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Wohnbaugenossenschaften wollen ihre Projekte bekannt machen und fördern

Jacques-Michel Conrad, Geschäftsführer des Verbands der Wohnbaugenossenschaften WBG-Ostschweiz, warb an einer Infoveranstaltung für diese Art des gemeinnützigen Wohnungsbaus. In Städten ist seit teils weit verbreitet, auf dem Land noch weniger bekannt.
Sprachen an der Veranstaltung: von links Walter Geering, Präsident Alterswohnungen Grabs, Jacques-Michel Conrad, Geschäftsführer WBG-Ostschweiz, Trudi Belleville Aktuarin Alterswohnungen Grabs, August Mettler, Präsident Wohnbaugenossenschaft Glana, Buchs. (Bild: PD)

Sprachen an der Veranstaltung: von links Walter Geering, Präsident Alterswohnungen Grabs, Jacques-Michel Conrad, Geschäftsführer WBG-Ostschweiz, Trudi Belleville Aktuarin Alterswohnungen Grabs, August Mettler, Präsident Wohnbaugenossenschaft Glana, Buchs. (Bild: PD)

(pd/wo) Zum Informations- und Diskussionsabend der SP Werdenberg zum Thema Wohnbaugenossenschaften konnte die Präsidentin der SP Buchs, Barbara Gähwiler, am Donnerstag eine stattliche Anzahl Interessierter begrüssen.

Zwei Beispiele aus Buchs und Grabs

Als erstes stellte der Präsident der Buchser Wohnbaugenossenschaft Glana, August Mettler, «seine» Wohnbaugenossenschaft und ihre Ziele vor. Sie bietet an drei Standorten in Buchs rund 40 Wohnungen an. In den 1940er-Jahren war die Genossenschaft Glana von Angestellten des Bundes (Bahn, Post, Zoll), den «Bündelern», gegründet worden.

Die Geschichte und der Zweck der Wohnbaugenossenschaft «Alterswohnungen Grabs» wurde von deren Präsident Walter Geering und von Aktuarin Trudi Belleville präsentiert. Die 41 Wohnungen im Haus Reseda und in der Rose sind seit ihrer Fertigstellung immer voll besetzt. Die Nachfrage für Alterswohnungen ist gross.

Preisgünstiger Wohnraum dank Kostenmiete

Anschliessend wartete Jacques-Michel Conrad, der Geschäftsführer des Verbands der Wohnbaugenossenschaften WBG-Ostschweiz, mit Daten und Fakten über den gemeinnützigen Wohnungsbau auf. Er räumte auch gleich mit Irrtümern und Missverständnissen auf. Conrad stellte klar: Gemeinnütziger Wohnungsbau bedeute nicht sozialer Wohnungsbau, sondern sei nicht gewinnorientiert und finanziere sich ohne Subventionen. In diesen Wohnungen würde keine sogenannten «Sozialfälle» leben.

Er machte deutlich, dass diese Wohnbaugenossenschaften vor allem für den Mittelstand bauen und in dem Sinne sozial seien, als sie preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen. Sie würden sich strikt an der Kostenmiete und nicht an einer Marktmiete orientieren.

Kommerzielles Wohnen ist deutlich teurer

In den grösseren Städten würden kommerzielle Mietwohnungen pro Quadratmeter im Schnitt ein Viertel mehr kosten als Wohnungen gemeinnütziger Bauträger, führte Conrad aus. Da bei genossenschaftlichen Alterswohnungen der Mietzins nicht ins Unermessliche steige könne mit ihnen vermieden werden, dass Personen mehr Ergänzungsleistungen beziehen müssten.

In der Mitteilung über den Informations- und Diskussionsabend heisst es: «Wohnbaugenossenschaften fristen in unserer Gegend leider eher ein ‹Mauerblümchendasein› – im Gegensatz zum Beispiel zur Stadt Zürich, die seit über hundert Jahren den gemeinnützigen Wohnungsbau fördert.» Durch die Gründung von Wohnbaugenossenschaften könne Boden der Spekulation entzogen und so günstiger Wohnraum angeboten werden, erklärte der Geschäftsführer der WBG-Ostschweiz.

Schweizweit gibt es 1800 Wohnbaugenossenschaften

Wohnbaugenossenschaften würden auch die ansässige Bauwirtschaft fördern, sagte Jacques-Michel Conrad. Denn es würde solchen Bauherren nie in den Sinn kommen, ausländische Grossbetriebe zu engagieren.

Insgesamt gibt es in der Schweiz rund 1800 Wohngenossenschaften mit total 162000 Wohnungen. Die Stadt Biel als wichtiger Industriestandort führte im Jahr 2000 mit 19,5 % Anteil Genossenschaftswohnungen am Gesamtwohnungsbestand knapp vor Zürich.

Die Gemeinnützigkeit nach aussen tragen

Auch diverse Fragen aus dem Publikum beantwortete der Referent kompetent. Er verstand es, komplizierte Fakten verständlich zu erklären und forderte die Anwesenden auf, den Gedanken der gemeinnützigen Baugenossenschaften nach aussen zu tragen. So könnten die in der Region bereits bestehenden Genossenschaften bekannter gemacht und ihre Aktivitäten unterstützt werden.

Wenn immer möglich sollten sie sich dafür einsetzen, dass sich ihre Wohngemeinde für die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus engagiert, forderte Conrad sie auf – unter dem Motto «Gegen kurzfristige Gewinnmaximierung – für das langfristige Gemeinwohl.»

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