Spatenstich für Präzisionsindustrie in Buchs: Neuer Brusa-Hauptsitz mit Platz für 350 Arbeitsplätze

Auf dem Areal Fegeren sind die Bagger aufgefahren: Dort wird ein Zentrum für Präzisionsindustrie gebaut. Mit dem neuen Hauptsitz der Brusa Elektronik AG wird die Präzisionsindustrie in der Region gestärkt.

Jessica Nigg
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Grosser Tag für die Industrieregion und den Wirtschaftsstandort Buchs: Am Mittwoch fand der Spatenstich für ein Zentrum für Elektromobilität statt.

Grosser Tag für die Industrieregion und den Wirtschaftsstandort Buchs: Am Mittwoch fand der Spatenstich für ein Zentrum für Elektromobilität statt.

Bild: Jessica Nigg

«Wir wollen gut erschlossene, zeitgemässe Räume für moderne Arbeitsplätze schaffen», erklärte Martin Sulser, Verwaltungsratspräsident der Lippuner Immobilien AG, anlässlich des Spatenstiches für ein Zentrum für Präzisionsindustrie in unmittelbarer Nachbarschaft zur Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB).

Aufstrebende Firmen in der Region zu halten, ist dabei ein Anliegen von Martin Sulser: «Zum Bleiben animieren ist nachhaltiger als ansiedeln.» Lippuner wolle den Wirtschaftsstandort zu stärken helfen. «Wir sammeln die Bedürfnisse möglicher Mieter und versuchen, sie zu verstehen.» Dabei stelle man sich die Fragen, welche Möglichkeiten es gebe und wie die Rahmenbedingungen aussähen, so Sulser.

«Dann entwerfen wir hochfunktionale Mietflächen, in welche die gesammelten Erfahrungen unserer anderen Liegenschaften miteinfliessen.»

Ankermieterin ist die Brusa Elektronik AG mit aktuell 200 Mitarbeitenden. Die Firma aus Sennwald hat unter anderem den Motor für den i3 von BMW entworfen. Josef Brusa, Verwaltungspräsident der Brusa Elektronik AG, erklärte, dass auf dem Areal Fegeren ein neuer, repräsentativer Entwicklungshauptsitz entstehe, während die Produktion in Sennwald verbleibe.

«Los ging es vor 35 Jahren mit einem Einmannbetrieb. Inzwischen sind wir mindestens fünfmal umgezogen und dabei war es jeweils wichtig, dass am neuen Standort mindestens eine Verdoppelung der Arbeitsplätze möglich ist.» Dies ist auch am neuen Hauptsitz in Buchs gegeben.

Regierungsrat Bruno Damann sieht im Spatenstich einen Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung der wirtschaftspolitischen Ziele, die sich der Kanton gesteckt hat. «Es freut uns, dass der Standort St. Gallen gestärkt werden kann. Es ist uns ein grosses Anliegen, dass die ansässigen Firmen sich in der Region entwickeln können und nicht gezwungen sind, abzuwandern.»

Entwicklung des Zentrums lief bisher sehr erfolgreich

«Heute ist ein Glückstag», freute sich auch Stadtpräsident Daniel Gut über den erfolgten Spatenstich. Durch seine persönliche Initiative wurde die Brusa Elektronik AG für den Standort gewonnen. Im September 2017 habe er in der Zeitung gelesen, dass die Brusa einen neuen Standort suche – auch im Ausland. «Schon am nächsten Morgen habe ich mit Josef Brusa telefoniert.» Parallel dazu sei auch Martin Sulser aktiv geworden.

Die Gespräche mit der Lippuner AG und der Ortsgemeinde Buchs als Grundeigentümerin verliefen erfolgreich. Vor rund einem Jahr begannen die konkreten Planungsarbeiten und am 26. November lag die Baubewilligung vor, ohne dass eine Einsprache eingegangen war.

«Wenn alle in die gleiche Richtung ziehen, stimmt plötzlich alles und Wünsche werden wahr.»

So freute sich Gut über den gelungenen Startschuss.3Buchs Am Mittwoch startete mit einem Spatenstich ein neues Kapitel für die Industrieregion Alpenrheintal.

Die Lippuner Immobilien AG baut Gewerbehaus als erste Etappe für das geplante «Zentrum Präzisionsindustrie Alpenrheintal». Damit erhält der künftige Mieter, die Brusa Elektronik AG, einen neuen Standort und internationalen Entwicklungshauptsitz.

So wird der Neubau auf dem Areal Fegeren in Buchs aussehen.

So wird der Neubau auf dem Areal Fegeren in Buchs aussehen.

Visualisierung: PD

Das fünfgeschossige Gebäude umfasst auf einem knapp Fussballfeld grossen Areal und einem Volumen von 54000 Kubikmeter eine Nutzfläche von 8500 Quadratmetern. Es entsteht Raum für 350 Büroarbeitsplätze sowie ein grosser, repräsentativer Empfang mit einem Meeting-Bereich. «Uns war es wichtig, den Bau kompakt zu realisieren», sagt Martin Sulser, Verwaltungsratspräsident der Lippuner Immobilien AG und erklärt: «Wir wollen den Platz ausnutzen und keine Bodenressourcen verschwenden.»

Energie selbst erzeugen und sparsam verbrauchen

Unter dem Gebäude befindet sich eine grosszügige Tiefgarage mit 130 Parkplätzen, welche durch 40 oberirdische Parkplätze ergänzt werden. Gemeinsam haben alle Parkplätze, dass sie mit Ladestationen für Elektroautos versehen werden. «Damit sollen die Mitarbeiter ihren Arbeitsweg nachladen können.» Sämtliche Firmenfahrzeuge sowie ein Fünftel der Privatautos der Angestellten sind heute bereits elektrisch angetrieben, Tendenz stark steigend. Dennoch fördert die Brusa auch den Arbeitsweg zu Fuss, per Velo und mit öffentlichem Verkehr. Es soll keine Energie verschwendet werden.

Energieeffizienz ist eines der Schlagworte für das neue Gebäude: mit einer eigenen Trafostation kann der auf dem Areal produzierte Strom von den Mietern gekauft und genutzt werden. Auch Lüftung, Kühlung und Heizung sind energiesparend konzipiert. Wärmepumpen und Fotovoltaikanlagen vervollständigen das mit nachhaltigen Baustoffen erstellte, Minergie-P-zertifizierte Gebäude.

Langjährige Verbundenheit im Geiste

Die Zusammenarbeit zwischen Lippuner und Brusa funktioniert schon seit Jahrzehnten: So entstand vor rund 20 Jahren in Zusammenarbeit der beiden zukunftsorientierten Firmen das erste Minergie-Gewerbehaus des Kantons St.Gallen. «Das Beste an der Zusammenarbeit mit Lippuner finde ich, dass ich nichts von wegen Energiemanagement und erneuerbarer Energie erklären muss», freut sich Brusa. «Ganz im Gegenteil: Sie sind die Treiber. Wir rennen hier offene Türen ein.»

Josef Brusa freut sich über das wachsende Umweltbewusstsein in der Öffentlichkeit. Bild: Jessica Nigg

Josef Brusa freut sich über das wachsende Umweltbewusstsein in der Öffentlichkeit. Bild: Jessica Nigg

Bild: Jessica Nigg

Josef Brusa ist ein Pionier der Branche. Seine ersten Solarzellen kaufte er während seines Studiums an der NTB, nachdem an der Klimakonferenz von 1979 vor der Klimaerwärmung gewarnt worden war. Er stellte sich in den Dienst der Elektromobilität und gründete fünf Jahre darauf seine erste eigene Firma.

«Wir gehören zu den wenigen Firmen, denen man nicht vorwerfen kann,
40 Jahre lang nichts gemacht zu haben.»

Mittlerweile sei der Umweltgedanke fast überall angekommen: «Nach dem Abgasskandal und bei spürbarem Klimawandel sind die Pionierzeiten vorbei», so Brusa.

Projekt soll weiter ausgebaut werden

Der erste Impuls zum vorliegenden Projekt kam von der Stadt Buchs, die im Jahr 2012 Industriebauland benötigte. Der Kanton ermöglichte 2013 die Einzonung eines Grundstücks, das nördlich der NTB liegt. Es gibt jedoch eine Voraussetzung für Unternehmen, die sich niederlassen wollen: Sie müssen einen Bezug zu den Technologiebereichen der NTB oder des RhySearch haben. Auf dieser Basis entwickelten die Stadt Buchs, das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen (AWA) zusammen mit der NTB und der Ortsgemeinde Buchs das Projekt «Zentrum Präzisionsindustrie Alpenrheintal». Auch wenn die erste Etappe nun einen Ankermieter umfasst, ist das Zentrum im Grundsatz als ein Ort für mehrere Unternehmen konzipiert, die in Nachbarschaft der NTB und des RhySearch auch gemeinsam forschen, entwickeln und produzieren können. Weitere Etappen des Zentrums Präzisionsindustrie sind bereits angedacht.

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