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Wie aus einem Fussballstadion in einer Woche eine Konzertarena wird

Wo sonst Fussballer um den Sieg kicken, gibt am Samstag Andreas Gabalier ein Konzert. Benni Burkart und sein Team von der FC St.Gallen Event AG rüsten den Kybunpark für die Schlagerparty. Knackpunkt: der Rasen.
Linda Müntener
Benni Burkart, Leiter des Spiel- und Stadionbetriebs der FC St. Gallen Event AG, im Kybunpark. Auf den Rasen werden Schwerlastplatten gelegt. (Bild: Ralph Ribi)

Benni Burkart, Leiter des Spiel- und Stadionbetriebs der FC St. Gallen Event AG, im Kybunpark. Auf den Rasen werden Schwerlastplatten gelegt. (Bild: Ralph Ribi)

Benni Burkart ist müde. Aber man merkt es ihm nicht an. Seine Freude überwiegt. Und gleichzeitig die Anspannung. Benni Burkart ist Leiter des Spiel- und Stadionbetriebs der FC St.Gallen Event AG. Er und das gesamte FCSG-Team haben anstrengende Wochen hinter sich. Saisonabschlussparty, Auffahrtslauf, zwei Länderspiele - und das alles innert eines Monats. "Das habe ich noch nie erlebt", sagt er. Eine Verschnaufpause hat der 38-Jährige keine. In weniger als einer Woche müssen er und sein Team den Kybunpark in eine Konzertarena verwandeln.

Es ist Dienstagnachmittag, Benni Burkart steht auf dem Fussballrasen. Dort, wo am Sonntag zwei Fussballteams um den Sieg spielten und am Samstag tausende Fans Andreas Gabalier zujubeln werden. In den Zuschauerrängen sammeln Arbeiter ein paar Plastikbecher ein, fegen die letzten Fätzli zusammen. "Man unterschätzt, wie viel Abfall bei solch einem Anlass übrig bleibt", sagt Burkart. Das Peru-Spiel war eine logistische Herausforderung. Dass alles reibungslos über die Bühne gegangen ist, sei nur möglich gewesen, weil alle an einem Strang gezogen hätten: Polizei, Behörden, Mitarbeiter, Nachbarn, Vereine, Helfer. Manche waren rund um die Uhr im Einsatz. "Wir hatten ursprünglich mit 600 Peruanern gerechnet", sagt Burkart. "Als schon am ersten Tag 5000 Tickets verkauft wurden, mussten wir umplanen."

Im Notfall muss der Rasen ausgetauscht werden

Planung - das ist der grösste Teil seiner Arbeit. Auch fürs Gabalier-Konzert. Sicherheitsabklärungen, Bewilligungen, Arbeitspläne, statische Berechnungen. 18'000 Gabalier-Fans erwartet er am Samstag. Bis zu 300 Kilogramm pro Quadratmeter drücken dann auf den Stadionboden. "Das muss eingerechnet werden." Die letzten statischen Inspektionen finden am Freitag statt.

Hinter dem Gästesektor wird der Backstage-Bereich angebaut. (Bild: Ralph Ribi)

Hinter dem Gästesektor wird der Backstage-Bereich angebaut. (Bild: Ralph Ribi)

Wie beim Länderspiel tritt die FC St.Gallen Event AG beim Gabalier-Konzert als Vermieterin auf. Sie ist für Catering, Bühnenbau, WC-Anlagen sowie die Sicherheit im und ums Stadion zuständig. Und: fürs Präparieren des Bodens. Die ersten Schwerlastplatten werden im Bühnenbereich schon am Dienstag verlegt. Die restlichen Platten bauen die Arbeiter erst in der Nacht von Freitag auf Samstag ein. "Der Rasen wird so maximal zwei Tage unter den Platten liegen", sagt Burkart. Der Hybridrasen ist zwar robuster als der herkömmliche, dennoch ist das Konzert ein Härtestest fürs Grün. Burkart rechnet damit, dass 80 bis 85 Prozent des Rasens den Grossanlass unversehrt überstehen. Der Rest wird neu angesät. Dafür sind zusätzlich zu den Greenkeeper des FCSG Rasen-Experten aus Deutschland angereist. "Etwa fünf Wochen nach dem Konzert sollte der Rasen wieder komplett intakt sein", sagt Burkart. Und wenn nicht? "Dann müssten wir ihn auswechseln." Das will man auf jeden Fall verhindern - aus Kostengründen.

Die Tore und anderes Fussballmaterial müssen draussen bleiben. (Bild: Ralph Ribi)

Die Tore und anderes Fussballmaterial müssen draussen bleiben. (Bild: Ralph Ribi)

Der Rasen ist nicht die einzige Baustelle im Stadion. Gitter und Netze vor den Zuschauerrängen werden entfernt, Fussballtore abtransportiert, WC-Anlagen aufgestellt, der Bühneneingang gebaut. Lastwagen um Lastwagen fährt neues Material für den Backstage-Bereich hinter dem Gästesektor an. Laut Burkart läuft alles nach Zeitplan. Einzig das Wetter könnte ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Sollte es in den kommenden Tagen stark regnen, würden sich die Aufbauarbeiten verzögern. Auf fünf Wetter-Apps schaut sich Burkart die Prognosen an. Und hofft, dass keine Wolken aufziehen. "Im Notfall muss die Veranstalterin den Mut haben, eine Veranstaltung abzusagen."

Mit Konzerten für St.Gallen werben

Die FC St.Gallen Event AG arbeitet eng mit der Konzertveranstalterin, der "Stargarage", zusammen. Die Organisation von Fussballevents ist Burkarts Tagesgeschäft, die Abläufe sind eingespielt. Bei Konzertveranstaltungen hingegen profitiere er viel von den Kollegen aus der Branche - und umgekehrt.

Noch bis Freitag laufen die Aufbauarbeiten für den Grossanlass. (Bild: Ralph Ribi)

Noch bis Freitag laufen die Aufbauarbeiten für den Grossanlass. (Bild: Ralph Ribi)

Anders als 2017 harzt der Gabalier-Vorverkauf in diesem Jahr. Tausende Tickets sind noch übrig. Burkart hofft, dass doch noch mehr Publikum kommt - der Stimmung wegen. Finanziell hält sich das Risiko für die FC St.Gallen Event AG in Grenzen, da sie lediglich Vermieterin ist. "Die Rechnung geht nur auf, wenn wir eine gute Veranstalterin im Boot haben."

Das Booking fürs kommende Jahr läuft schon, Details verrät Burkart noch keine. Die Konzerte im Kypunpark sieht er als Geschenk für die Bevölkerung. "Das wurde beim Stadionbau versprochen." Nicht zuletzt seien alle Events auch Werbung für die Region. Er könne sich kaum retten von Anfragen für Stadionbesichtigungen, sei es von Medien, Fussballclubs oder Veranstaltern. "Nach dem Peru-Spiel hat alles von St.Gallen gesprochen - was will man mehr?"

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