W&O-Sommerserie
Der «Alpentesla»: Drei Freunde und ein Grossprojekt

Seit über zwei Jahren arbeiten David, Patrik und David an dem Elektrolandfahrzeug Terren in Sevelen. Nun steht ein Rekordversuch an.

Pascal Aggeler
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Von links David Pröschel (30), David Koller (29) und Patrik Koller (27) heute. Sie bauen und entwickeln den Terren in Sevelen.

Von links David Pröschel (30), David Koller (29) und Patrik Koller (27) heute. Sie bauen und entwickeln den Terren in Sevelen.

PD

Vor rund 22 Jahren beginnt die Geschichte der drei Herren und deren Freundschaft. Das Ganze baut auf einem Missverständnis aufgrund der gleichen Namen von David Pröschel und David Koller auf. Denn Patrik Koller rief eigentlich nach seinem Bruder. Durch das Missverständnis kamen die drei Jungen ins Gespräch. Patrik Koller erinnert sich:

«Ab diesem Zeitpunkt haben wir alle Projekte immer zusammen realisiert. Uns gab es nur im Dreierpack.»

So realisierte das Trio auch die Maturaarbeit von David ein fahrtüchtiger Buggy. Wie die Herren wurden ihre Ideen immer erwachsener und so kam die Idee von einem elektrischen Landfahrzeug auf.

Nachhaltiger und mehr Leistung

Das elektrische Landfahrzeug trägt den Namen Terren. Seit über zwei Jahren sind die drei Herren mit dem Projekt schon beschäftigt. «Finanziert haben wir einen Teil aus unserem Ersparten und den Rest haben wir durch Sponsoren decken können», erklärt David Koller. Im Moment läuft immer noch eine Spendenaktion, mit welcher das Projekt über die Website Wemakeit unterstützt werden kann. Denn viele der Komponenten seien Spezialanfertigungen und dementsprechend teuer. Die Software sei besonders schwierig, erklären die drei. Dennoch soll der Prototyp des elektrischen Landfahrzeugs im September dieses Jahres fertig sein.

Der Terren: Ein E-Lastenfahrzeug mit ordentlich Power.

Der Terren: Ein E-Lastenfahrzeug mit ordentlich Power.

PD

Mit zwei Elektromotoren ausgestattet, verfügt das Gefährt über eine Leistung von 240 Kilowatt. «Das ist theoretisch die doppelte Leistung als beim gleichen Modell mit Dieselmotor», erklärt David Koller.
Der Terren wiegt 3,9 Tonnen und kann mit der eingebauten Batterie bis zu sechs Stunden Abreiten verrichten, bis er wieder geladen werden muss. David Koller führt aus:

«Durch den Elektromotor ist der Alpentesla leiser und belastet die sensiblere Natur in den Bergen weniger mit Emissionen.»

Ein Rekordversuch steht im Winter an

Ebenfalls haben die drei einen Rekordversuch mit ihrem Prototyp vor. Ziel ist es, den höchsten Vulkan der Welt mit 7000 Meter Höhe mit dem Terren zu befahren, und dies möglichst CO2-neutral. Dafür wird das Fahrzeug von einer leistungsstarken mobilen Solaranlage geladen. «Wir müssen bis zum Rekordversuch im Winter noch ein paar Testfahrten absolvieren können, damit alles zuverlässig läuft», sagen die drei im Einklang. Denn sonst muss der ganze Versuch um ein Jahr verschoben werden.

Nicht nur bei der Technologie soll auf Nachhaltigkeit geachtet werden, sondern auch in der Produktion. Dafür haben die drei das gesamte Firmen­gebäude auf CO2-neutralen Standard sanieren lassen und wohnen auch gleichzeitig darin. Abschliessend sagen die drei: «Wir hoffen, dass alles klappt mit dem Prototyp und wir so unseren Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft leisten können.»

Terren der «Alpentesla»

Mehr Infos zum Projekt und zur Spendenaktion unter:
www.wemakeit.com/alpen-tesla

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