Daniel Gut zum Bauprojekt Wetti: «Wir haben als Stadtrat eine besondere Verantwortung»

Der Buchser Stadtrat regt mit Nein zum Baurechtsvertrag in der Wetti Anpassungen an Neubauprojekt an.

Thomas Schwizer
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Nach der Nicht-Unterzeichnung des angepassten Baurechtsvertrages durch den Stadtrat hat die Genossenschaft Alterswohnungen Buchs die Bauvisiere Anfang dieser Woche wieder entfernt.

Nach der Nicht-Unterzeichnung des angepassten Baurechtsvertrages durch den Stadtrat hat die Genossenschaft Alterswohnungen Buchs die Bauvisiere Anfang dieser Woche wieder entfernt.

Bilder: Josef Huber/PD

Der Stadtrat begrüsst es ausdrücklich, dass sich die Genossenschaft Alterswohnungen Buchs mit ihrem Neubauprojekt in der Wetti für die Realisierung zusätzlicher bezahlbarer Alterswohnungen engagiert. Er beurteilt das aktuelle Projekt als architektonisch schönen Einzelbau. Das Gesamtprojekt weise allerdings aktuell noch Mängel auf, die mit entsprechenden Anpassungen aber behoben werden könnten, stellen Stadtpräsident Daniel Gut und Stadtrat Hans Peter Schwendener im Gespräch mit dem W&O fest. Deshalb habe der Stadtrat, als Vertreter der öffentlichen Hand, als Grundeigentümerin und Baurechtsgeberin der Genossenschaft eine Anpassung des Baurechtsvertrages für das aktuelle Projekt verweigert (W&O vom 18. Mai).

Die Stadt habe als Baurechtsgeberin eine besondere Verantwortung, betont der Stadtpräsident. Diese nehme der Stadtrat auch beim Projekt Alterswohnungen in der Wetti wahr. «Die Stadt hat als Grundeigentümerin auch für private Bauherrschaften eine Vorbildfunktion.»

Mit Strassenanpassung eine Optimierung erreichen

Der Stadtrat möchte mit seinem Nein eine Optimierung des Neubaus erreichen. Hauptsächlich soll der Abstand zwischen Alt- und Neubau vergrössert werden. Das aktuelle Projekt, das in den vergangenen Wochen vor Ort «visiert» war, bringt aus Sicht des Rates vor allem eine mangelhafte Besonnung eines Teils der Wohnungen. Der Buchser Stadtrat hält fest:

Stadtpräsident Daniel Gut

Stadtpräsident Daniel Gut

«Auch im Winter genügend besonnte Wohnungen sind gerade bei Alterswohnungen besonders wichtig.»

Auch der städtebaulichen Anordnung des Neubaus und einer attraktiven Gestaltung des Innenraums und der Umgebung sei im Interesse der Bewohner aller Alterswohnungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Rat habe, wie länger zuvor schon die Baukommission, der Genossenschaft konkret vorgeschlagen, wie die Mängel zum Wohl der künftigen Bewohner verbessert werden könnten, sagt der Stadtpräsident: Mit einer Anpassung der Aeulistrasse. Damit könne der Abstand des Neubaus zum Bestandesbau vergrössert werden. Der Stadtrat habe der Genossenschaft signalisiert, Verhandlungen für einen nötigen Bodenabtausch/Bodenkauf aktiv zu unterstützen, halten Hans Peter Schwendener und Daniel Gut fest.

«Grundsätzlich ein schönes und positives Projekt»

«Die Baukommission und auch der Stadtrat haben von Anfang an gesagt, dass der Neubau von Alterswohnungen wichtig ist», betonen Gut und Schwendener. Die Baukommission habe schon an der ersten Sitzung, an der man sich mit dem Projekt des Neubaus von Alterswohnungen befasst habe, angeregt, die festgestellten Mängel am Projekt durch eine Vergrösserung des Gebäudeabstands zu beheben. Das teilweise Problem der Besonnung habe auch das externe Gutachten von Christian Wagner erwähnt, das die Baukommission in Auftrag gegeben habe, so Daniel Gut.

Der Stadtrat bedauert, dass die Genossenschaft als Baurechtnehmerin nicht auf den Vorschlag einer Verlegung der Aeulistrasse eingegangen sei. Damit verzichte sie auf die, für ältere Menschen besonders wichtige, genügende Besonnung, die dank einem grösseren Bauabstand ermöglicht würde. Das Gebäude für sich allein sei architektonisch wertvoll.

Aus allen genannten Gründen habe der Stadtrat letztlich die Anpassung des Baurechtsvertrags abgelehnt, die für eine Bauauflage notwendig ist.

«Besser eine Verzögerung und dafür Optimierung»

Der Entscheid des Stadtrates sei legitim, betont der Stadtpräsident. Der Rat vertrete damit nicht nur städtebauliche Interessen am Bau-Standort, der rund herum eine grosszügige Raumgestaltung aufweise und nicht im stärker verdichteten städtischen Kerngebiet liege. Zudem vergrössere ein, gemäss Vorschlag von Baukommission und Stadtrat angepasstes, Baugesuch auch die Akzeptanz der Anwohner, ist Hans Peter Schwendener überzeugt. «Besser eine gewisse Verzögerung und dafür optimiert und realisierbar», ist die Überzeugung des Stadtrates.