Dank einer Publikation wird die Kriegsfestung Magletsch vor dem Vergessen bewahrt

Die Kriegsfestung Magletsch, Oberschan, wird Geschichte, sie bleibt auch dank der neuen Publikation «Das Porträt einer Grossfestung» unvergessen.

Hansruedi Rohrer
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Bunker-Befestigungskanone Magletsch, Kaliber 7,5 cm und 15 Schuss pro Minute.
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Bunker-Befestigungskanone Magletsch, Kaliber 7,5 cm und 15 Schuss pro Minute.
Bunker-Befestigungskanone Magletsch, Kaliber 7,5 cm und 15 Schuss pro Minute.
Bunker-Befestigungskanone Magletsch, Kaliber 7,5 cm und 15 Schuss pro Minute.
Bunker-Befestigungskanone Magletsch, Kaliber 7,5 cm und 15 Schuss pro Minute.

Bunker-Befestigungskanone Magletsch, Kaliber 7,5 cm und 15 Schuss pro Minute.

Das neue Buch «Das Porträt einer Grossfestung» von Hans Eggenberger – und unter der Mitwirkung von Hansueli Senn (Fotos), Valentin Vincenz (Lektorat) und Theo Hobi (Layout) – ist eine spannende, 256 Seiten umfassende Dokumentation über das nördlichste Bollwerk der Festung Sargans, nämlich das Artilleriefestungswerk Magletsch und seiner dank dem Verein Afom (Artillerie-Fort-Verein Magletsch) erhaltenen Inneneinrichtung mit allen Geräten. Das heutige Museum wird im Buch eingehend dargestellt, das mit rund 300 Fotos und Skizzen reich illustriert ist.

Autor Hans Eggenberger, welcher den Verein Afom im Jahr 1999 zusammen mit Freunden gründete, hat damit ein wertvolles publizistisches Werk geschaffen. Das Buch gibt vor allem über das Innenleben der Grosskampffestung Aufschluss.

Pläne für die Festungsbau wegen Gefahrenlage umgehend bewilligt

Ende der 1930er-Jahre baute die Schweiz unzählige Festungen und Sperrstellen im Land. Die Festung Sargans, unter anderem mit der Werkanlage Magletsch, liegt am nordöstlichsten Punkt des Reduits. Im April 1939 wurde der Bau des Artilleriefestungswerks Magletsch beantragt. In Anbetracht der prekären Situation wurden auch die Pläne sofort bewilligt. Die Bauarbeiten konnten in der Priorität Schollberg, Anstein und Magletsch beginnen. Für den Unterhalt der Anlagen wurde 1942 das Festungswachtkorps aufgebaut. Verschiedene Kapitel im Buch geben Aufschluss über die Geschichte des Festungswerks: «Von der Planung bis zur Fertigstellung 1942», «Das Fort Magletsch als Zeitzeuge des Schweizer Wehrwillens», «Der Afom».

Mächtiges Felsplateau als 
geeignetes Gelände ausgewählt

Als geeignetes Gelände für den Festungsbau wurde das mächtige Felsplateau im Raum Lugazun/Sabrens mit dem an die 70 Meter hohen Felskopf Magletsch und dem Hügelkamm Ferlüls ausgewählt, das hinten abgegrenzt ist durch den 50 Meter hohen Felskopf Brögstein.

Im Buch wird die abenteuerliche Bauphase geschildert wie auch Infrastruktur, Bewaffnung und Stollensystem. Und auch Soldatenmutter Hedi Blatter kommt zu Wort. Sie schildert ihre Erlebnisse aus dem Jahr 1942 in der Soldatenstube Magletsch.

Schweizer Wehr- und Verteidigungsgeschichte

Hans Eggenberger war es ein Anliegen, im zweiten Teil des Buches eine ganzheitliche Dokumentation der Grossfestung zu zeigen. Die Leserinnen und Leser werden bildhaft durch die ganze Anlage – innen wie aussen – 
geführt. Sie sieht so Teile, die schon in der Kriegszeit vorhanden waren, und jene Bereiche, die später als Truppenunterkunft neu gebaut oder ausgerüstet wurden.

Der Autor schreibt unter anderem zum Geleit über die historische Bedeutung: «Was dem heutigen Besucher 
in der Grossfestung Magletsch zusammen mit dem Afom-Museum vor 
Augen geführt wird, ist ein Stück Schweizer Wehr- und Verteidigungs­geschichte.»

«Ich hatte viele Fragen, doch die blieben damals unbeantwortet»

Während mehr als einem halben Jahrhundert war das Innenleben des mächtigen Felsens streng geheim. Auch Hans Eggenberger, der in Oberschan aufgewachsene Autor des neuen Buches, wusste bis Mitte der Neunzigerjahre nichts Genaues über die Unterwelt im Berg. Er hält fest: «Als Knabe zog ich durch den Wald und merkte, dass da etwas gebaut wird. Ich hatte 
viele Fragen, doch die blieben damals alle unbeantwortet. Mit der Zeit wurde mir klar, dass man ganz einfach nicht darüber spricht!»

Der Afom-Verein hat sich vor vielen Jahren bereit erklärt, als Pächter das obere Stockwerk der Festung Magletsch zu übernehmen, instand zu setzen und als Artilleriefestungsanlage der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.