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Wie ein Thurgauer Obstbauer innert kürzester Zeit zwei Tonnen Aprikosen mit Makeln verkauft hat

Der Schweizer Obstverband rechnet mit einer Gesamternte von 9'500 Tonnen Aprikosen. Doch Früchte mit Makeln werden von Grossverteilern nur bedingt abgenommen. Ein Thurgauer Obstbauer hat das Problem selber in die Hand genommen – mit Erfolg.
Linda Müntener
Aprikosen haben jetzt Hochsaison. (Bild: Nana do Carmo)

Aprikosen haben jetzt Hochsaison. (Bild: Nana do Carmo)

Die hohen Temperaturen dieses Sommers bringen den Obstbauern Rekordernten. So auch dem Thurgauer Manuel Horvath aus Opfershofen bei Sulgen. Nur sind nicht alle seine Aprikosen schön genug für den Verkauf bei den Grossverteilern. Sie sind zu weich oder haben Regenflecken. Diese Aprikosen sogenannter «zweiten Klasse» wird Horvath nicht mehr los. Deshalb hat der Thurgauer am Donnerstag einen Aufruf in der Facebook-Gruppe «Rettet die Ernte vor dem Müll – CH» gestartet:

Die Interessenten melden sich zahlreich

Damit löst er eine Welle von Bestellungen aus. Knapp 5000mal wird sein Beitrag im sozialen Netzwerk geteilt, über 1000 Nutzerinnen und Nutzer haben ihn kommentiert. Es melden sich viele Interessenten, aus der Region, aus Zürich, aus Bern. So viele, dass die Familie mit den Bestellungen nicht mehr nachkommt. In kürzester Zeit sind 120 Bestellungen eingegangen und damit alle Aprikosen reserviert:

Am Samstag haben die Kundinnen und Kunden die Aprikosen abgeholt. Dass die Früchte «zweiter Klasse» sind, macht den Abnehmerinnen und Abnehmern nichts aus. Sie werde daraus Confi machen, sagt eine Frau in einem Beitrag von «Top Online». Das Aroma sei sehr gut. Manuel Horvath sagt, dass er mit einem solchen Ansturm nicht gerechnet hätte. «Es tut mir leid, dass ich viele Leute, die spontan vorbei gekommen sind, vertrösten musste.»

Gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Der Schweizer Obstverband rechnet mit einer landesweiten Ernte von 9'500 Tonnen Aprikosen. Das sind gut 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Thurgauer ist nicht der einzige Obstbauer, der Teile seiner Ernte deshalb vergünstigt auf Facebook anbietet. Ein Drittel aller Lebensmittel in der Schweiz wird ungenutzt weggeworfen, beim Gemüse ist der Anteil noch grösser. Das sind 300 Kilogramm Lebensmittelabfälle pro Kopf und Jahr respektive 2,3 Millionen Tonnen für die gesamte Schweizer Bevölkerung. Das will die Gruppe ändern. Ob Himbeeren, Äpfel oder Zucchetti – über das Netzwerk werden tonnenweise Lebensmittel vor dem Müll gerettet.

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