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Mit der Kälte ist's vorerst vorbei: Ab Dienstag bewegen sich die Temperaturen wieder über dem Nullpunkt

Die ganze letzte Woche war es kalt, sehr kalt. Die Temperaturen lagen konstant unter null Grad Celsius. Meteorologin Gabriela Granat erklärt, woher diese Kälte kommt und wie das Wetter in den kommenden Tagen aussieht.

Alain Rutishauser
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Gefrorene Seeuferstellen in Horn: In der Ostschweiz warten derzeit schöne, aber kalte Wintertage auf uns.

Gefrorene Seeuferstellen in Horn: In der Ostschweiz warten derzeit schöne, aber kalte Wintertage auf uns.

Ralph Ribi

Es ist kalt. «Sauchalt», wie man im Volksmund sagen würde. Das Thermometer zeigte unter der Woche und am Wochenende konstant Temperaturen unter dem Gefrierpunkt an. Eine solche Eiseskälte gab es in der Ostschweiz gefühlt schon ewig nicht mehr. Laut dem Klimareport von Meteo Schweiz war es zuletzt vor zwei Jahren ähnlich kalt. Und der Januar 2019 sei der kälteste Januarmonat seit über 30 Jahren gewesen. Auf der Toggenburger Alp Hintergräppelen wurden minus 33.1 Grad gemessen.

Die Frage stellt sich, ob die derzeitige Kälteperiode ungewöhnlich ist in diesen Breitengraden. «Grundsätzlich sind diese Temperaturen nichts Ungewöhnliches. Aber im Vorjahr war es nicht so kalt wie jetzt, deshalb sind wir es uns nicht mehr so gewöhnt», sagt Meteorologin Gabriela Granat von Meteo Schweiz. Kein Wunder, denn laut Klimabulletin von Meteo Schweiz war der Januar des vergangenen Jahres in vielen Gebieten der sonnigste und wärmste seit Messbeginn 1864 gewesen.

Wie entstehen solch kalte Temperaturen?

So mild der Januar im Vorjahr war, so kalt ist der diesjährige. Nachdem sich die Temperaturen auch am Wochenende wacker unter dem Gefrierpunkt hielten, fallen sie am Montag sogar auf bis zu 10 Grad unter null. Dann ist aber vorerst Schluss mit den sogenannten Eistagen, also Tagen, an denen es konstant unter null Grad kalt ist. «Diese tiefen Temperaturen halten sich bis und mit Montag, danach wird es milder», sagt Granat. Die Nebeldecke würde sich dann auflockern, wodurch es schnell einige Grad wärmer würde. Für den Dienstag beträgt die Höchsttemperatur immerhin 1 Grad, am Mittwoch wird es noch etwas wärmer.

Durch die kalten Temperaturen kann man derzeit viele spannende Naturphänomene beobachten. Hier ein gefrorener Stacheldraht in einem Wald beim Chlosterspitz in Appenzell Innerrhoden.

Durch die kalten Temperaturen kann man derzeit viele spannende Naturphänomene beobachten. Hier ein gefrorener Stacheldraht in einem Wald beim Chlosterspitz in Appenzell Innerrhoden.

Leserbild: Othmar Hauser (Chlosterspitz, 6. Januar 2021)

Für die momentane Kälte ist die sogenannte Polarluft verantwortlich. Diese stammt aus den Polarregionen, also den Gebieten um den Arktischen Ozean wie Grönland, Teilen Kanadas und Sibirien. «Diese Polarfronten bewegen sich um den ganzen Globus. Derzeit sind sie sehr weit südlich in Europa unterwegs», sagt Granat.

Der Schnee bleibt trotz milderer Temperaturen liegen

Zurzeit sei ausserdem eine Nordwestströmung auf dem Weg in die Ostschweiz. «Trotz der milderen Temperaturen fällt ab Dienstag wieder Neuschnee», so Granat. Die Schneefallgrenze liege derweil auf 1000 bis 1200 Meter. «Bei starkem Schneefall kann sie auch etwas tiefer sein.» Jedenfalls dürften wir uns ab Dienstag weiterhin über eine weisse Winterkulisse freuen.