Fragen & Antworten
Wie reagieren die Ostschweizer Kantone auf die Maskenpflicht in Zürcher Läden? Vage Antworten auf die drängendsten Fragen

Ab Donnerstag gilt im Kanton Zürich die Maskenpflicht auch beim Einkaufen. Wie halten es die Ostschweizer Kantone, ziehen sie nun nach? Wir haben nachgefragt.

David Grob, Philipp Wolf, Alexandra Pavlović
Drucken
Teilen
Wer im Kanton Zürich Einkaufen geht, muss ab Donnerstag eine Maske tragen. Werden nun auch die Ostschweizer Kantone nachziehen und eine Maskenpflicht in den Läden einführen?

Wer im Kanton Zürich Einkaufen geht, muss ab Donnerstag eine Maske tragen. Werden nun auch die Ostschweizer Kantone nachziehen und eine Maskenpflicht in den Läden einführen?

Bild: Georgios Kefalas / KEYSTONE

1. Steigt mit der Zürcher Maskenpflicht der Druck auf die Ostschweizer Kantone, ähnliche Massnahmen zu ergreifen?

Die kurze Antwort lautet: Nein. Die ausführlichere Antwort ebenfalls: Nein. Die Kantone geben sich kurz angebunden. Man veranlasse Massnahmen anhand der epidemiologischen Lage im Kanton und nicht anhand der verordneten Massnahmen anderer Kantone, schreibt etwa die Medienstelle des Kantons Thurgau. Selbstverständlich beobachte man die Situation in anderen Kantonen, heisst es von den zuständigen Stellen der Kantone Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden. Einzig der Kanton St.Gallen begründet etwas konkreter, warum vorerst keine Maskenpflicht in Einkaufsgeschäften eingeführt wird: Die Fallzahlen sind zwar steigend, aber schlicht auf zu tiefem Niveau. Derzeit meldet der Kanton pro Tag durchschnittlich 12 neue Fälle.

2. Wann wäre die kritische Grenze der Fallzahlen erreicht, um eine Maskenpflicht in Läden einzuführen?

Auch hier geben sich die Kantone Thurgau und beide Appenzell betont allgemein. Man beurteile die Situation laufend aufgrund interner Konzepte, heisst es vom Kanton Thurgau: «Im Moment ist die Notwendigkeit nicht gegeben.» Es seien nicht nur fixe Fallzahlen entscheidend, schreiben die ausser- und innerrhoder Departementssekretäre wie aus einer Tastatur. Ob eine Massnahme eingeführt wird – darunter fiele auch die Einführung einer Maskenpflicht –, sei von der jeweiligen Alarmstufe im Stufenschema zur Beurteilung der epidemologischen Lage abhängig, heisst es vom Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Offener kommuniziert der Kanton St.Gallen: Ab 30 Fällen pro Tag wird eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen oder Geschäften geprüft. Ab dann werde das Contact Tracing schwierig. Die Medienstelle verweist auf den Drei-Stufen-Plan der St.Galler Regierung: Ab einem einem «überregional und/oder hohen Anstieg der Fallzahlen» sieht dieser weitere Massnahmen vor.

3. Welche Rolle spielt die Haltung der Bevölkerung zu einer Maskenpflicht beim Entscheid, eine solche Massnahme einzuführen?

Für die Ostschweizer Kantone ist klar: Entscheidend ist die epidemiologische Lage. «Relevant ist die Entwicklung der Fallzahlen», schreibt etwa der Kanton St.Gallen. Klar ist aber auch: Die Akzeptanz der Bevölkerung für eine Maskenpflicht in Läden ist entscheidend für deren Umsetzung, worauf die zuständigen Departemente beider Appenzell verweisen.

4. Entscheiden die Ostschweizer Kantone gemeinsam über eine allfällige Maskenpflicht in der Ostschweiz?

Jein. Die Kantone stehen zumindest in regelmässigem Austausch. Noch diese Woche will sich der Kanton Appenzell Innerrhoden mit den anderen Ostschweizer Kantonen besprechen. Die beiden Appenzeller Kantone streben eine möglichst einheitliche Lösung an, schreiben sie in ihren Antworten. Und doch verweisen die Medienstelle des Kantons St.Gallen und die Departemente beider Appenzell schliesslich auf die föderalen Strukturen: Sie erlauben es, auf regionale und kantonale Unterschiede Rücksicht zu nehmen. «Dieser Spielraum soll genutzt werden, da eine Massnahme immer auch Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft hat», schreibt der Kanton St.Gallen.