Es wird immer wärmer - Zugvögel werden teilweise bereits zu Standvögeln

Es ist auch in der Region Werdenberg zu beobachten, dass bei zunehmender Erwärmung immer mehr Zugvögel kürzere Strecken ziehen oder sogar Standvögel werden.

Heidi Aemisegger und Edith Althenburger
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Der Girlitz ist ein sehr kleiner Fink mit kurzem Kegelschnabel.

Der Girlitz ist ein sehr kleiner Fink mit kurzem Kegelschnabel.

Bild: Fredy Buchmann

Die Flugrouten haben sich im Vergleich zu früher gemäss dem Deutschen Naturschutzbund um ein Drittel verkürzt. Einige, wie etwa Weissstorch, Star, Schwarzkehlchen, Girlitz und Distelfink versuchen ihr Glück und werden hier überwintern.

Sie werden im Frühling die besten Nistplätze besetzen können. Die später eintreffenden Vögel werden ihr Nachsehen haben. Hier nun einige Vogelbeobachtungen im Januar:

2.1. Ein Starenschwarm zu Jahresbeginn ist eher ungewöhnlich. Beobachtet hat ihn Frau Rothenberger in ihrem Garten an der Südgrenze von Buchs. Die schwarzen Vögel voller weisser Tupfen verpflegen sich am Fettkasten und auf der Wiese nebenan. Einzelne Stare gab es hie und da im Winter, aber so viele? Im Herbst sind grosse Schwärme häufig. Obstbäume sind dann in kurzer Zeit leergefressen. Obstplantagen und Rebberge müssen mit Netzen geschützt werden.

Kaum Nahrungsengpässe

Als beinahe Allesfresser hat der Star kaum Nahrungsengpässe. Gerne sucht er bei weidenden Tieren nach Insekten. Ihm nützt die intensive Bewirtschaftung. Seit etwa Mitte des letzten Jahrhunderts hat er sich stark vermehrt und gilt heute als der häufigste Vogel im Kulturland. Vor 70 Jahren hat man den Nistkasten auch Starenkasten genannt. Man hat auf die Ankunft der Stare gewartet, dann wurde es bald Frühling. Stare waren damals längst nicht so häufig wie jetzt.

12.1. Die Wasservogelzählung am Rhein kann erst um 9.30 Uhr gestartet werden, denn dichter Nebel verhindert einen früheren Start. Die Wasseramseln haben bereits wieder ihre Reviere in der Rheinstrecke bezogen und singen.

Die kleinsten Finkenvögel

21.1. Nach einer kalten Winternacht beginnt der Boden aufzutauen. Auf einer niedrig bewachsenen Brache suchen viele Wacholderdrosseln nach Futter. Diese grossen Vögel sind gut zu erkennen. Dazwischen huschen kleine Federbällchen umher. Dank Fernglas können sie als Girlitze erkannt werden. Es sind die kleinsten Finkenvögel, so klein wie Blaumeisen. Sie suchen nach Samen. Wenn sie im Schwarm auffliegen, blitzt es bei einigen gelb auf dem Rückenende. Sitzen sie ausnahmsweise auf einem Baum, sieht man die gelbe Vorderseite des Männchens. Weibchen und Jungvögel vom letzten Sommer sind grün-gelblich und überall dunkel gestrichelt.

Die meisten Girlitze sollten jetzt in Süd- oder Westeuropa sein. Auch sie gehören offenbar zu den Kurzstreckenziehern, die immer mehr versuchen, hier zu überwintern.

27.1. Die Girlitze sind immer noch hier. Sie haben das Futterhaus am Giessen entdeckt und verbringen dort den Vormittag. Was machen sie, wenn der Winter doch noch kommt?

Frühlingshafte Temperaturen zum Monatsende

30.1. Die Girlitze haben sich die Futterstelle am Giessen gemerkt. Nach dem Sturm und Schneetreiben fressen sie sich dort satt. Im Notfall würde auch der Wassersaum am Giessenbord etwas Nahrung bieten, weil dieser nur bei sehr tiefen Temperaturen gefriert.

31.1. Der Januar verabschiedet sich mit frühlingshaften Temperaturen. Die Amseln, Grünfinke und Girlitze tanken Sonne in den Baumkronen am Giessen in Buchs und singen um die Wette.