W&O-Sommerserie
Eine Region surft die Grüne Welle: Wie drei Seelsorger helfen einen klimaneutralen Alltag zu führen

Die W&O-Sommerserie widmet sich diesen Sommer Menschen und Projekten, die sich für die Umwelt engagieren.

Michael Kyburz
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Der Ingenieur und Seelsorger engagiert sich schon länger für das Klima.

Der Ingenieur und Seelsorger engagiert sich schon länger für das Klima.

Michael Kyburz

«Die Klimaerwärmung betrifft uns alle. Deswegen liegt es auch an uns, etwas dagegen zu unternehmen», ist Peter Maier, katholischer Seelsorger und Ingenieur überzeugt.

Die Debatte rund um den Schutz der Umwelt und des Klimas hat mit der Fridays-For-Future-Bewegung längst den Weg bis ins Zentrum der Gesellschaft gefunden. Denn die Zeichen des Klimawandels sind weltweit unverkennbar. Die Polkappen schmelzen in Rekordgeschwindigkeit, Dürren und Unwetter zerstören Ernten und sorgen für Hungersnöte.

Mit Herzblut und Ideenreichtum für den Klimaschutz

Allerdings findet unter der Bevölkerung immer mehr ein Umdenken statt. Althergebrachte Formen der Energiegewinnung oder der Landwirtschaft werden in Frage gestellt.

Täglich arbeiten findige Menschen rund um den Globus an Lösungen, wie der weltweite Temperaturanstieg doch noch aufgehalten werden kann. Aber nicht mehr nur bekannte internationale Unternehmen und Organisationen setzen sich für den Erhalt von Umwelt und Natur ein. Auch bei uns vor der eigenen Haustür arbeiten Menschen, ob beruflich oder privat, mit Herzblut an Projekten zum Klimaschutz

W&O-Sommerserie: Die Grüne Welle

Die Sommerserie des W&O mit dem Titel «Die Grüne Welle» stellt in den kommenden Wochen den Leserinnen und Lesern zahlreiche Menschen und Projekte aus unserer Region vor, die sich für den Natur- und Klimaschutz engagieren.
Die Vielfältigkeit des Werdenbergs spiegelt sich auch im Ideenreichtum der Projekte wider.

Maier selbst engagiert sich privat schon länger für den Klimaschutz. Mit «10 For Future» hat der in Sevelen wohnhafte Seelsorger eine Initiative gegründet, die sich dem Schutz des Klimas widmet. Mitbegründer der Initiative sind Richard Aebi und Eric Petrini, beide ebenfalls Seelsorger. Gemeinsam haben sie das Anliegen, Menschen und Kirchgemeinden für den Natur- und Klimaschutz zu motivieren. Maier

«Wir wollen die Biodiversität der Erde erhalten und dazu kann jede und jeder etwas beitragen.»

Die drei Seelsorger wollen mit ihrer Initiative den Menschen mit konkreten Massnahmen aus zehn Lebensbereichen aufzeigen, wie man den eigenen Co2-Ausstoss reduzieren kann.

Zehn Schritte zum klimaneutralen Lebensstil

«10 For Future» stellt Interessierten, auf einer Website, zu zehn Lebensbereichen wie beispielsweise Ernährung oder Energie diverse Massnahmen zur Verfügung. «Wir haben uns bei der Auswahl der Bereiche am ökologischen Fussabdruckrechner des WWF orientiert», erklärt Maier.

Ziel ist es, sich für ein Jahr auf einen Lebensbereich zu konzentrieren und die Massnahmen im eigenen Alltag zu integrieren. «Man ist völlig frei, auf welches Ziel man sich konzentrieren möchte. Es dürfen auch mehrere Massnahmen aus unterschiedlichen Bereichen zeitgleich in Angriff genommen werden.»

Massnahmen in den Alltag integrieren

Die meisten Massnahmen sind ohne grosse Aufwendungen umsetzbar. Allerdings stellen einige Schritte wie beispielsweise die Anschaffung einer neuen Heizung mit erneuerbarer Energie doch eine grosse Investition dar. Maier ergänzt:

«Uns ist es wichtig, dass wir den Menschen möglichst einfache Varianten aufzeigen, wie man die Umwelt schützen kann.»

Es sei nicht erforderlich, alle Schritte zu erfüllen. Wichtig sei, dass man den ersten Schritt wage und die persönlich erfüllbaren Ziele angehe.

In zehn Jahren klimaneutral werden

Wenn man jedes Jahr einen weiteren Lebensbereich klimafreundlicher gestaltet, errechnen sich die Gründer einen beinahe klimaneutralen Lebensstil innerhalb von zehn Jahren. Nebst den zahlreichen Vorschlägen, wie man die Umwelt und das Klima schützen kann, versorgt «10 For Future» ihre Mitglieder mit aktuellen, neuen Ideen zum Thema Natur- und Klimaschutz. Die zusätzlichen Informationen werden quartalsweise als Newsletter per Mail versendet.

Die Kirche hat ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Die Initiative richtet sich besonders an Privatpersonen, doch auch in Kirchgemeinden sehen die drei Seelsorger viel Potenzial. Maier ist überzeugt:

Peter Maier, Mitbegründer von 10 For Future

Peter Maier, Mitbegründer von 10 For Future

Michael Kyburz
«Jetzt können wir noch etwas gegen die Klimaerwärmung unternehmen, aber dafür muss jeder seinen Beitrag leisten. »

Für die Kirchgemeinden haben sie einen speziellen Zehn-Punkte-Plan erstellt, der den Kirchgemeinden als Leitfaden dienen soll. Zudem bereitet das Programm von «10 For Future» die Gemeinde darauf vor, die Anforderungen für das Zertifikat «Grüner Güggel» zu erreichen.

Der Grüne Güggel ist ein Umweltmanagementsystem, das in zehn Schritten eine Kirchgemeinde zu einer nachhaltig und umweltbewusst wirtschaftenden Institution macht.

«Momentan sind noch nicht sehr viele Kirchgemeinden mit dem Grünen Güggel ausgezeichnet, doch werden es jeden Monat mehr.»

Mit einem Schritt viel getan

Für diejenigen, die ihren Lebensstil aus finanziellen, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen nicht umstellen können, empfiehlt Peter Maier einen einfachen Schritt. Man solle den Energiebezug auf Ökostrom aus Solaranlagen umstellen. «Ein Anruf beim regionalen Energieanbieter reicht aus und man hat bereits viel für die Natur und Umwelt getan.»

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