WETTERKAPRIOLEN: «Den Schal abgelegt»

13 Grad in Appenzell, bis zu 17 im Rheintal: Nach dem bitterkalten Januar ist es gestern dank des Föhns fast schon frühlingshaft warm geworden.

Daniel Walt
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Der Föhn hat seine Wirkung nicht verfehlt: Am Donnerstag sind die Temperaturen in weiten Teilen der Ostschweiz spürbar angestiegen. Die Freude ist allerdings von kurzer Dauer – nächste Woche kommt der Schnee zurück.

Jack Streatfeild, ist auch ein Wetterfrosch froh, dass es nicht mehr so bitterkalt ist wie noch im Januar?

Für uns Meteorologen ist die Kälte nicht schlecht. Wir kleben jeweils vor unseren Monitoren, um zu sehen, was an den Wetterstationen so passiert. Zudem ist das Interesse der Menschen am Wettergeschehen bei extremen Temperaturen grösser als sonst. Aber ich habe australische Wurzeln – von daher ist es mir durchaus recht, dass es wieder etwas wärmer geworden ist.

Die Frühlingskleider haben Sie aber noch nicht bereitgelegt, oder?

Das nicht. Aber meinen Schal habe ich gestern abgelegt, als es in Appenzell bis zu 13 Grad und im Rheintal sogar bis zu 17 Grad warm geworden ist dank des Föhns.

Auf das Wochenende hin sieht es auch nach Plusgraden aus – allerdings mit viel Regen. Nächste Woche wird es dann wieder kälter.

Ja. In der Nacht auf Montag dürfte es in der Ostschweiz wieder Schnee geben, in tiefen Lagen möglicherweise in Form von Schneeregen. Zudem sinken die Temperaturen – am Freitag und Samstag in einer Woche erwarten wir Tiefstwerte zwischen -5 und -10 Grad. Übernächste Woche dann steigt das Thermometer wieder in den Plusbereich.

Rechnen Sie nach dem kältesten Januar seit 30 Jahren mit einem rekordkalten Februar?

Nein. Die Temperaturen werden sich irgendwo im mittleren Bereich einpendeln – im Schnitt irgendwo zwischen 0 und 10 Grad.

Dürfen kleinere Dorfskilifte in der Ostschweiz nochmals den Traum von weissen Pisten träumen?

Es gibt Anfang nächster Woche wieder etwas Schnee, ja – in tiefen Lagen allerdings nicht sehr viel. In St. Gallen erwarten wir fünf bis zehn Zentimeter, in höheren Lagen zwischen 20 und 40 Zentimeter.

Daniel Walt

daniel.walt@tagblatt.ch