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Wie das Heidi ins Sarganserland kam

In den Büchern von Johanna Spyri lebt das Heidi im bündnerischen Maienfeld. Dort gibt es denn auch das «Heididorf, the Original». Doch nun soll in Flumserberg im Kanton St.Gallen eine Heidi-Erlebniswelt gebaut werden. Basis dafür ist ein 20 Jahre alter Lizenzvertrag der Tourismusdestination Sarganserland-Walensee.
Heile Heidi-Welt oberhalb von Bad Ragaz: Alpöhi Heini Kilchmann mit seiner alphornblasenden Schwiegertochter Anni Kilchmann auf der Heidialp. (Bild: Bildarchiv St.Galler Tagblatt)

Heile Heidi-Welt oberhalb von Bad Ragaz: Alpöhi Heini Kilchmann mit seiner alphornblasenden Schwiegertochter Anni Kilchmann auf der Heidialp. (Bild: Bildarchiv St.Galler Tagblatt)

Zuerst kamen die Heidi-Bücher von Johanna Spyri, dann die verschiedenen Verfilmungen und schliesslich folgte die weltweite Vermarktung der populären Kinderfigur auf allen Kanälen. Ein nächster Höhepunkt dabei ist das Projekt für eine «Heidi-Erlebniswelt» in Flumserberg, gelegen in der Region Sarganserland im Kanton St.Gallen. Das Vorhaben soll den Tourismus ankurbeln. Noch werden Investoren gesucht.

Bloss: Was macht das Heidi im Sarganserland? Die Ausgangslage ist klar: Literarisch gehört Heidi nach Maienfeld in Graubünden. Nimmt man die Drehorte für die Verfilmungen als Massstab, dann kämen auch noch das Engadin oder Bergün-Filisur in Frage. In Maienfeld gibt es das Heidi-Dorf, in St.Moritz oder in Bergün - Drehort der Version mit Heinrich Gretler als Alpöhi - sind Heidi-Hütten zu besichtigen.

Der Weg des Heidi ins Sarganserland führte zuerst über St.Moritz. Es war Hanspeter Danuser, damaliger Tourismusdirektor des Nobelkurorts, der 1979 den Markennamen «Heidiland» schützen liess. Doch St.Moritz brauchte Heidiland nur kurz als Werbevehikel - danach hiess der Slogan «Top of the World».

Zuerst eine Autobahnraststätte

Erster Abnehmer einer Lizenz für Heidiland war dann 1990 eine Autobahnraststätte an der A13 an der Kantonsgrenze zwischen Graubünden und St.Gallen. Immerhin nur wenige Kilometer von Maienfeld entfernt. Die Vergabe warf damals keine grossen Wellen.

Das wurde anders, als sich 1995 der damalige Kurdirektor von Bad Ragaz, Urs Kamber, die Lizenz für den Namen Heidiland für die spätere Tourismusregion Sarganserland-Walensee sicherte. Das Problem: «Heidiland» hörte an der St.Galler Kantonsgrenze auf. Maienfeld war nicht dabei - und zeigte sich pikiert: Das Heidi sei nie an den Walensee gelangt - auch nicht auf dem Weg nach Frankfurt, wurde etwa der damalige Maienfelder Stadtpräsident in den Medien zitiert.

«Willkommen im Heidiland»

Die St. Galler Tourismus-Destination setzte hingegen ganz auf das neue Label - bis es einigen Bewohner in der Region zu viel wurde. Sie wehrten sich in Leserbriefen dagegen, dass es auf Strassenschildern plötzlich «Willkommen im Heidiland» hiess und nicht mehr «Willkommen im Sarganserland». Im Nachrichtenmagazin «Facts» wurde daraufhin der Begriff «Heidilandisierung des Sarganserlandes» kreiert.

2005 fand dann am Walensee auf der Seebühne ein Heidi-Musical mit einem Budget von fünf Millionen Franken statt und fast gleichzeitig veranstaltete Maienfeld Heidi-Freilichtspiele, die mit viel weniger Mittel auskamen. Erneut wurde die Frage nach der Herkunft des Heidi hochgespielt.

Danach beruhigten sich die Gemüter und 2011 schloss sich Maienfeld mit weiteren Gemeinden der Bündner Herrschaft der Tourismusdestination Heidiland an. Seither wird die Region von Bad Ragaz aus gemeinsam vermarktet. (sda)

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