W&O-Sommerserie
«Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft»: Kompaktes Ladegerät hilft Elektroschrott zu reduzieren.

An der OST in Buchs wird ein universelles Ladegerät «Energyhub» entwickelt. Damit sollen bis zu sechs Geräte zeitgleich geladen werden können.

Michael Kyburz
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Der kompakte Energyhub eignet sich besonders für Reisen.

Der kompakte Energyhub eignet sich besonders für Reisen.

PD

In der Schweiz werden jährlich rund 131000 Tonnen Elektroschrott produziert. Die Tendenz ist im Zuge der Digitalisierung stetig steigend. Auch in der Region Werdenberg und im Liechtenstein ist dieser Trend zu erkennen. Besonders bei Smartphones kommt es zu viel Elektroschrott, da viele Geräte unterschiedliche Anschlüsse zum Laden haben und somit mehrere Netzteile und Ladekabel benötigt werden.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, entwickelt man an der Ost, Ostschweizer Fachhochschule, in Buchs seit 2016 am sogenannten «Energyhub». Roman Scheuss, Entwickler des Ladegeräts, erklärt:

«Der Energyhub soll ein kompaktes und universelles Ladegerät sein, mit welchem bis zu sechs Geräte gleichzeitig geladen werden können.»

Weniger Elektroschrott dafür mehr Leistung

«Ob Notebook, Tablet oder Smartphone spielt keine Rolle. Mit dem Energyhub können diese alle gleichzeitig geladen werden», erklärt Scheuss. Für die Anschlüsse wird der zukünftig häufigste Anschluss USB C benutzt. «Dadurch ist es möglich, Elektroschrott zu reduzieren und unterschiedliche Geräte schnell aufzuladen», erklärt der Fachmann.

Die W&O-Sommerserie widmet sich Menschen und Projekten aus der Region, die sich für das Klima engagieren.

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WO

Mit 150 Watt Leistung, über die sechs Ausgänge verteilt, verfügt der «Energyhub» über eine gute Leistung. «Bei der Entwicklung haben wir auch auf einen guten Wirkungsgrad geachtet, damit die Geräte möglichst Effizient geladen werden können.». Auch die Standbyverluste hat man möglichst optimiert, damit falls der «Energyhub» ohne zu ladende Geräte an der Steckdose bleibt, kein zu hoher Energieverbrauch entsteht. Zusätzlich wurden LEDs eingebaut, welche je nach Ladeleistung in unterschiedlichen Farben aufleuchten.

Zulassungsprüfungen stehen noch bevor

Bevor der «Energyhub» auf den Markt kommt, müssen noch etliche Tests und Sicherheitsprüfungen von diesem durchlaufen werden. Denn nur wenn alles einwandfrei funktioniert, darf das kompakte Ladegerät für den Markt zugelassen werden. Scheuss führt weiter aus:

«Bei unserem Exemplar handelt es sich noch um ein Prototyp.»

Denn es werde weiterhin am Gerät gearbeitet, um dieses noch weiter zu optimieren und eine noch bessere Wirkungsgrade zu erzielen. Ganz allein ist die Ost Ostschweizer Fachhochschule in Buchs und der Industriepartner nicht, denn das Projekt wurde von der Innosuisse finanziell unterstützt. «Von der Innosuisse wird etwa die Hälfte der Entwicklungskosten übernommen», erklärt Scheuss. Abschliessend sagt er: «Ich bin froh am Energyhub arbeiten zu dürfen. Es macht Spass und ich kann meinen Beitrag für eine bessere und nachhaltigere Zukunft leisten.»