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WETTBEWERB: Architekturbüro fühlt sich übergangen

Der Wettbewerb zum Schlossumbau in Rapperswil-Jona geht in eine neue Runde. Statt elf Architekturbüros nehmen nun zwölf teil: Ein Büro hatte sich mit juristischen Mitteln gewehrt.

Wie erfahren ist ein Architekturbüro mit historischen Bauten? Diese heikle Frage mussten die Ortsgemeinde und die Stadt Rapperswil-Jona im Rahmen des Wettbewerbs für den Umbau des Schlosses Rapperswil beurteilen. Ein Architekturbüro war mit der negativen Antwort auf diese Frage nicht zufrieden und gelangte deshalb an das St. Galler Verwaltungsgericht.

70 Architekturbüros haben sich im Rahmen des Projektwettbewerbes für den Schlossumbau beworben. Nebst Referenzen zu Bauleitungen und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mussten die Teams auch drei Referenzprojekte einreichen, die 75 Prozent der Beurteilung ausmachten. «Wir haben uns von den Bewerbern Referenzen im vergleichbaren Kontext mit einer historischen Baute gewünscht», sagt Christoph Sigrist, Geschäftsführer der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona. Den Wettbewerb auf Büros zu beschränken, die nur Schlösser und Burgen umgebaut hätten, sei dabei nicht in Frage gekommen. Sonst wäre das Teilnehmerfeld von möglichen Büros zu weit eingeschränkt worden.

Nach der Nomination von elf Teams, die ein konkretes Projekt für den Schlossumbau vorschlagen dürfen, wehrte sich das Büro Pfister Schiess Tropeano & Architekten aus Zürich mit einer Beschwerde. Architektin Rita Schiess sagt: «Wir beschreiten nur sehr ungern den Rechtsweg.» In diesem Fall habe man aber an der korrekten Beurteilung der Referenzprojekte gezweifelt. Der Grund: Das Büro hat ein Projekt eingereicht, bei dem ein nationales Schutzobjekt umgestaltet wurde. Um welches Gebäude es sich dabei handelt, will Schiess nicht preisgeben. Allerdings zeigt ein Blick auf die online verfügbare gesamte Projektliste, dass das Büro renommierte Umbauten geplant hat. Unter anderem jenen des Zürcher Stadthauses, des Jugendstilhotels Paxmontana Flüeli-Ranft oder aber auch des Hallenstadions Zürich. Allesamt historische und geschützte Bauten aus verschiedenen Epochen.

Nicht auf Rechtsstreit ankommen lassen

Sigrist sagt, es handle sich bei der Beurteilung der Referenzobjekte um einen Ermessensentscheid. Man habe deshalb nach der Beschwerde sofort das Preisgericht nochmals gebeten, das Dossier zu prüfen. Nun dürfen auch die Architekten Pfister Schiess Tropeano am konkreten Wettbewerb zum Schlossumbau teilnehmen. Damit sind nun zwölf Teams im Rennen. Die beiden Behörden haben es bei der Beschwerde nicht auf einen langen Rechtsstreit ankommen lassen. Noch bevor das Verwaltungsgericht einen Entscheid über die aufschiebende Wirkung gefällt hat, gaben Stadt und Ortsgemeinde klein bei. Andernfalls wäre eine monatelange Verzögerung durch den Rechtsstreit die Folge gewesen. Sigrist betont: «Wir sind davon überzeugt, dass das beschwerdeführende Architekturbüro seinen Platz im Wettbewerb verdient hat.» Ansonsten hätte man ein Rechtsverfahren in Kauf genommen. Die Jurierung der Schlosskonzepte ist für den August geplant.

Conradin Knabenhans

ostschweiz@tagblatt.ch

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