WETTBEWERB: Jugendliche gegen Sexting

An den diesjährigen Freelance-Awards hat eine Jury aus elf Präventionsplakaten zwei Gewinner gekürt. Die Plakate werden nun in der ganzen Region zu sehen sein.

Lisa Wickart
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Sexting-Prävention: Die Jugendlichen setzten mit «Chasch au grad nackt id Schuel» ein klares Zeichen. (Bild: Ralph Ribi)

Sexting-Prävention: Die Jugendlichen setzten mit «Chasch au grad nackt id Schuel» ein klares Zeichen. (Bild: Ralph Ribi)

Lisa Wickart

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@tagblatt.ch

Michelle Dietsche und Joel Sanguanini haben es geschafft: Die beiden Grafiker in Ausbildung haben sich den ersten Platz des Freelance-Plakatwettbewerbs 2017 erkämpft. Zusammen mit Oberstufenschülern aus Müllheim und Amriswil haben die Lehrlinge ein Präventionsplakat designt und mit dem Ergebnis die Jury überzeugt.

Alle drei Jahre prämiert das überkantonale Präventionsprogramm Freelance von Jugendlichen erstellte Plakate. In der Vorausscheidung hat eine Jury aus Jugendlichen, Fachleuten aus dem Bereich Prävention und Gestaltungsexperten aus 136 Einsendungen 11 ausgewählt. Alle Ideen der Oberstufenschüler wurden mit Hilfe von Grafikerlehrlingen auf ein Plakat gebracht und an den Freelance-Awards 2017 prämiert. Stefan Christen vom Amt für Gesundheitsvorsorge St. Gallen setzt im Thema Prävention auf jugendliche Mithilfe: «Teenager nehmen lieber die Meinung von Gleichaltrigen an, als wohlwollende Tipps von Erwachsenen.»

«Die Botschaft versteht jeder»

Das Thema des Plakatwettbewerbs lautet dieses Jahr «Digitale Medien». Michelle Dietsche hat sich mit ihrem Plakat dem Thema Sexting, dem Zuschicken von sexuellen Inhalten wie Nacktbildern, gewidmet. «In der Übertreibung liegt die Wirkung», lobt die Jury das Siegerplakat. Der Betrachter fühle sich sofort in die junge Frau hineinversetzt. Das zweite Siegerplakat von Joel Sanguanini zeigt die Gefahr der Online-Glücksspiele auf. Die Jury ist von der Metapher beigeistert: «Die Botschaft versteht jeder.» Auf anderen Plakaten wurden unter anderem Social Media, Game-Sucht und das Smartphone thematisiert.

Die beiden Gewinner sowie der Dritt- und Viertplatzierte erhalten ein Preisgeld von 500 Franken. Verlierer gibt es an den Freelance-Awards keine: Die restlichen sieben Teams werden mit je 300 Franken belohnt. Zudem werden alle elf Entwürfe in den nächsten drei Jahren in den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Appenzell Ausser- und Innerrhoden, Nidwalden, Zug und dem Fürstentum Liechtenstein auf Flyern, Kartensets, Kinoleinwänden, in Bussen und auf Plakaten zu sehen sein.