Wichtig für die Forschung, aber wenig Aussichten auf Stromertrag

Der ehemalige Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner ist Dozent für erneuerbare Energien an mehreren Schweizer Hochschulen, darunter der ETH. Als Präsident einer Energiegenossenschaft setzt er sich für die Förderung der dezentralen Stromproduktion ohne Atomenergie ein.

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Der ehemalige Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner ist Dozent für erneuerbare Energien an mehreren Schweizer Hochschulen, darunter der ETH. Als Präsident einer Energiegenossenschaft setzt er sich für die Förderung der dezentralen Stromproduktion ohne Atomenergie ein. Geothermie kann seiner Meinung nach eine wichtige Rolle als Wärmeträger und Wärmespeicher spielen. Dass sie aber vor 2050, wenn der Bundesrat aus der Atomenergie ausgestiegen sein will, einen substanziellen Beitrag an Strom liefern wird, daran glaubt er hingegen nicht.

Projekt hat Forschungscharakter

Wenn man solche Bohrungen wie in St. Gallen mache, hätten sie Forschungscharakter, sagt Rechsteiner. «Für eine Stadt oder eine Gemeinde sind die Kosten und die Technik zu anspruchsvoll. Und die Böden unterscheiden sich, jedes Projekt ist quasi ein Unikat.» Das sei bei Windturbinen oder Solarstromanlagen anders: «Sie werden in grossen Serien weltweit verbreitet und verbessert.»

«Bringt keine Kilowattstunden»

Rechsteiner räumt ein, dass das St. Galler Projekt durchaus einen wichtigen Beitrag zum Forschungsstand auf diesem Gebiet liefere. Unter diesem Aspekt sollte das Unterfangen seiner Meinung nach aber auch gesehen werden. «St. Gallen ist gut für die Forschung, auch unser Projekt in Basel-Stadt war gut für die Forscher. Aber es brachte keine Kilowattstunden. Da sollte man ehrlich sein.»

So sieht das auch der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen: «Es wäre gut, dass man das Projekt mehr als Forschung, denn als Umsetzung begreift. Die Technologie ist nämlich nicht ausgereift.» Marina Winder