«Wichtiges Signal für die Energiewende»

«Ein Puzzlestein auf dem Weg zur Energiewende», «ein wichtiges Signal für die Energiewende». Die Ostschweizer Energiedirektoren sind sich einig: Der St. Galler Geothermie-Entscheid ist national von Bedeutung.

Drucken
Teilen

«Ein Puzzlestein auf dem Weg zur Energiewende», «ein wichtiges Signal für die Energiewende». Die Ostschweizer Energiedirektoren sind sich einig: Der St. Galler Geothermie-Entscheid ist national von Bedeutung.

Optionen nutzen und erproben

Der Bund habe klar den Weg aufgezeigt: geordneter Ausstieg aus der Atomenergie. «Wir müssen deswegen weder in Hektik noch in Panik verfallen. Aber wir sollten sämtliche Möglichkeiten nutzen und erproben, um die notwendige Ersatzenergie bereitstellen zu können», sagt der St. Galler Regierungsrat Willi Haag. Geothermie ist für ihn eine dieser Optionen. Trotz des Risikos von Erdbeben? «Wir können nicht ausschliessen, dass es nochmals rüttelt. Das ist korrekt», sagt der St. Galler Bau- und Energiedirektor. Doch das Risiko sei «verantwortbar – und wer garantiert uns, dass es ohne Geothermie nicht auch beben würde?»

Haag ist überzeugt: Das St. Galler Projekt werde bei einem Erfolg zahlreiche weitere auslösen – «vielerorts sind Projekte vorbereitet». Und bei einem Misserfolg? Dann werde sich in den nächsten zehn oder fünfzehn Jahr so rasch niemand mehr ans Thema Geothermie heranwagen, so der Regierungsrat.

Vom Pioniergeist profitieren

Wie wurde der St. Galler Geothermie-Entscheid von der Ausserrhoder Regierung aufgenommen? Es freue ihn, dass der Stadtrat «vorsichtig» weitermache, sagt Jakob Brunnschweiler, Direktor Departement Bau und Umwelt. Hat er keine Angst vor einem weiteren Erdbeben – jenes vom 20. Juli war auch in Herisau und Umgebung deutlich zu spüren gewesen? «Es kann auch ohne Geothermie rütteln.» Auch Brunnschweiler ist überzeugt: «Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, dann müssen wir alle Alternativen prüfen – auch die Geothermie.» Und es müsse die Bereitschaft da sein, neue Technologien auszuprobieren. Er spricht denn auch von einem «St. Galler Pioniergeist».

Ein Geist, von dem Ausserrhoden profitieren kann: Es gibt Ideen für ein Projekt im Raum Herisau-Gossau – «ein Folgeprojekt zu jenem im Sittertobel». So das St. Galler Projekt dereinst erfolgreich zum Laufen kommt. Und falls nicht? «Dann dürfte es im Raum Ostschweiz schwierig sein, ein anderes Projekt aufzugleisen», sagte Brunnschweiler. Regula Weik