Ziel der Findungskommission für einen Wartauer Gemeindepräsidenten: Der Bürgerschaft eine Wahl mit Auswahl bieten

Die Findungskommission unterbreitet der SP und SVP einen Kandidatenvorschlag fürs Wartauer Gemeindepräsidium. Und dies obwohl die FDP höchstwahrscheinlich eine eigene Kandidatur ins Rennen schicken wird.

Thomas Schwizer
Drucken
Teilen
Wer wird Anfang 2021 als neuer Gemeindepräsident im Rathaus in Azmoos einziehen? Es scheint, als ob das Volk eine Auswahl erhalten wird.

Wer wird Anfang 2021 als neuer Gemeindepräsident im Rathaus in Azmoos einziehen? Es scheint, als ob das Volk eine Auswahl erhalten wird.

Bilder: Heini Schwendener

Bis am 3. Juli um 16 Uhr müssen auf der Wartauer Gemeinderatskanzlei im Rathaus in Azmoos Wahlvorschläge für die Kommunalwahlen eingereicht sein. Die Vorbereitungen für die Nominationen laufen, jene der FDP-Ortspartei ist gestern auf briefliche Art abgelaufen.

Von besonderem Interesse wird sein, wer sich für die Nachfolge von Gemeindepräsident Beat Tinner bewirbt, der seit 1. Juni als St. Galler Regierungsrat wirkt.

FDP und Findungskommission von SP und SVP entscheiden

Von der FDP ist eine Kandidatur zu erwarten. So hat Vize-Gemeindepräsident Andreas Bernold gegenüber der Partei sein Interesse signalisiert. Und die von der SP und der SVP-Ortspartei gebildete Findungskommission wird demnächst diesen beiden Ortsparteien mitteilen, wen sie aus den bei ihr eingegangenen Bewerbungen als wählbar erachtet.

Die SP- und SVP-Ortspartei haben eine Findungskommission gebildet, in der neben einer SP-Vertreterin und einem SVP-Vertreter bewusst eine parteilose Person mitwirkt, wie SP-Co-Präsident Bruno Willi ausführt. Die Kommission bezeichnet sich in der Stellenausschreibung vom 23. Mai als überparteilicher Wahlausschuss.

Findungskommission wird Vorschläge machen

Gemäss Bruno Willi sind fünf Bewerbungen eingegangen. Im persönlichen Gespräch habe die Kommission drei Bewerbern auf den Zahn gefühlt.

Am Montag hat die Findungskommission getagt. Sie will zuhanden der beiden Ortsparteien SP und SVP einen Nominationsvorschlag oder allenfalls auch mehrere Nominationsvorschläge für Kandidaten machen, welche sie als wählbar erachtet. Die beiden Ortsparteien werden rechtzeitig vor dem 3. Juli über ihre Nomination entscheiden, sagte SVP-Interimspräsident Martin Gabathuler auf Anfrage.

FDP ist nicht in der Findungskommission vertreten

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird die FDP-Ortspartei eine eigene Kandidatur für das Gemeindepräsidium bringen. Gemäss einer Mitteilung vom 21. Mai hat Andreas Bernold, der als Vize-Gemeindepräsident bis Ende Jahr die Leitung der Gemeinde wahrnimmt, sein Interesse signalisiert. Die Einsendefrist der schriftlichen Nominationsversammlung der FDP Wartau endete gestern Dienstagabend (Poststempel).

Vorstandsmitglied Rudolf Tanner vertritt bis nach der Nominationsabstimmung Andreas Bernold als Ortsparteipräsident. Er erklärt, dass die FDP in der Findungskommission nicht vertreten ist, weil sich bereits bei deren Bildung eine Kandidatur aus den eigenen Reihen abzeichnete. Ein Mitwirken im Wahlausschuss hätte für die Partei deshalb einen Interessenskonflikt bedeutet.

Am 27.September wird sich zeigen, wer die Rathaus-Tür als neuer Gemeindepräsident öffnen darf.

Am 27.September wird sich zeigen, wer die Rathaus-Tür als neuer Gemeindepräsident öffnen darf.

Eine Findungskommission zu bilden sei das Recht der anderen Ortsparteien. Rudolf Tanner stellt gegenüber dem W&O fest:

«Ob eine Findungskommission auf Grund der Ausgangslage Sinn macht, müssen sie selbst wissen.»

Ausschreibung nicht gegen Andreas Bernold gerichtet

Die Rekrutierung von Kandidaten für das Wartauer Gemeindepräsidium durch die Findungskommission richte sich nicht gegen die Kandidatur von Andreas Bernold, halten Bruno Willi und Martin Gabathuler auf Anfrage des W&O fest. Das erklärte Ziel von SP und SVP sei es, der Bürgerschaft eine Wahl mit Auswahl zu bieten.

Bruno Willi fügt hinzu, dass man mit der Ausschreibung auch Parteilose dazu ermuntern wollte, sich zu bewerben. Leider sei der SP-Wunsch, eine Frauenkandidatur zu finden, nicht erfüllt worden, stellt der SP-Co-Präsident fest.

Drei der vier Wartauer Gemeinderäte kandidieren erneut

Im Wartauer Gemeinderat treten der seit 2017 amtierende Schulratspräsident Bruno Seifert (parteilos), der seit 2009 wirkende Martin Gabathuler (SVP) und Vreni Kruse (parteilos), die für eine zweite Amtsdauer kandidiert, Ende September nochmals an, wie sie auf Anfrage bestätigen. Andreas Bernold wird nicht mehr als Gemeinderat kandidieren, wie die FDP im Mai mitteilte.

In der Geschäftsprüfungskommission werden Präsident Mario Gnägi (FDP) und Hanspeter Dürr nicht mehr kandidieren.

Mehr zum Thema