Grabs-Gams
Nähe trotz Distanz: Die Evangelische Kirchgemeinde sorgt mit der Aktion «Wir sind da» für wertvolle Begegnungen in der Coronazeit

Die Evangelische Kirchgemeinde Grabs-Gams hat ein Projekt ausgearbeitet, das «social distancing» und Begegnungen unter einen Hut bringt.

Pascal Aggeler
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Seit dem 20. Januar ziert die beleuchtete Tafel mit dem Schriftzug «Wir sind da» das Evangelische Kirchgemeindehaus Grabs-Gams. Ob Gespräch, Witz, Gebet oder ein «Coffe to Go» das Angebot der Begegnung ist vielfältig.

Seit dem 20. Januar ziert die beleuchtete Tafel mit dem Schriftzug «Wir sind da» das Evangelische Kirchgemeindehaus Grabs-Gams. Ob Gespräch, Witz, Gebet oder ein «Coffe to Go» das Angebot der Begegnung ist vielfältig.

Bild: PD

«Begegnung ist jetzt besonders Wichtig», betont Michael Matter. Er ist seit letztem Sommer für Arbeiten im Bereich Familie und Jugend bei der Evangelischen Kirchgemeinde Grabs-Gams zuständig.

Den Grundstein für die derzeitige Aktion «Wir sind da» wurde von ihm gelegt. Bei dem ganzen Unterfangen geht es darum, Begegnungsmöglichkeiten im Rahmen der Schutzmassnahmen des Bundes zu schaffen. Damit sollen der zwischenmenschliche Kontakt und der persönliche Austausch gefördert werden. Gleichermassen soll dadurch auch ein Zeichen gegen die Einsamkeit, die Depressionen und Ängste gesetzt werden, welche durch Pandemie hervorgerufen wurden.

Schlicht und verständlich «Wir sind da »

Denn Matter ist es wichtig, dass sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit der Menschen in der Coronazeit berücksichtigt wird. «Auch wichtig ist die Symbolwirkung der ganzen Aktion», führt Matter weiter aus. Diese soll den Menschen zeigen, dass die Evangelische Kirchgemeinde Grabs-Gams sich Zeit nimmt und ein offenes Ohr für die Menschen und ihre Sorgen hat. «Wir sind da», lautet die Kernaussage der Aktion. Nach dieser wurde sie letztlich auch schlicht und verständlich benannt.

Vielfältige Offenheit für Begegnung in Coronazeiten

Seit dem 20. Januar läuft die Aktion bereits. Dabei sitzt unter der Woche ein kirchlicher Mitarbeitender im Foyer des Kirchgemeindehauses. Dieser ist aufgeschlossen für einen kleinen Schwatz oder sogar ein ganzes Gespräch. Matter erzählt:

«Besonders oft wird das Angebot von Konfirmanden genutzt oder von Leuten, die einen Termin bei der Kirchgemeinde haben.»

Die Möglichkeit, das Angebot zu nutzen, besteht unter der Woche nachmittags von 14 bis 17 Uhr.

Zusätzlich besteht die Option an zwei Abenden der Woche (Montag und Mittwoch) von 19 bis 21 Uhr mit einem der Mitarbeitenden im Foyer in Kontakt zu treten. Dabei gilt es aber stets die Schutzmassnahmen des Bundes einzuhalten.

Mehr als fünf Personen ein «No Go»

So schreibt die Evangelische Kirchgemeinde auf ihrer Website: «Abstandsregel? Klar. Maske? Logo. Mehr als fünf Personen? No-Go.» Aber eine Begegnung muss nicht immer von Angesicht zu Angesicht sein, sondern manchmal kann es ein Winken durch die Scheibe, ein Lächeln aus der Ferne oder ein «Coffee to go» sein, um für ein bisschen menschlichen Kontakt zu sorgen. Matter erklärt:

«Auf verschiedene Art und Weise soll so Offenheit für eine Begegnung in Coronazeiten gezeigt werden.»

Ein Weg aus der Einsamkeit

Mit der ganzen Aktion bietet die Evangelische Kirchgemeinde einen Ausweg aus der Einsamkeit, welche die Coronapandemie mit sich bringt. Für Matter selbst ist die Aktion auch ein Segen. Dieser kann die neuen Kollegen und Kolleginnen persönlich kennenlernen, nicht nur durch E-Mails oder andere Medien. Auch intern kommt die Aktion sehr gut bei den Leuten an. «Deshalb wurde sie bis auf weiteres verlängert», sagt Matter freudig.

Frühere Projekte gleiches Ziel

Schon im vergangenen Dezember gab es in der Evangelischen Kirchgemeinde kleinere Projekte, welche zum Ziel hatten, für etwas menschliche Nähe und Wärme in der kalten und einsamen Zeit zu sorgen. Beispielhaft für ein solches Projekt ist die Aktion rund um die Weihnachtslaterne.

Bei dieser konnte man jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr einer Weihnachtsgeschichte lauschen, sich miteinander unterhalten oder sich einen heissen Punsch mit auf den Weg geben lassen. Allemal wurden die Schutzmassnahmen des Bundes eingehalten. Gleichermassen sorgte ein ideenreicher Adventskalender für ein wenig Abwechslung in der «Corona-Adventszeit.

Hinweis:
Aktuelle Infos unter www.ekgg.ch/News