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Wie das Null-Stern-Hotel der Riklin-Brüder zur Tourismus-Marke wurde

45 Tage lang wurden von «Zero Real Estate» im Toggenburg an drei verschiedenen Standorten «immobilienbefreite» Übernachtungen angeboten. Diesen Sonntag findet die letzte statt.
Natascha Arsic
«Immobilienbefreites» Hotelzimmer: «Zero Real Estate» im Toggenburg. (Bild: PD)

«Immobilienbefreites» Hotelzimmer: «Zero Real Estate» im Toggenburg. (Bild: PD)

Vor zwei Jahren wurde das Null-Stern-Hotel von den Brüdern Frank und Patrik Riklin als Kunstprojekt ins Leben gerufen. Zuerst fanden die Übernachtungen im Safiental statt, letztes Jahr im Appenzellerland. Danach hatten sie rund 4500 Personen auf der Warteliste. Im Toggenburg herrschte nach der Hotel-Abstimmung im April Ratlosigkeit. Der Plan, ein Jufa-Hotel für 21 Millionen zu bauen, um den Tourismus anzukurbeln, wurde abgelehnt. Die Riklins zählten also eins und eins zusammen und kamen auf eine neue Idee.

Sie entwickelten ein Konzept nach dem Null-Stern-Hotel für eine Toggenburger Adaption. Die Brüder schufen mit dem «Zero Real Estate» eine kommerzielle Marke, die sie in Zukunft weiterentwickeln können. «Wir sind Künstler und keine Tourismusunternehmer», sagt Frank Riklin. Das Null-Stern-Hotel hätten sie zurückgezogen, um das Kunstwerk zu schützen. Und die Wartenden machten sie stattdessen auf das «Zero Real Estate» aufmerksam.

Gäste aus Südkorea und Saudi-Arabien

«50 bis 60 Prozent der Buchungen wurden aus dem Adressen-Pool der Riklins generiert», meint Roland Lichtensteiger, Leiter Marketing und Kommunikation von Toggenburg Tourismus. Auf dieser Liste seien mehrheitlich internationale Interessenten, jedoch hätten sich vor allem angeschriebene Schweizer Gäste angemeldet. Knapp drei Viertel der Besucher stammen aus der Schweiz, rund 13 Prozent aus Deutschland. Einige kamen auch extra aus England, Holland oder Schweden angereist. Sogar Gäste aus Südkorea und Saudi-Arabien übernachteten im «Zero Real Estate». Zwei Drittel der rund 230 Übernachtungsgäste waren zum ersten Mal im Toggenburg.

Lichtensteiger ist mit dem Ergebnis des Projektes sehr zufrieden: «Wir hatten eine Auslastung von knapp 90 Prozent.» Die Suiten «Burst» und «Schwendisee» waren komplett ausgebucht, «Stump» zu zwei Dritteln. Es lasse sich nur mutmassen, weshalb die dritte Suite nicht ganz ausgelastet war. Gäste würden vor allem aufgrund der Beschreibungen und Bilder buchen, meint Lichtensteiger. Bei der «Stump» Suite gibt es keine Aussicht wie bei den anderen zwei. «Daraus lässt sich schliessen, dass Leute, die an dieser radikalen Art von Übernachtung interessiert sind, diese auch spektakulär haben wollen», sagt er.
Das Wetter hat zwar in dieser Woche nicht mitgespielt, ansonsten kam der aussergewöhnlich trockene Sommer dem «Zero Real Estate» entgegen. «Von allen Übernachtungen haben effektiv 72 Prozent draussen stattgefunden», sagt Lichtensteiger. Bei Regen konnten die Gäste in nahegelegenen Alternativunterkünften schlafen, beispielsweise in einer Alphütte. Auch dies sei für die Besucher ein Erlebnis.

«Zero Real Estate» für die Ostschweiz?

Ob das «Zero Real Estate» auch nächstes Jahr wieder im Toggenburg angeboten wird, weiss Lichtensteiger noch nicht. «Wir müssen das Ganze zuerst einmal abschliessen und im Herbst mit den lokalen Beherbergern und den Riklins darüber diskutieren.» Die erste Durchführung habe ein für das Toggenburg selten erreichtes internationales Medienecho ausgelöst und Wertschöpfung zu den Leistungsträgern wie Bergbahnen, Klangwelt oder Gastronomie gebracht.

Die Brüder könnten sich vorstellen, «Zero Real Estate» in der ganzen Ostschweiz anzubieten – je Hauptregion ein «immobilienbefreites» Zimmer. «Zero Real Estate könnte eine Marke für die Ostschweiz werden, um auf die Region aufmerksam zu machen», meint Frank Riklin. Der Tourismus leide, da die Ostschweiz nicht wahrgenommen werde. «Nächstes Mal könnten so 1000 Personen bedient werden.» Es würden Gespräche stattfinden, definitiv sei noch nichts.

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