Wohnen im Alter steht in Gams im Zentrum

Am Wahlpodium der Gamser Ortsparteien am Freitag in der Aula Höfli kam eine breite Palette an Themen und Personen aufs Tapet.

Hanspeter Thurnherr
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Die Kandidierenden für Gemeinderat und Ortsgemeindepräsidium: Michael Kramer, Monika Lenherr-Vetsch, Andreas Schöb (OG), Mischa Lenherr und Thomas Schöb (von links).

Die Kandidierenden für Gemeinderat und Ortsgemeindepräsidium: Michael Kramer, Monika Lenherr-Vetsch, Andreas Schöb (OG), Mischa Lenherr und Thomas Schöb (von links).

Bild Hanspeter Thurnherr

Nach zwei Rücktritten im Rat ist Gerichtsvollzieher Michael «Mischa» Lenherr (SVP) der einzige bisherige Kandidat, neben den unbestrittenen Fredy Schöb als Gemeindepräsident und Matthias Wettstein als Schulpräsident. Was Lenherr in den letzten vier Jahren im Rat gelernt habe, möchte er nun umsetzen, aber vieles auch kritisch hinterfragen und gelegentlich etwas bremsen. Für «Wohnen im Alter» bauen komme für ihn nur in der Zone für öffentliche Bauten südlich vom Altersheim Möösli in Frage – mit Anbindung ans Heim. «Im Norden ist Bauland, das Tafelsilber der Gemeinde.»

Wohnen im Alter gründlich anschauen

Finanziell solle sich die Gemeinde konsolidieren. Weitere Steuersenkungen lägen in nächster Zeit kaum drin. Lenherr ist für eine 30er-Zone in Gasenzen, um die Kleinsten zu schützen. Bei der Zentrumsgestaltung findet er: «Es braucht keinen Kreisel und keine Verbauung. Allenfalls sollten Nuancen verbessert werden.»

Michael Kramer (CVP) sieht als bisheriger Schulrat im Gemeinderat «eine spannende neue Herausforderung». Ihn fasziniert, wie vielfältig eine Gemeinde funktioniert. Das Thema Wohnen im Alter müsse nochmals gründlich angeschaut, die Richtung gefunden und dann vorwärts gemacht werden.

Autofahrer sollten angepasst unterwegs sein

«Ich will mir zuerst ein Bild machen, wie wir es sinnvollerweise realisieren könnten», sagte er vor den Anwesenden in der Aula Höfli. Ähnlich sieht er es auch beim «in die Jahre gekommenen Zentrums». Zu den Gemeindefinanzen meint er: «Ich bin gespannt, was Corona für die Steuern bedeutet. Wenn wir Geld ausgeben, dann nur für seriöse Projekte.» 30er-Zonen sollen dort entstehen, wo es auch rechtlich möglich ist. Aber letztlich hätten die Autofahrer die Verantwortung, angepasst zu fahren.

Alter, Finanzen und Strassen waren ein Thema

Monika Lenherr-Vetsch (parteilos) würde im Rat gerne ihre «interessanten Job-Erfahrungen als Mutter» einbringen. Als Frau habe sie oft andere Ansichten als Männer und würde sie im Rat äussern. Beim Projekt Wohnen im Alter solle man auch das erweiterte Zentrum von Gams in Betracht ziehen und sich nicht nur auf das Gebiet Möösli konzentrieren. Denn Ältere brauchten entsprechende Infrastrukturen und Serviceangebote in ihrer Nähe. Die Finanzen der Gemeinde müssten gesund sein und bleiben, erst dann könnte eventuell der Steuerfuss weiter gesenkt werden. Monika Lenherr ist «im Prinzip» nicht für 30er-Zonen. «Strassen sind für den Verkehr da», so ihre dezidierte Meinung.

30er-Zonen sinnvoll - ohne bauliche Massnahmen

Der selbstständig im Treuhandwesen tätige Thomas Schöb möchte als Gemeinderat an vorderster Front mitgestalten und den Bereich Finanzen optimieren. Beim Wohnen im Alter möchte er zuerst den Bedarf abgeklärt haben. Wenn beim Altersheim Möösli gebaut würde, käme auch für ihn die Südseite in Frage. Bei der Zentrumsgestaltung brauche es eine neue Auslegeordnung. Die vorgelegten Projekte seien überdimensioniert. Beim Steuerfuss lautet sein Ziel: Halten oder gar reduzieren. «Aber wir müssen auch in die Infrastruktur investieren können.» Wenn es ohne bauliche Massnahmen gehe, seien 30er-Zonen sinnvoll. «Sonst sind sie zu teuer».