatte, ist laut Bigonis Familie sein bester Freund: Als die Gruppe nach dem Essen zu Fuss nach Rheineck ging, blieben er und Bigoni auf dem Parkplatz vor der Beiz zurück. Dort sollen sie weiterdiskutiert haben. «Etwa um ein Uhr morgens rief Marios Freundin den Freund an. Im Hintergrund konnte sie ihren Schatz noch hören.» Sie meinten, sie würden bald nachkommen. Dies war nicht der Fall, und Bigonis Freundin ging zurück zum Restaurant. «Auf der Brücke habe sie den Freund angetroffen – doch Mario war weg», so Antonella Bigoni. Der Freund meinte, er habe ihn verloren. «Sofort begann Marios Freundin ihn zu suchen, alarmierte auch uns», sagt Antonella Bigoni. «Der Freund aber lief einfach weg», meint sie enttäuscht.

Mario Bigoni 2008 bei einem Meisterschaftsspiel mit dem FC Gossau. (Bild: Michel Canonica)

Mario Bigoni 2008 bei einem Meisterschaftsspiel mit dem FC Gossau. (Bild: Michel Canonica)

Als in derselben Nacht die ganze Familie mit Taschenlampen nach ihrem Sohn suchte, traf Vater Bigoni den Freund in einer Bar in Rheineck. «Wir verdächtigen niemanden», sagen die Bigonis, «er war einfach der letzte, der Mario gesehen hat.» Da er aber unter einem Blackout leide, wisse er seit dem Zahlen der Rechnung nichts mehr von jener Nacht.

Den Wettskandal im Nacken

Zwei Wochen galt Mario Bigoni als vermisst. Nur eineinhalb Kilometer flussabwärts vom «Hu Bin» entfernt wurde vergangenen Sonntagmorgen seine Leiche im Alten Rhein entdeckt. Schon bevor das Institut für Gerichtsmedizin gestern morgen die Identität der Leiche bestätigte, kamen allerhand Spekulationen auf. So wurde vermutet, die kroatische Wettmafia könnte mit der Sache zu tun haben. Bigoni war im Sommer 2009 vom FC Gossau suspendiert und vom Schweizerischen Fussballverband auf unbestimmte Zeit gesperrt worden. Dies, weil er dem Vereinspräsidenten gestand, dass bei einer 0:4-Niederlage gegen den FC Locarno «nicht alles sauber» gelaufen sei. Er sei von einem Mitspieler angegangen worden mit den Worten «Du, da ist Geld zu verdienen».

Der damalige Präsident des FC Gossau gab damals allerdings zu Protokoll, Bigoni habe ihm nicht gesagt, ob er auf das Angebot eingestiegen sei – geschweige denn ob er Spielmanipulation betrieben habe.

Beliebter Bigoni

«Mario war unschuldig», sagt seine Schwester. «Da war nichts manipuliert. Ich war dabei: Mein Bruder hat glanzvoll gespielt.» Seine grösste Hoffnung sei immer gewesen, dass seine Unschuld endlich bewiesen werde. «Die Spielsperre war sehr schlimm für Mario», erzählt seine Schwester. «Er wollte endlich wieder für eine Mannschaft spielen – der Fussball war ihm das Wichtigste.»

In der jüngsten Zeit arbeitete er als Polymechaniker in Rheineck und half freiwillig bei den Junioren des FC Rheineck mit. «Die jungen Tschutter haben ihn geliebt», erzählt Bigonis Familie.

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