Rock und Country müssen Oper weichen: Die Betreiber der Falken-Bar in Buchs zeigen Verständnis für den Entscheid der Stadt

Drei Live-Konzerte im Biergarten des «Falken» erhielten wegen Terminkollisionen mit der Oper Carmen, die in der Nachbarschaft aufgeführt wird, keine Bewilligung. In den sozialen Medien gehen die Wogen hoch.

Hanspeter Thurnherr
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Nach dem 1. August gibt es im Biergarten der Falken-Bar in Buchs vorläufig keine Live-Konzerte mehr, dies aus Rücksicht auf die Oper-Aufführungen am Werdenbergersee.

Nach dem 1. August gibt es im Biergarten der Falken-Bar in Buchs vorläufig keine Live-Konzerte mehr, dies aus Rücksicht auf die Oper-Aufführungen am Werdenbergersee.

Bild: Hanspeter Thurnherr

«Liebe Gäste, aufgrund potenzieller Lärmbelästigung für das am Werdenbergersee stattfindende Festspiel Carmen müssen wir leider unsere geplante Livemusik am 8., 15. und 22. August absagen. Wir bedauern diesen Entscheid und hoffen, den einen oder anderen Event allenfalls danach je nach Witterung und Situation nachzuholen. Vielen Dank für euer Verständnis. Euer Falken- Team.»

«Riesenevent bei steigenden Coronazahlen? Ein Hohn!»

Diese Mitteilung der Verantwortlichen des «Falken» löste unter den potenziellen Konzertbesucherinnen und -besuchern einen Sturm der Entrüstung aus. Auf Facebook löste sie zahlreiche negative Kommentare aus. «Wie bitte? Lärmbelästigung Werdenberger Festspiele? Und die machen legal einen Riesenevent bei steigenden Coronazahlen? Was für ein Hohn», heisst es beispielsweise. Oder: «Bierfest, Buchserfest und Buchs Sound muss man wegen Coronavorschriften absagen und das Gejammer am See wird einfach durchgewunken.» Und: «Dürfen nur die Klassischen lärmen?»

Appell der Falken-Betreiber: keine feindseligen Aussagen

Durch diesen Sturm der Entrüstung aufgeschreckt, stellen die Falken-Betreiber Alexander Bofelli und Mario Künzle ebenfalls auf Facebook klar: «Liebe Gäste, wir schätzen eure Anteilnahme sehr und diese Situation ist für uns, für unsere geplanten Bands und für euch Gäste bedauernswert. Nichtsdestotrotz möchten wir keineswegs der Auslöser beziehungsweise eine Plattform für feindselige Aussagen sein. Wir möchten für Buchs und die Region einen kulturellen Beitrag leisten, so wie es die Festspiele auch tun, lediglich für ein anderes Publikum. Auch sie leisten einen Beitrag für Buchs und fördern Künstler, die kein Einkommen während dieser schwierigen Zeit hatten. Wir akzeptieren den Entscheid und versuchen, das Beste daraus zu machen und mögliche Ersatztermine zu finden.»

Die Betreiber werden im Gespräch mit dem W&O noch deutlicher: «Wir verstehen, dass die Musik unserer Konzerte die Oper stören könnte.»

Coronavirus steht am Ursprung der Probleme

Für die Falken-Inhaber Alexander Bofelli und Mario Künzle liegt das Hauptproblem in der Ungewissheit durch das Coronavirus. «Noch in der Coronazeit planten wir die Konzerte mit den Bands und mit entsprechenden Coronavorsichtsmassnahmen. Wir wollten bereit sein, sobald Lockerungen Konzerte ermöglichen.»

Doch lange blieb unklar, ob und wann die Konzerte überhaupt stattfinden können. Schliesslich wurden die Konzerte nach den Coronalockerungen auf drei Samstage im August gelegt, just auf drei Samstage der «Carmen»-Aufführungen.

Daten für «Carmen »standen schon länger fest

Die Stadt Buchs begründet die Nichtbewilligung auf Anfrage des W&O wie folgt: «Vom 8. bis 22. August wird auf dem Marktplatz in Buchs die Oper Carmen der Werdenberger Schloss-Festspiele stattfinden. Es musste und muss davon ausgegangen werden, dass die Durchführung einzelner Konzerte im Falken-Biergarten Buchs dazu geführt hätte, die Festspiele punkto Emissionen zu beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Beurteilung des Gesuchs der Zeitpunkt der Durchführung der Werdenberger Schloss-Festspiele bereits bekannt war, konnte am 8., 15. und 22. August die vorgesehene Livemusik im Falken-Biergarten leider nicht bewilligt werden.»

Die Betreiber der Falken-Bar hoffen nun, die Konzerte im Herbst nachholen zu können, sofern es das Wetter und die Coronaregelung zulassen.

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