Jäger wollen Ziele gemeinsam erreichen

Die Toggenburger in der Rothirsch-Hegegemeinschaft 1 sind der Ansicht, dass der Tierüberbestand aus der Zuwanderung aus den Grenzgebieten auf ihre Kosten gelöst werden soll.

Guido Städler
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Lob nach dem ersten Präsidialjahr: Obmann-Stellvertreter Bruno Röthlisberger (stehend) würdigt das Engagement von Obmann Nic Wohlwend (links). Bild: Guido Städler

Lob nach dem ersten Präsidialjahr: Obmann-Stellvertreter Bruno Röthlisberger (stehend) würdigt das Engagement von Obmann Nic Wohlwend (links). Bild: Guido Städler

Die Abschussvorgaben 2019 für die Rothirsch-Hegegemeinschaft 1 (RHG 1) lösten an der Delegiertenversammlung vom vergangenen Wochenende im Hotel Seehof in Walenstadt Diskussionen aus. Die Reviere im Toggenburg sollen das Problem mit der Zuwanderung an Rotwild vor allem aus dem Appenzellerland durch höhere Abschüsse lösen, so der Tenor der Toggenburger Delegierten.

Deutlicher Eingriff nötig

Dominik Thiel, Leiter kantonales ANJF, bestätigte die Verdoppelung des Bestandes in den letzten zehn Jahren. Ein deutlicher Eingriff sei jetzt aus strategischer Jagdplanung nötig. Gespräche mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden seien schon länger im Gange. Gemäss Thiel ist der Kanton St. Gallen auf der Erfolgsstrecke, aber noch nicht ganz am Ziel. In der Abstimmung passierte der Antrag des Vorstandes mit den Abschussvorgaben 2019 von mindestens 343 Tieren, das heisst für die Regionen Werdenberg/Rheintal 217, Seeztal-Nord 34 und Toggenburg 92. Gejagt soll im Verhältnis Stiere zu Kahlwild 1:3,3. Dies ergibt einen Gesamtabschuss in der RHG 1 von 476 Stück Rotwild.

Abschussplan 2018 nicht erreicht

Obmann Nic Wohlwend aus Azmoos sprach bedingt durch aussergewöhnliche Wetterverhältnisse erst gegen Ende 2018 von guten Jagdbedingungen. Die Nachttaxationen mit Scheinwerfern konnten im März sowohl im Toggenburg als auch im Werdenberg und im Seeztal-Nord unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden. Bemerkenswert sei das Teilergebnis im Seeztal-Nord mit 98 Stück (Vorjahr 22) sowie die gesamthaft hohe Zahl an nicht «ansprechbarem» Rotwild (377 von 864).

Der Abschussplan der gesamten RHG 1 wurde trotz des grossen Einsatzes der Jäger nicht erfüllt. Lediglich 386 von 464 Stück wurden erlegt. Wichtigster Einfluss, so Obmann Wohlwend, war wohl das Wetter. Die Fallwildverluste im Winter 2017/18 fielen mit 20 Stück eher moderat aus. Zahlen vom Winter 2018/19 liegen noch nicht endgültig vor. Bis zum 1. Juni wurden 19 Stück Fallwild und 10 Hegeabschüsse gezählt. 13 der 29 Abgänge sind auf Verkehrsunfälle zurückzuführen.

Laut Nic Wohlwend geht es dem Wald und dem aktuell Wild gut. Er berief sich auf eine Kernaussage des Forstes. Die Konstitution des Rotwildes sei ausgezeichnet. Dies sei anhand der Körpergewichte und der teilweise ausgeprägten Geweihe gut nachzuvollziehen. Rege benutzt wurde das neue Angebot der «freien Spiesser». 26 der 30 «freien Spiesser» konnten erlegt werden.

Damit wurde einerseits einem Anliegen der Reviere mit überwiegendem Vorkommen an männlichen Hirschen entsprochen und andererseits ein ausgeglicheneres Abschussverhältnis zu den weiblichen Tieren der gleichen Alterskategorie, den Schmaltieren, erwirkt.

Intakter Lebensraum ist wichtig

Das Erreichen von Abschussstatistiken ist das Eine. Viel entscheidender aber ist der Erhalt eines intakten Lebensraumes, den die Menschen mit den Wildtieren teilen. Für deren Erhalt sorgen nach dem RHG 1-Obmann die Jäger im Dialog mit den Interessengruppen wie Freizeitsport, Forst oder Landwirtschaft. Die Jäger müssen auch künftig zu neuen Ideen und Lösungen beitragen, lautete die Schlussbemerkung.