Forstwart nach 29 Jahren Arbeit an der Gleitschneeverbauung Stauberen:«Wir leben für dieses Projekt»

Im Raum Stauberen, Saxer Heuberge und Alp Rohr befindet sich eine der grössten Gleitschneeverbauungen im Alpenraum. 8000 Dreibeinböcke wurden bisher verbaut und 30000 Pflanzen gesetzt.

Heini Schwendener
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Forstwart Othmar Gubser (rechts) von der Forstgemeinschaft Sennwald erklärt, dass dieser Dreibeinbock dem Schneedruck nicht standhalten konnte.
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Neben Dreibeinböcken gibt es auch Rechen als Massnahme zur Lawinenverbauung.
FOG-Betriebsleiter Hans Tinner (rechts) erklärt das Projekt, Regionalförster Phillipp Näf hört zu.
Rund 8000 Dreibeinböcke wurden gebaut.
Die Perimeterfläche Stauberenfirst des Aufforstungs- und Verbauungsprojekts beträgt 58,3 Hektaren, weitere Flächen umfasst das Projektgebiet auf Alp Rohr und den Saxer Heubergen.

Forstwart Othmar Gubser (rechts) von der Forstgemeinschaft Sennwald erklärt, dass dieser Dreibeinbock dem Schneedruck nicht standhalten konnte.

Rund 5 Millionen Franken sind seit 1990 in das Aufforstungs- und Verbauungsprojekt Stauberen investiert worden. Heuer läuft die fünfte Etappe dieses Mammutprojekts aus, 580000 Franken beträgt das Budget für Stauberen V (2016–19).

Der Unterhalt kostet auch künftig Geld

Die Forstgemeinschaft Sennwald und die Politische Gemeinde sind nun gefordert, denn sie müssen noch heuer ein neues Projekt für die nächste NFA-Periode (Neuer Finanzausgleich des Bundes) einreichen. Bei der jährlichen Besichtigung des Werks am vergangenen Freitag wurde festgehalten, dass die Verbauungen nun abgeschlossen sind. Die Massnahmen für die langfristige Instandhaltungen der rund 8000 Dreibeinböcke, der Schneerechen und der rund 30 000 gesetzten Pflanzen kostet jedoch auch künftig Arbeit und Geld.

Mit einem Schutzwaldpreis ausgezeichnet

Gemeindepräsident Peter Kindler lobte bei der Begehung die grosse Wertschöpfung dieser Investitionen an den steilen Bergflanken oberhalb der Gemeinde.

«Es handelt sich dabei um die grösste Gleitschneeverbauung im Alpenraum.»

Das sagte Kindler mit Stolz und verwies natürlich auch auf den Internationalen Alpinen Schutzwaldpreis, den das Stauberen-Projekt 2012 erhalten hatte.

20 Prozent der Pflanzen fielen Wild oder Witterung zum Opfer

Etwa fünf Kilometer Bewirtschaftungswege haben die Leute der Forstgemeinschaft (FOG) Sennwald in den steilen Hängen angelegt, um die Dreibeinböcke vor Ort ein jeder auf Mass zusammenzubauen und im Boden zu verankern. Von den 30000 gesetzten Pflanzen seien bis heute etwa 20 Prozent der Witterung oder dem Wild zum Opfer gefallen, sagte Hans Tinner, Betriebsleiter der FOG bei der Begehung des Projektperimeters Stauberenfirst mit einem Ausmass von 58,3 Hektaren.

150 bis 200 Dreibeinböcke müssen repariert werden

Der schneereiche Winter 2018/19 hat an den Dreibeinböcken und teilweise auch an den Jungpflanzen Schäden verursacht. Etwa 150 bis 200 Dreibeinböcke hielten der Schneelast nicht stand, sie müssen nun bis zum Herbst gerichtet werden. Das bedeutet viel harte Arbeit in steilem, gefährlichem Gelände.

Noch nie in 29 Jahren hat sich dabei ein Unfall erreignet. Das ist der seriösen Arbeit der FOG-Profis zu verdanken. Stellvertretend sagte Forstwart Othmar Gubser, der seit Projektbeginn dabei ist:

«Noch nie mussten wir jemand zwingen, hier oben zu arbeiten, alle wollen hier rauf. Es ist eine tolle Arbeit, die nur bei ganz grosser Hitze sehr beschwerlich ist. Man kann fast sagen: Wir leben für dieses Projekt.»

Lawinen gehören zum Werdenberg

Die momentan hohe Lawinengefahr lässt auch im Werdenberg Erinnerungen an frühere Tage wach werden. Sachschäden gab es immer wieder, in Wartau und Sennwald verloren zwei Menschen ihr Leben.
Armando Bianco

Aufforstung entwickelt sich erfreulich

Zum 32. Mal trafen sich am Freitagmorgen Vertreter verschiedener Behörden beim Berggasthaus Staubern, um sich vom Projektleiter und Betriebsleiter der Forstgemeinschaft Sennwald (FOG), Hans Tinner, über den aktuellen Stand der Arbeiten beim Verbauungsprojekt im Gebiet Saxer Underalp–Staubernfirst–Hoher Kasten informieren zu lassen.
Corinne Hanselmann