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Zum letzten Mal in «heiliger» Halle

Die Männerriege des Turnvereins Buchs verlässt ihren angestammten Platz in der Turnhalle Buchserbach. Nach den Sommerferien geht es in der neuen Doppelturnhalle Räfis-Burgerau weiter.
Hansruedi Rohrer
Die Turnhalle Grof im November 1971. (Bild: Bilder: Archiv Hansruedi Rohrer)
Schlussbild der Turnerunterhaltung vom 13. November 1985 in der Turnhalle Grof.
Die Männerriege traf sich am 3. Juli letztmals bei der Turnhalle Buchserbach (früher Grof). (Bild: PD)
Flugblatt für die Aufführung von «Heidi» 1938 in der Turnhalle.
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Zum letzten Mal in «heiliger» Halle

Für die Mitglieder der Männerriege Buchs war der 3. Juli des laufenden Jahres sozusagen ein historischer Tag. Da trafen sie sich nämlich zur letzten Gymnastikstunde in der Turnhalle Buchserbach, früher Turnhalle Grof genannt. Seit dem Jahr 1921, also seit Bestehen dieser Turnhalle, haben sich die Männerriegler hier getroffen, und hier haben sie seither immer geturnt. Früher nannte sich die Gruppe noch Altersriege. Gegründet wurde sie 1886. In den Statuten von 1935 steht geschrieben: «Die Altersriege ist ein Glied des Turnvereins. Für sich selber ist sie ein abgeschlossenes Ganzes und bleibt es ihr überlassen, sich weiter zu konstituieren.»

Bis 1921 besass das Gebäude aber eine andere Funktion: es war die Filiale der Glockengiesserei Grassmayr in Feldkirch. Wer hätte das damals gedacht, dass sie nach einem Umbau noch zur Turnhalle für unzählige Schulkinder und den Turnverein wird. Es war ein Wendepunkt in der Geschichte des Turnvereins Buchs. Unter dem Vorsitz von Altersriege-Mitglied Kaspar Hösli und in Anwesenheit des Schulratspräsidenten Mathias Müntener wurden an einer denkwürdigen, von 43 Mitgliedern besuchten Versammlung die Kompetenzen über die Verfügung des Turnhallen-Baufonds festgelegt. Dieser Fonds wurde im Jahre 1892 anlässlich des Kantonalturnfestes in Buchs gegründet und war inzwischen auf 21899 Franken angewachsen. Der Schulrat sah sich der grundsätzlichen Entscheidung gegenübergestellt, ob die Glockengiesserei als Turnhalle umgebaut oder ob beim Grofschulhaus ein Neubau erstellt werden sollte. Die Umbaukosten war mit 85000 Franken veranschlagt, während eine neue Turnhalle rund 135 000 Franken gekostet hätte. Schliesslich wurde auf Empfehlung des Schulrates der Ankauf der Glockengiesserei zum Preis von 43000 Franken getätigt.

Heutige Mitglieder der Mänerriege turnten schon als Kinder in der Halle

Ab dem Jahr 1921 wurde die Giesserei dann zur Turnhalle umfunktioniert. Am 16. Oktober konnte sie dem Betrieb übergeben werden. Im gleichen Jahr wurde ein Beschluss gefasst: «Der Fussball-Club tritt ein und bildet eine Untersektion des Turnvereins. Während der Sommerzeit wird den Mitgliedern des FC Buchs eine Turnstunde reserviert.» Diese Vereinbarung jedoch trat nie in Kraft, es blieb alles beim alten.

An der vom aktuellen Vorstand beschlossenen Neuheit besteht für die ältere und jüngere Abteilung der Männerriege nach den Sommerferien die Gelegenheit, zur gleichen Zeit in den zwei Hallen der Schulanlage Räfis-Burgerau zu turnen. Bemerkenswert ist, dass die jetzigen Männerriege-Mitglieder schon als Schüler, dann in der Jugendriege sowie im Turnverein sich in der Turnhalle Grof (heute Buchserbach) betätigen konnten. Und dann gibt es noch jene zwei in der Männerriege tätigen, pensionierten Lehrer, die zuerst als Schüler, dann Jugendriegler, Turnverein- und Männerriege-Mitglieder und schliesslich als Lehrer mit ihren Schülern in der besagten Halle das Turnen betrieben.

Die Grof-Turnhalle besass früher noch keine Dusche, aber einen Schwingkeller (heutiger Duschraum), und die Halle diente immer wieder auch anderen Zwecken. Zum Beispiel für die alle zwei Jahre durchgeführte Turnerunterhaltung. Da musste jeweils die im Estrich gelagerte Bühneneinrichtung extra aufgestellt und danach wieder mühsam in die oberen Räume getragen werden. Einen Viertel der Turnhalle beschlagnahmte die Bühne, während drei Viertel als Zuschauerraum eingerichtet war. Dort wurde konsumiert und auch geraucht. Oder es gastierte ab und zu die Heidi-Bühne für die Schulkinder und mit Erwachsenenvorstellungen, der «Tierli-Walter» kam zu Besuch, das Militär hatte manchmal ein Kantonnement eingerichtet, die Kunstturnerriege übte in der Halle, und schon im Jahre 1922 fand in der Turnhalle die erste Gewerbeausstellung statt. Das war die «Wegila», die Werdenbergische Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftsausstellung.

Quelle: Jubiläumsschrift «100 Jahre Turnverein Buchs», 1983

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