WETTER: Schluss mit den Sommertagen

Der September verwöhnte die Schweiz nochmals mit heissen Temperaturen von bis zu 30 Grad. Sommerliche Werte seien in St.Gallen auch gegen Ende September durchaus möglich, wie die zehn höchsten St.Galler Temperaturwerte der zweiten Septemberhälfte zeigen, sagt Stephan Bader vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie/MeteoSchweiz. Doch zur Zeit sieht es nicht mehr nach Sommertagen aus.

Christa Kamm-Sager
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Die Tage werden kürzer, die Temperaturen frisch. Doch sommerliche Werte sind im September durchaus noch möglich. (Bild: Archiv)

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen frisch. Doch sommerliche Werte sind im September durchaus noch möglich. (Bild: Archiv)

Wars das mit den heissen Tagen oder dürfen wir noch hoffen auf T-Shirt-Wetter?
Stefan Bader:
Der meteorologische Sommer endete bereits mit dem August. Wir befinden uns also eigentlich bereits im Herbst. Gemäss den aktuellen Berechnungen wird sich die Tagesmaximum-Temperatur in St.Gallen bis am nächsten Donnerstag zwischen 15 und 18 Grad bewegen. Danach dürften die Tageshöchstwerte etwas ansteigen und vom 27. bis am 29. September im besten Fall zwischen 21 und 24 Grad erreichen. Sommertage wären das keine mehr, da für einen Sommertag die Temperatur auf 25 Grad oder mehr steigen muss - aber für T-Shirt-Tage reicht das sehr wohl.

Waren die heissen Temperaturen der letzten Tage ungewöhnlich für den September?
Bader:
Es ist sogar noch deutlich mehr möglich. Im September wurden in der Schweiz schon Tageshöchstwerte von 32 bis 35 Grad gemessen. Und dies nicht erst in den letzten Jahren, sondern auch schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im diesjährigen September gab es in der Schweiz Höchstwerte zwischen 30 und knapp 32 Grad. Im September sind Tageshöchstwerte von 30 Grad oder mehr in der Schweiz gar nicht so selten. In Basel zum Beispiel tritt dies im langjährigen Durchschnitt etwa alle 6 bis 7 Jahre auf.

Eine junge Frau geniesst den Sommer auf einem Schlauchboot auf dem Zürichsee. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))
39 Bilder
Sprung ins kühle Nass, aufgenommen beim Mannenweiher in St.Gallen. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))
Klippenspringen nahe der böhmischen Stadt Hrimezdice in Tschechien. (Bild: FILIP SINGER (EPA))
Ein Mädchen vergnügt sich bei einem Wasserspiel in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. (Bild: ROMAN PILIPEY (EPA))
Siesta im Sonnenschein, aufgenommen in einem Park in Genf. (Bild: SALVATORE DI NOLFI (KEYSTONE))
Schöne Familienmomente am Strand von Scheveningen in den Niederlanden. (Bild: BART MAAT (EPA ANP))
Abkühlung in einem Wasserfall, fotografiert in Indien. (Bild: FAROOQ KHAN (EPA))
Hochbetrieb auf der Seebad-Rutschbahn in Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)
Zwei junge Frauen im Strandbad von Küsnacht. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))
Wolkenloser Himmel am Genfer Seeufer. (Bild: MARTIAL TREZZINI (KEYSTONE))
Sonnenaufgang am Hohen Kasten, von der Alp Sigel aus beobachtet. (Bild: Urs Bucher)
Auch das war der Sommer 2016: Snowboarden auf dem Gotthardpass, aufgenommen im Juni. (Bild: ALEXANDRA WEY (KEYSTONE))
Herrliches Wetter, perfekt zum Relaxen, gab es auch in diesem Erholungsgebiet bei Sion. (Bild: MANUEL LOPEZ (KEYSTONE))
Sonnenbaden am Lago Maggiore. (Bild: Urs Bucher)
Am 24. Juni kletterte das Thermometer in weiten Teilen der Schweiz bis gegen 40 Grad. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))
Beliebter Sommerplausch für Kinder: Abkühlen bei Wasserfontänen, hier in Genf. (Bild: MARTIAL TREZZINI (KEYSTONE))
Zu einem tollen Sommer gehört auch das Grillieren. (Bild: Andrea Stalder)
Sommer, Sonne, gute Laune auch bei diesem Paar am Zürichsee. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))
Wunderbarer Sonnenuntergang bei Leysin oberhalb des Genfersees. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))
Touristen kühlen sich im Arno bei Florenz ab. (Bild: MAURIZIO DEGL' INNOCENTI (EPA ANSA))
Zwei Mädchen suchen in Kalifornien Abkühlung. (Bild: PAUL BUCK (EPA))
Zwei Touristinnen beim Sonnenbaden in einem Park in Spaniens Hauptstadt Madrid. (Bild: MARISCAL (EPA EFE))
Sonnenuntergang am Genfersee. (Bild: SALVATORE DI NOLFI (KEYSTONE))
Auch die Elefanten im Zoo von Rotterdam waren froh um jede Abkühlung. (Bild: SANDER KONING (EPA))
Auch in Paris - hier beim Louvre - ächzte man unter der Hitze. Und war froh um jede Abkühlung. (Bild: THOMAS PADILLA (AP))
Auch das war der Sommer: Eine Biene im Landeanflug auf eine Sonnenblume. (Bild: MICHAEL PROBST (AP))
Menschen im spanischen Pamplona suchen Abkühlung. (Bild: ALVARO BARRIENTOS (AP))
Abendstimmung am Walensee. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
Auch der Papst litt unter der Sommerhitze. (Bild: FABIO FRUSTACI (EPA ANSA))
Gleissende Abendhitze in Madrid - ein Jugendlicher trinkt etwas Kühles. (Bild: PAUL WHITE (AP))
Menschen kühlen sich in Amsterdam die Füsse. (Bild: PIROSCHKA VAN DE WOUW (EPA ANP))
Hallo, da kommen wir! Kinder im Seebad Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)
Der Kultort für Sonnenhungrige in St.Gallen: Drei Weieren. (Bild: Benjamin Manser)
Auch ihr war es pudelwohl: eine Kegelrobbe am Strand von Helgoland. (Bild: Fotolia)
So jung und schon so wagemutig: Turmspringer im Seebad Romanshorn. (Bild: Reto Martin)
Blick in die Amriswiler Badi. (Bild: Andrea Stalder)
Insbesondere die Kleinsten sind unbändig von Wasser fasziniert - Schnappschuss in der Badi Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)
Mutiger Sprung in den Walensee bei Murg. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
Das war's: Die Badesaison ist vorbei - auch im St.Galler Schwimmbad Lerchenfeld. (Bild: Ralph Ribi)

Eine junge Frau geniesst den Sommer auf einem Schlauchboot auf dem Zürichsee. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Wie warm kann es denn jetzt durchschnittlich nochmals werden?
Bader:
Wie bereits erwähnt, sind gemäss den aktuellen Berechnungen in St.Gallen in diesem September keine Sommertage mit 25 Grad oder mehr zu erwarten. Sommerliche Werte sind in St.Gallen aber auch gegen Ende September durchaus möglich, wie die zehn höchsten St.Galler Temperaturwerte der zweiten Septemberhälfte zeigen. So gab es am 30. September 1975 in St.Gallen 27,3 Grad. Bearbeitete Daten zu Tageshöchstwerten sind für St.Gallen bis 1959 zurück verfügbar. Hier einige Spitzenwerte für St.Gallen:
17.09.1975 31,4 Grad
17.09.1987 29,5 Grad
18.09.1987 29,0 Grad
30.09.1975 27,3 Grad
16.09.1975 27,1 Grad
20.09.1987 26,4 Grad
22.09.1993 26,0 Grad
23.09.1994 25,9 Grad
26.09.1982 25,8 Grad
21.09.1987 25,2 Grad

Ist die Bilanz des eher durchzogenen Sommerwetters durch diese prächtigen Septembertage noch etwas aufgebessert?
Bader:
Die Sommerbilanz ist bereits gemacht, da ja die drei Sommermonate Juni, Juli und August hinter uns liegen. Die Sommertemperatur 2016 lag im Mittel über die ganze Schweiz 0,7 Grad über der Norm der Jahre 1981 bis 2010. Die landesweite Niederschlagsmenge stieg leicht über die Norm. Unterdurchschnittliche sommerliche Regenmengen erhielten vor allem das Wallis und Teile der Alpensüdseite. Die Sonnenscheindauer bewegte sich in den meisten Gebieten im Bereich der Norm. Der September wird als erster Herbstmonat nicht in die Sommerbilanz einbezogen und uns aber vom Gefühl her natürlich doch etwas versöhnen mit dem Sommer 2016.

Hoffen auf den Altweibersommer kann man immer. Welche Tage bezeichnet man genau als Altweibersommer?
Bader:
Der Altweibersommer ist ein Oktober-Phänomen. In der analysierten Periode von 1901 bis 2007 zeigten die Tage vom 12. bis zum 17. Oktober am häufigsten schönes Wetter. Am besten geniesst man den Altweibersommer in den Bergen, da im Flachland im Oktober trotz eigentlich sonnigem Wetter Nebel liegen kann.