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Widerstand gegen Zukunftspläne des Flugplatzes Altenrhein: «Fluglärm nimmt massiv zu»

Der Flugplatz Altenrhein will seine Betriebszeiten ausdehnen – demnächst beginnen politische Verhandlungen zwischen St.Gallen und Vorarlberg. Der Schutzverband «Aktion gegen Fluglärm» kritisiert die Ausbaupläne und fordert, dass der Verkehr reduziert wird.
Adrian Vögele
Fensterblick beim Anflug auf Altenrhein: Anwohner ärgern sich über die Pläne des Flugplatzes. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Fensterblick beim Anflug auf Altenrhein: Anwohner ärgern sich über die Pläne des Flugplatzes. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Die Sommerferien sind gestartet – Charterflüge haben Hochsaison. Auch die People’s Air Group in Altenrhein mischt in diesem Geschäft mit und fliegt diesen Sommer mehr Ziele im Mittelmeerraum an als in früheren Jahren. Die Linienflüge hingegen beschränken sich auf die Strecke Altenrhein-Wien, hier sind weitere Destinationen momentan kein Thema. Insgesamt strebt People’s ein leichtes Wachstum an und will längere Betriebszeiten am Flugplatz Altenrhein. Ob es dazu kommt, wird auf der politischen Ebene entschieden: Im Herbst beginnen Gespräche zwischen dem Kanton St. Gallen und dem Bundesland Vorarlberg. Bereits sind die Rheintaler und Vorarlberger Wirtschaftsverbände in die Offensive gegangen und haben eine «mutige Weiterentwicklung» in Altenrhein gefordert. Auch der Bund arbeitet auf Änderungen in der bilateralen Regelung hin (siehe Kasten).

«Eine Änderung drängt sich überhaupt nicht auf»

In der Region rund um den Flugplatz werden die Pläne scharf kritisiert. Der Verband Aktion gegen Fluglärm (AgF) verlangt, dass die Schweiz und Österreich an den bisherigen Betriebszeiten in Altenrhein festhalten. Die AgF äussert sich auch zur Flugplatzstudie, welche die Wirtschaftsverbände vergangene Woche vorgestellt haben. Die Ausweitung der Betriebszeiten auf 6 Uhr morgens bis 23 Uhr nachts sowie die Streichung der Mittagspause von 12 bis 13.30 Uhr würden von diesen Kreisen immer wieder als notwendige Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg gefordert. «Dabei zeigen die präsentierten Zahlen doch eindrücklich, dass es sich mit den aktuellen Rahmenbedingungen erfolgreich wirtschaften lässt», schreibt die AgF. «Eine Änderung drängt sich überhaupt nicht auf.»

Normalerweise ist um 21 Uhr Schluss

Heute darf in Altenrhein unter der Woche von 6.30 bis 21 Uhr geflogen werden, am Samstag von 7.30 bis 20 Uhr und am Sonntag von 10 bis 20 Uhr, jeweils abgesehen von der eineinhalbstündigen Mittagspause. Ausserhalb dieser Zeiten sind Flüge mit Ausnahmebewilligung möglich, jedoch frühestens ab 6 Uhr und spätestens bis 22 Uhr.

Die Dauer der Nachtruhe sei heute akzeptabel, so die AgF. Doch mit der geplanten Ausweitung der Betriebszeiten werde sich diese auf einen Bruchteil verkürzen – zum Schaden der Bevölkerung. Für die Anwohnerinnen und Anwohner habe sich in den vergangenen Jahren die Lärm- und Abgasbelästigung «massiv erhöht», auch wegen zunehmender Helikopterflüge und Triebwerkstandläufe am Boden. Der Flugbetrieb in Altenrhein müsse reduziert werden, nicht zuletzt aus ökologischen Gründen.

Vergleich mit Flughafen Zürich «nicht zulässig»

Verärgert zeigt sich die AgF besonders darüber, dass für Altenrhein ähnliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise am Flughafen Zürich gefordert werden. «Offensichtlich scheinen die Wirtschaftsvertreter noch immer nicht akzeptiert zu haben, dass es sich in Altenrhein nur um ein ‹privates Flugfeld› nach eidgenössischem Luftfahrtgesetz handelt.» Ein Vergleich mit konzessionierten Flugplätzen und Flughäfen der Schweiz sei «nicht zulässig» und zeuge von einem «Realitätsverlust». Erst 2011 habe der Bundesrat eine Konzessionierung Altenrheins zum Regionalflugplatz abgelehnt.

Massgebend für den Flugbetrieb in Altenrhein – und damit auch für die Öffnungszeiten – ist nach wie vor der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Österreich von 1991. Die maximale Anzahl Flugbewegungen pro Jahr ist auf 36 500 festgelegt. Derzeit wird diese Limite nicht erreicht, es gibt knapp 30 000 Starts oder Landungen jährlich.

Staatsvertrag als Ganzes steht nicht zur Debatte

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) führt bereits seit Längerem Gespräche mit Österreich über neue Regeln für den Flugbetrieb in Altenrhein. Den Staatsvertrag als solches stellt das Bazl allerdings nicht in Frage. «Es geht um punktuelle Verbesserungen und nicht um eine völlig neue bilaterale Regelung», sagt Mediensprecher Urs Holderegger auf Anfrage. Aus Sicht des Bazl soll eine «massvolle Entwicklung» in Altenrhein möglich sein. Unter anderem wird über das Flugverbot an vier Feiertagen (Weihnachten, Neujahr, Oster- und Pfingstsonntag) gesprochen, das die Flugplatzbetreiber gern streichen wollen. Das Bazl teilt die Einschätzung der People’s Air Group, dass der Aufbau weiterer Linienverbindungen nebst Wien schwierig scheine und besser ein Schwerpunkt auf das Chartergeschäft gelegt werden sollte.

Auch auf parlamentarischer Ebene ist der Flugplatz ein Thema. Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter traf sich diese Woche mit dem Nationalratspräsidenten und der Bundesratspräsidentin Österreichs. Keller-Sutter sprach sich für eine verstärkte grenzüberschreitende Koordination aus – beispielsweise beim Flugplatz Altenrhein. (av)

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