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WETTKAMPF: Drohnen jagen durch Vaduz

Nach dem Rennen auf den Champs-Elysées in Paris, das 180000 Schaulustige anlockte, gastiert die «Drone Champions League» kommende Woche in Liechtenstein. Die Renndrohnen düsen trotz Flugverbots durch das Regierungsviertel in Vaduz.
Günther Meier
In Paris verfolgten 18 (Bild: Drone Champions League (Paris, 4.Juni 2017))

In Paris verfolgten 18 (Bild: Drone Champions League (Paris, 4.Juni 2017))

Günther Meier

nachrichten@ostschweiz-am-sonntag.ch

Zuerst vor faszinierender Bergkulisse in Tirol, dann auf den exklusiven Champs-Elysées in Paris – und nun im Vaduzer Regierungsviertel zwischen Landtags- und Regierungsgebäude: Die weltbesten Drohnenpiloten kämpfen um Tagessieg und Gesamtwertung der Rennserie «Drone Champions League». Dass Liechtenstein nach den Wettkämpfen in Tirol und der französischen Hauptstadt als nächster Austragungsort der neuen Trendsportart erkoren wurde, hat eine gewisse Logik. Der Firmensitz des Veranstalters befindet sich in Liechtenstein, wo die «Drone Champions AG» im vergangenen Jahr als Start-up gegründet wurde.

Herbert Weirather, Sohn der erfolgreichen früheren Skifahrer Hanni Wenzel und Harti Weirather, gehört mit einem deutschen Partner zu den Gründern des Unternehmens, das sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit Rennen mit Flugrobotern durchzuführen. Die ersten zwei Veranstaltungen im vergangenen Jahr fanden an eher ungewöhnlichen Orten statt, zuerst um eine mittelalterliche Burg, wo sonst Fledermäuse ihre Runden drehen, und dann in einer Höhle in Rumänien. Dieses Jahr suchten die Veranstalter mit Paris und Vaduz schon zwei europäische Hauptstädte aus, um sich einem rasant wachsenden Publikum von begeisterten Drohnenbesitzern und Fans der surrenden, ferngesteuerten Fluggeräte zu präsentieren. Bewusst wird laut Weirather nach spektakulären Austragungsorten gesucht. «Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren bis zu 20 Rennen anbieten zu können», sagte er dem «Liechtensteiner Volksblatt». Für dieses Jahr sind nach Vaduz noch fünf weitere Veranstaltungen geplant, darunter in Brüssel und Berlin. Auch der asiatische Raum steht auf dem Radar des Drohnen-Start-ups, die Vorbereitungen für ein Rennen im November laufen.

Liechtenstein als «Monaco des Drohnen-Rennsports»

Angesichts der auch für französische Verhältnisse hohen Zuschauerzahl dürfte es für die Veranstalter nicht sehr schwierig sein, spektakuläre Austragungsorte zu finden. Vaduz scheint Weirather besonders am Herzen zu liegen, der als eines seiner Ziele definierte, Liechtenstein zum Monaco des Drohnen-Rennsports zu etablieren. Für die Austragungsorte und Sponsoren nicht unwichtig dürfte auch die Zusicherung sein, mit den Rennen eine TV-Präsenz in über 100 Ländern zu haben. Ausserdem können die Rennen im Internet mitverfolgt werden. Weil nicht einmal im Vaduzer Regierungsviertel die gesamte Wettkampfstrecke von den Zuschauern übersehbar ist, werden die Rennen in Echtzeit über Videowalls übertragen.

Auch für die Drohnenkapitäne, die ihre Fluggeräte per Fernsteuerung über die Piste jagen, verschwinden die pfeilschnellen Renndrohnen beim Hindernisparcours immer wieder aus dem Blickfeld. Die Piloten stülpen sich deshalb eine Virtual-Reality-Brille über, womit sie die Rennstrecke so sehen, als ob sie selbst im Cockpit der Drohne sitzen würden. Geschicklichkeit am Joystick ist gefragt, denn die etwa 700 Gramm schweren Renngeräte werden von vier Motoren angetrieben und beschleunigen von 0 auf 100 Stundenkilometer in weniger als zwei Sekunden. Mit Spitzengeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern rasen die Renndrohnen über den Parcours, gesteuert mit millimetergenauen Joystick-Bewegungen durch die verschiedenen Tore hindurch. Der Parcours im Vaduzer Regierungsviertel lässt die kleinen Maschinen zwischen Regierungs- und Landtagsgebäude, dem Peter-Kaiser-Platz und dem Landesmuseum hin und her flitzen, wobei fünf Hindernisse eingebaut sind, die korrekt passiert werden müssen.

Die Veranstalter garantieren den Zuschauern, die durch ein dünnes Netz geschützt werden, «volle Action» während rund zweieinhalb Stunden. Acht Teams mit je vier Piloten versuchen, die Renndrohnen möglichst schnell und fehlerfrei durch den anforderungsreichen Parcours zu bringen. Im Unter- schied zum Rennformat der Anfangsphase sind nur noch zwei Teamfarben auf der Rennstrecke vertreten. «Strategie und Taktik gehören zu den neuen Herausforderungen der Teams», versprechen die Veranstalter.

Auch Zuschauer dürfen zum Joystick greifen

Das Rennprogramm beginnt am Freitag, 1. September, um 18 Uhr, mit einem ersten Training, damit sich die Piloten mit dem Parcours vertraut machen können. Am Samstag finden tagsüber die Qualifikationen für das Rennen statt, das um 19 Uhr startet. Das gleiche Programm ist für den Sonntag vorgesehen, zuerst die Qualifikationen, um 18 Uhr das zweite Rennen. Zwischen Qualifikationen und Rennläufen können sich die Zuschauer über die «Drone Champions League» informieren. Angedacht ist laut Weirather auch, die Zuschauer in den Pausen zum Joystick greifen zu lassen, damit sie sich als Grand-Prix-Piloten versuchen können.

Eine einmalige Gelegenheit, denn die Regierung hat Mitte Juli das Regierungsviertel – inklusive den Raum um Schloss Vaduz – zur permanenten Flugverbotszone für Drohnen und ähnliche Flugobjekte erklärt. Anlass dazu bildeten die zunehmenden Flugbewegungen über diesem Gebiet durch Drohnen, die teilweise mit Kameras ausgerüstet waren. Hauptgrund aber waren laut Begründung der Regierung die mit dem Drohnenverkehr «einhergehenden Gefährdungen».

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