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Zerzauste Füchse sind nicht immer krank

Das gute Nahrungsangebot lockt Füchse in Wohnquartiere. Auch wenn der eine oder andere etwas struppig aussieht, ist er nicht unbedingt an Räude erkrankt, wie der fürs Werdenberg zuständige Wildhüter Silvan Eugster sagt.
Corinne Hanselmann
Räudige Füchse haben komplett nackte Stellen im Fell. (Bild: Juan lacruz)

Räudige Füchse haben komplett nackte Stellen im Fell. (Bild: Juan lacruz)

In der Ostschweiz ist die Krankheit Fuchsräude aktuell präsent (W&O vom 6. April). Auch im Werdenberg werden regelmässig Füchse, zum Teil durch Gärten und Wohnquartiere streifend, beobachtet. Manch einer sieht zerzaust und gesundheitlich angeschlagen aus. Doch nicht jeder struppige Fuchs hat Räude, wie Wildhüter Silvan Eugster auf Anfrage des W&O erklärt.

«Gerade jetzt im Frühling, wenn sich Muttertiere intensiv um ihre Jungen kümmern müssen, ist es nicht aussergewöhnlich, wenn diese etwas zerzaust und schlank aussehen.»

Diese Zeit sei für die Mütter kräftezehrend.

Nackte Stellen und kahler Schwanz

Ein an Räude erkrankter Fuchs weise komplett nackte Stellen im Fell auf und habe häufig einen fast kahlen Schwanz, erklärt der Wildhüter die typischen Merkmale. Schon seit 2013 sind Füchse in der Region Werdenberg von Räude betroffen – mal mehr, mal weniger. Oft tritt die durch Milben verursachte Krankheit im Frühling vermehrt auf.

«Im Januar und Februar ist Paarungszeit bei den Füchsen. Dann haben sie untereinander vermehrt Kontakt und die hochansteckende Krankheit wird stärker verbreitet.»

Derzeit erhält Silvan Eugster zwei, drei Meldungen pro Woche von Fuchsräude. Doch häufig gehen die Meldungen auch direkt an die Jägerschaft.

Futter lockt die Füchse in Wohnquartiere

Dass Füchse je nach Jahreszeit tagsüber durch Wohnquartiere streifen auf der Suche nach Futter, sei nicht abnormal. Der Fuchs lebt längst nicht mehr nur im und um den Wald. «In der Stadt Zürich gibt es die höchste Fuchsdichte in Europa», weiss der Wildhüter. «Sie finden in Wohnquartieren mehr Nahrung als in der Natur.»

Daran ist der Mensch mitschuldig, wenn Katzen auf der Terrasse gefüttert werden, Essensreste auf dem Kompost landen und nach Essbarem riechende Abfallsäcke zu früh rausgestellt werden. Eugster appelliert an die Bevölkerung, dem mehr Beachtung zu schenken, denn der Tierart tut man damit nichts Gutes.

«Wir haben sehr hohe Fuchsbestände in der Schweiz. Das ist auch der Grund dafür, dass sich Krankheiten wie Räude ausbreiten.»

«Durch die gute Nahrungsgrundlage bringen die Muttertiere häufig sehr viele Junge durch», erklärt Eugster. In der Natur wäre die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr gross.

Füchse ernähren sich in der Natur zum Beispiel von Mäusen, Schnecken, Aas, Beeren, Würmern oder Rehkitzen, erwischen aber im Winter durchaus auch geschwächte Rehe.

Jäger, Wildhüter oder Polizei informieren

Wer einen an Räude erkrankten Fuchs sieht, informiert am besten einen Jäger aus dem Wohnort. Wer keinen kennt, kann sich auch beim Wildhüter Silvan Eugster unter Telefon 058 229 00 52 melden. Er ist für das Gebiet von Wartau bis Rebstein zuständig. Für das obere Toggenburg ist Wildhüter Urs Büchler, Telefon 058 229 00 50, verantwortlich.

«Notfalls kann man auch die Polizei informieren», so Silvan Eugster. «Sie kann die im jeweiligen Revier zuständigen Jäger kontaktieren. Bis ein Jäger nach einer telefonischen Meldung vor Ort ist, ist der Fuchs aber meist schon wieder weitergezogen», so Eugster. Wissen die Jäger von einem räudigen Fuchs, richten sie im jeweiligen Gebiet vermehrt ein Augenmerk darauf, um das Tier von seinem Leiden zu erlösen. Denn wenn der räudige Fuchs durch den starken Juckreiz und die dadurch entstandenen Entzündungen total geschwächt ist, kann er sich kaum mehr Nahrung beschaffen und verendet.

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